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Schiri-Chef Reiber bestätigt Weil er die Kontrolle verlor: «Corvis Siegtor war regulär»

Die Schiedsrichter haben beim umstrittenen Penalty des Davosers richtig entschieden – sagt der Schweizer Hockeyverband.

Die Erklärung von Schiedsrichter-Chef Reiber

Als Enzo Corvi mit dem 10. Penalty seine Davoser zum Sieg über Rapperswil schoss, war die Aufregung beim Aufsteiger gross. Corvi hatte die Scheibe auf halber Strecke verloren und war dann umgekehrt, um den Puck anschliessend im Lakers-Gehäuse unterzubringen.

Video
So wertet Lars Weibel Corvis Penalty
Aus Sport-Clip vom 30.10.2018.
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«Meiner Meinung nach muss sich der Spieler nach vorne bewegen», reklamierte der geschlagene Rapperswil-Keeper Melvin Nyffeler. Auch die SRF-User waren sich alles andere als sicher:

Daraufhin entbrannte eine Kontroverse: War Corvis Penalty tatsächlich regelkonform? Im Regelbuch des Schweizer Eishockeyverbandes heisst es:

Der Feldspieler darf die gesamte Breite des Spielfeldes nutzen, solange er sich mit dem Puck kontinuierlich vorwärts oder seitwärts in Richtung des Tores bewegt.
Autor: Regel 177 X.

Es kann durchaus argumentiert werden, dass Corvi sich nach dem Scheibenverlust weder vor- noch seitwärts bewegte. Dies spielt in diesem Szenario aber keine Rolle, denn: Die obige Regel setzt voraus, «dass der Spieler den Puck stets unter Kontrolle hat», so Schiedsrichter-Chef Brent Reiber. Daher komme folgende Sonderregel zum Zug:

Wenn der Feldspieler den Puck verliert oder hinfällt, der Puck aber in einer kontinuierlichen Vorwärtsbewegung oder Seitwärts- bleibt, kann er ihn wiederaufnehmen und den Penaltyschuss in üblicher Weise fortsetzen.
Autor: Regel 177 XII.

Wenngleich es im Absatz XII nicht explizit erwähnt wird: Verliert der Spieler die Kontrolle, muss sich nur noch der Puck vor- oder seitwärts bewegen. «Dies war bei Enzo Corvis gestrigem Penalty der Fall, daher war das Tor korrekt», erklärt Reiber.

Brent Reiber

Brent Reiber
Legende: Freshfocus

Der Schiedsrichter-Chef des Schweizerischen Eishockeyverbands arbeitete von 1997-2014 als Profi-Schiedsrichter in der NLA.

Sendebezug: SRF zwei, eishockeyaktuell, 30.10.2018, 22:30 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Elias Meier-Vogt  (Elias Meier-Vogt)
    Dieser Akzent wird noch Kult!
  • Kommentar von Henä Hauerter  (Houi)
    Sollte man mit den Spielern einüben, bringt die Goalis durcheinander..
  • Kommentar von Josef Graf  (Josef Graf)
    Jetzt wird erstmals auch die Regel 177 XII. erwähnt, die ja genau auf den Fall passt, weil der Spieler den Puck (für einen Moment) verloren hatte. Leider fehlte diese zusätzliche Regel im Artikel mit der Umfrage. Natürlich sieht es damit ganz anders aus. Wenn man diese Zusatzregel kennt, gibt es nämlich gar nichts auszulegen oder zu diskutieren. Und die SRF-User wären nicht so unsicher gewesen. Was lerne ich daraus? In Zukunft versuche ich selber, die Regeln zu suchen und zu lesen.