Der zerbrechliche Wald

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Die Folge «Der zerbrechliche Wald» führt in den Atlantischen Küstenregenwald, die sogenannte «Mata Atlantica». Einst erstreckte sich dieser Urwald über Tausende von Kilometern der gesamten brasilianischen Küste entlang. Heute sind davon nur noch rund sieben Prozent in unberührter Form erhalten.

Die «Mata Atlantica» ist ein besonderer Regenwald, und auch seine Bewohner sind nicht alltäglich. Manche von ihnen sind extrem selten und ihr Verhalten kaum bekannt. Spinnenaffen oder Muriqui etwa sind Südamerikas grösste Affen und ausschliesslich in der «Mata Atlantica» zu finden. Sie leben in kleinen Gruppen, bevorzugt in den Baumetagen knapp unterhalb der Kronen. Dort finden sie reichlich Nahrung und sind geschützt vor Raubtieren, wie dem Jaguar. Spinnenaffen sind soziale Tiere, die ihre Bindungen täglich mit sanften Berührungen und festen Umarmungen auffrischen. Je enger die Freundschaft, desto intensiver der Körperkontakt. Das Zusammenleben der Spinnenaffen läuft überaus friedlich ab. Sie kennen keine aggressiven Rangkämpfe, wie sie bei anderen Affenarten an der Tagesordnung sind.

Während Spinnenaffen kaum jemals den Boden des Regenwaldes betreten, sind Koatis oder Nasenbären überall im Wald anzutreffen. Sie sind geschickte Kletterer, aber ebenso gewandt, wenn es darum geht, ihren Weg durch das Bodendickicht zu finden. Auf der Suche nach Nahrung streifen die Allesfresser in kleinen Trupps, bestehend aus Weibchen und ihrem Nachwuchs, am liebsten entlang von kleinen Bächen durch das Waldgebiet. Mit ihren langen Nasen und ihrem meist hochgestreckten, gestreiften Schwanz wirken Nasenbären vielleicht ein wenig ungeschickt, doch sie sind äusserst effektive Jäger und haben sich ihrem Umfeld perfekt angepasst.

Die «Mata Atlantica» ist auch die Heimat von fast Tausend Vogelarten – eine Vielfalt, die in ganz Europa nicht zu finden ist. Einer der prächtigsten Vögel ist der Blaubrustpipra, dessen Gefieder purpurrot, tiefschwarz und hellblau leuchtet. Die Männchen punkten jedoch nicht nur durch ein prächtiges Federkleid, sondern vor allem durch ihre akrobatischen Tanzaufführungen, mit denen sie zur Paarungszeit die Weibchen beindrucken. Bei starker Konkurrenz bewähren sich im harten Auswahlverfahren nur die besten Performer.

Neben dem aussergewöhnlichen Ökosystem des Atlantischen Regenwaldes und seiner ganz speziellen Tierwelt zeigt der Film auch die Pracht der Iguazú-Wasserfälle, die als Unesco-Welterbe gelten und nur eines der vielen Naturwunder Brasilliens sind.