Berra zu Fehlgriff: «Wer nie im Tor stand, hat keine Ahnung»

Reto Berra hat im verlorenen WM-Startspiel gegen Kasachstan einen Treffer von der gegnerischen blauen Linie kassiert. Das Gegentor sieht auf den ersten Blick wie ein kapitaler Bock aus. Eishockey-Experten relativieren.

Mit dem ungewöhnlichen Treffer kamen die Kasachen in Unterzahl kurz nach Spielhälfte zurück ins Spiel. Roman Sawtschenko konnte sich als Torschütze feiern lassen.

«Wer nie in einem Tor stand, hat keine Ahnung», verteidigte sich Berra nach der Partie. «Es sieht doof aus, aber solche Schüsse sind eigentlich recht schwierig zu halten. Der Puck stellte sich auf und flog in einer Wellenbewegung. Das haben schon viele Goalies erlebt. Natürlich muss ich den Gegentreffer trotzdem auf meine Kappe nehmen.»

Experten nehmen Berra in Schutz

Ähnlich äusserten sich die SRF-Experten: Mario Rottaris wies darauf hin, dass die schwarzen Pucks in einer gewissen Höhe vor der schwarzen Kulisse schwierig zu sehen seien. Auch Studiogast Reto Suri meinte: «Es kommt vor, dass ein Torhüter einen Puck wegen des Lichts kurz aus den Augen verliert.» Erschwerend kam hinzu, dass Sawtschenkos Schuss von Lino Martschini noch leicht abgelenkt worden war.

«  Das habe ich persönlich noch nie erlebt. »

Patrick Fischer
Headcoach Schweizer Nati

Einzig in der gewichtigsten Stimme, nämlich in jener des Headcoaches, schwang ein Hauch Kritik mit: «Dieses Gegentor, das wir erhalten haben: Das habe ich persönlich noch nie erlebt, dass wir im Powerplay von hinter der blauen Linie ein Tor kassieren. Das ist speziell.»

Antwort mit Glanzparade

Dass ihn der Aussetzer nicht aus dem Konzept brachte, bewies Berra nur kurze Zeit später, als ihm eine Glanzparade gelang. In extremis verhinderte er die Führung der Kasachen. Diese Parade sei wichtig gewesen, sagte Berra nach dem Spiel. «Eigentlich haben wir auf ein Tor gespielt. Darum ist es eine bittere Niederlage.»

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Reto Berra mit einem «Big Save»

0:36 min, vom 7.5.2016

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