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Grosserfolge auf allen Ebenen «Viva l'Italia!»: Immer weiter und immer besser

Italien mauserte sich in diesem Sommer zur neuen sportlichen Supermacht – und das Hoch reisst nicht ab.

Simone Anzani posiert mit der italienischen Flagge.
Legende: Und schon wieder wird die italienische Flagge gehisst Simone Anzani jubelt über den EM-Titel mit der Volleyball-Nationalmannschaft. imago images

Seit 1989 schon ist «Un'estate italiana» in unserem Nachbarland dank Edoardo Bennato und Gianna Nannini ein Ohrwurm. In der Sportwelt erfährt der Evergreen – zu deutsch «ein italienischer Sommer» – aktuell eine ganz neue Bedeutung. Denn die «Azzurri» erleben «Notti magiche» – «magische Nächte» – schon fast in Hülle und Fülle.

Den Ausgangspunkt zum italienischen Hochgefühl markierte bei der Europameisterschaft am 11. Juli im Londoner Wembley der Titel der Fussballer. Dank gewonnenem Penalty-Krimi gegen England stemmte die Auswahl von Roberto Mancini nach 1968 den 2. EM-Pokal in die Höhe.

Video
Aus dem Archiv: Der Fussball-Europameister Italien frohlockt
Aus Sport-Clip vom 12.07.2021.
abspielen

Es folgten Rekord-Spiele bei Olympia in Tokio (mehr dazu weiter unten). Doch Italien hat noch lange nicht genug. Alleine am Sonntag ergänzten innert Kürze zwei weitere bedeutende Titel die lange Erfolgsliste:

  • Der 25-jährige Piemonteser Filippo Ganna verteidigt in Flandern an der Rad-WM im Einzel-Zeitfahren seine Goldmedaille von 2020.
  • Zum 7. Mal schon küren sich die Volleyballer zum Hallen-Europameister. Der Topfavorit gewinnt das Endspiel im polnischen Katowice gegen Slowenien nach 1:2-Satz-Rückstand mit 3:2. Die Frauen-A-Auswahl des italienischen Verbands hat 2 Wochen zuvor die gleiche Affiche im EM-Final ebenfalls für sich entschieden (mit 3:1).

Die Tageszeitung La Repubblica aus Rom konstatiert und kokettiert am Montag wie folgt:

Wir sind eine Supermacht im Sport geworden. (...) Findet ein Wettkampf statt? Sind Italiener dabei? Okay, der Sieg ist unser.

In Tokio im Konzert der Grossen mitgespielt

Dabei glaubten im kollektiven Freudentaumel rund um die Sommerspiele wohl viele, am Stiefel sei das Ende der Fahnenstange erreicht. Wir rufen ein paar Kennzahlen zum grossartigen Abschneiden der Italiener und Italienerinnen in Tokio in Erinnerung:

  • Die «Azzurri» erkämpften sich an jedem der 16 Wettkampftage im Minimum eine Medaille.
  • In der Schlussbilanz ergab dies 40 Olympia-Podestplätze, verteilt auf 19 Disziplinen – so viele wie noch nie. Mit je 10xGold und Silber sowie 20xBronze resultierte Rang 10 im Nationenranking. Die Medaillen-Ausbeute wurde im Vergleich zu Rio 2016 um 12 Exemplare angehoben.
  • Vor Tokio lag der olympische Rekord für die azurblaue Equipe bei 36 Medaillen (errungen 1932 in Los Angeles und 1960 zu Hause in Rom).
  • In der japanischen Metropole räumte Italien in der Weltsportart Leichtathletik im grossen Stil ab. Von 5xGold ragten diese 3 Olympiasiege heraus: Marcell Jacobs über 100 m, das Sprint-Quartett der Männer sowie Hochspringer Gianmarco Tamberi.

Noch mehr Erfolg mit Bällen, nicht aber mit dem Puck

Italien kann übrigens auch Tennis. Matteo Berrettini (25) stand bei den letzten 3 Grand-Slam-Turnieren stets mindestens im Viertelfinal. Das (unvollendete) Meisterstück lieferte der ATP-Siebte auf dem «heiligen Rasen» in Wimbledon ab, wo er Novak Djokovic forderte.

