2 Spiele in 14 Stunden: «Die harte Realität im Frauen-Eishockey»

Das geht in die Beine: Ein Spiel am Samstagabend, eine lange Fahrt, höchstens 6 Stunden Schlaf, ein Spiel am Sonntagmorgen. Die Thuner Eishockeyanerinnen haben ein hartes Wochenende vor sich.

Lara Escudero Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bomo-Topskorerin Lara Escudero Hier im Einsatz mit der französischen Nationalmannschaft. EQ

Hätte ein Männerteam einen solchen Spielplan, wäre der Aufschrei gross: Die Spielerinnen des NLA-Klubs EV Bomo Thun spielen

  • am Samstag um 20:15 Uhr in Neuenburg und
  • am Sonntag um 09:30 Uhr in Weinfelden.

Zwischen dem geschätzten Spielende am Samstag und dem Puckeinwurf am Sonntag liegen also maximal 11 Stunden. Und eine 200-km-Fahrt.

Frauenförderung nur ein Lippenbekenntnis?

«Das ist die harte Realität im Frauen-Eishockey», sagt Bomos Sportchef Roger Rensch. «Gegen aussen wird immer von Förderung gesprochen. Aber statt ‹top of the list› sind wir eher ‹bottom of the list›».

Das Team wird direkt nach der Partie von Neuenburg nach Weinfelden aufbrechen. «Wir hoffen, dass unsere Spielerinnen spätestens um 01:00 Uhr schlafen gehen können», so Rensch.

«  Das ist auch ein Charaktertest für das Team »

Roger Rensch
TK-Chef Bomo Thun

Der Trost für die Thunerinnen vor dem wichtigen Playoff-Direktduell gegen Weinfelden: Die Thurgauerinnen müssen ebenfalls am Samstagabend ran, wenn auch «nur» in Zürich.