Eine Antithese zum Erfolgsmärchen «made in Italy» gibt es doch noch. Die Eishockeyaner beendeten die A-WM in Riga abgeschlagen als Gruppenletzter mit 0 Punkten und einer Tordifferenz von 11:41. Klar, wir sprechen von Wintersport. Und doch fand die WM heuer spät erst ab dem 21. Mai statt. Aber eben: «Un'estate italiana» hatte dann noch nicht Einzug gehalten ...

SRF zwei, sportlive, 19.09.2021 14:55 Uhr;

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Lukas Tschopp  (Nutzernamen eingeben)
    6Nations? :-)
  • Kommentar von Galvin Schmit  (Galschmit)
    Eurovision auch noch…!
  • Kommentar von Ferdi Weibel  (weibel)
    Nun ja, da braucht es sicher mehr, um als sportliche Supermacht zu gelten! Aber ja, aus italienischer Sicht ist dieser Sportsommer ziemlich erfreulich verlaufen. Im Gegensatz zur italienischen Politik und im Gegensatz zur italienischen Arbeitsmarktentwicklung. Da siehts nach wie vor rabenschwarz aus. Das Land des "sole und gelato" steht vor Herkulesaufgaben, und medienwirksame sportliche Erfolge lösen diese Probleme nicht.
    1. Antwort von Josef Graf  (Josef Graf)
      Herr Weibel, Italien hat sich aufgrund der schrecklichen Erfahrungen mit der Corona-Pandemie zu einem Musterknaben in Sachen Massnahmen gegen diese entwickelt. In diesem Punkt sieht die Politik dort alles andere als rabenschwarz aus, und die Bevölkerung hat geschlossen mitgezogen. Da könnte sich die ach so "tolle" Schweiz eine grosse Scheibe abschneiden, ohne hochmütig so zu tun, als hätte man hier alle Probleme im Griff.
    2. Antwort von Dieter Hansen  (Dieter H.)
      @Weibel: das ist eine typische schweizerische Unart. Man kann sich einfach nicht über Erfolge Anderer freuen und muss alles stark relativieren oder Negatives ohne Bezug zum eigentlichen Thema wälzen.
    3. Antwort von Alexander Loistl  (Alexander L.)
      Das Wirtschaftswachstum in Italien beträgt für dieses Jahr 4,2% und prognostiziert für 2022 sogar 4,4%. Damit zählt Italien zum oberen Viertel in Europa. Die Arbeitmarktentwicklung ist dementsprechend ebenfalls positiv. Die politische Situation unter der Regierung Draghi ist so stabil wie schon lange nicht mehr. Sogar Reformen sind derzeit möglich in Italien. Ach ja, und auch die Corona-Impfquote von 66/73% lässt sich innerhalb von Europa durchaus sehen.
    4. Antwort von Luciano Pau  (Luciano)
      " Das Land des "sole und gelato" steht vor Herkulesaufgaben " Dieser Spruch hat auch mein Urgrossvater gehört! Top 10 Länder der Welt mit dem größten Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den Jahren 2020 bis 2026. Italien ist an der 6. Stelle. Ciao
    5. Antwort von Ferdi Weibel  (weibel)
      Danke für die Feedbacks. Bei Durchimpfung ist Italien lediglich Mittelfeld. Etwas besser als die Schweiz. Darum will Italien nun nachbessern, indem alle Arbeitnehmer impfen MÜSSEN! Dazu, Italien wäre ohne die Corona-Austerität und die EU-Hilfsgelder längst bankrott. Aber hier geht es um Sport. Ich vergönne niemand die hart erarbeiteten sportlichen Erfolge. Schreibe ich negatives ohne Bezug? Vielleicht. Nur, bringt die aktuelle Erfolgshysterie meine Meinung nach dem Land nicht wirklich etwas.
    6. Antwort von luca de angelis  (lucadeangelis)
      @weibel, meiden sie doch einach die italienischen erfolge und gut ist sonst bleiben sie einfach mit ihren kommentaren beim thema