Startsieg gegen Kasachstan – für die Schweiz ein Fluch

Mit einem Sieg im Startspiel gegen Aussenseiter Kasachstan könnte für die Schweiz am Samstagvormittag in Moskau die WM perfekt beginnen. Und doch birgt genau ein solches Erfolgserlebnis Gefahr.

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2012: Start nach Mass gegen Kasachstan – ein trügerischer

5:16 min, aus sportaktuell vom 5.5.2012

Wie haben sich die Schweizer bei ihren letzten WM-Auftritten jeweils im Auftaktspiel geschlagen? 7 Mal siegreich seit 2006 – sagen die nüchternen Zahlen Doch konnte die Nati diesen Anfangsschwung auch mitnehmen?

Wir haben in der Statistik geblättert und die jeweils erste Gruppenpartie der letzten 10 WM-Turniere unter die Lupe genommen. Wer sich daran klammert, der sehnt sich nicht zwingend nach einem Erfolgserlebnis beim ersten Prüfstein gegen Aufsteiger Kasachstan.

  • Denn im Jahr 2012 kam die Schweiz in Helsinki zu einem leichtfüssigen 5:1 im 1. Gruppenspiel gegen Kasachstan, das schon damals wieder neu der Top-Division angehörte. Es folgte sogar noch ein 3:2 über Weissrussland – und dann der brutale Absturz. Die Auswahl von Headcoach Sean Simpson verlor ihre folgenden 5 Matches und belegte Schlussrang 11. Es ist dies die schlechteste Klassierung seit 1998 und der erneuten Zugehörigkeit zur A-Gruppe. Darum: bitte kein Déjà-vu!
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TV-Hinweis

TV-Hinweis

Verfolgen Sie den 1. Auftritt der Schweizer am Samstagvormittag gegen Kasachstan live bei SRF zwei und im Ticker mit Stream (srf.ch/sport). Wir zeigen Ihnen die Partie ab 11:00 Uhr.

Es gibt aber auch Fakten, die Mut machen:

  • So war die Nati seit 2007 geradezu prädestiniert für die Startaufgabe. 7 Mal in Serie fegte sie den Gegner vom Eis. Immerhin 4 Mal schaffte sie danach die Viertelfinal-Qualifikation.
  • Bei der bisherigen Sternstunde der Neuzeit, dem Gewinn der WM-Silbermedaille 2013, standen die Schweizer von Beginn weg auf der Höhe ihrer Aufgabe und konnten das Niveau bis zum Schluss halten. Der 3:2-Coup über Gastgeber Schweden dank Toren von Matthias Bieber, Nino Niederreiter und Ryan Gardner wirkte in jenem Fall stimulierend.
  • Ein Fehlstart kann ausgemerzt werden. So kam man im Vorjahr gegen Österreich (3:4 n.P.) nicht wie erhofft aus den Startlöchern. Die Schweiz kriegte dennoch die Kurve. Nach dem doppelt verpassten Viertelfinal-Vorstoss 2014 bei Olympia und dem WM-Turnier schaffte sie es wieder in die Top 8.

Dann gibt es 2 weitere hoffnungsvolle Beispiele, die sich auf die Zusammenstellung des Kaders (aktuell mit 9 Debütanten) berufen.

  • 2010 hatte Neuling Sean Simpson 21 Absagen hinnehmen müssen. Dem Team startete ohne Kredit – und schrammte in Mannheim nur knapp an den Halbfinals vorbei.
  • Drei Jahre später, mit 7 WM-Neulingen und einer vermeintlich geschwächten Equipe, resultierte WM-Silber.

So ist die Schweiz in die letzten 10 WM-Turniere gestartet

Jahr
Startspiel
Klassierung am Ende
20153:4 (n.P.) gg. Österreich
8. Rang
20140:5 gg. Russland
10. Rang
20133:2 gg. Schweden
WM-Silber
20125:1 gg. Kasachstan
11. Rang
20111:0 (n.V.) gg. Frankreich
9. Rang
20103:1 gg. Lettland
5. Rang
20091:0 gg. Frankreich
9. Rang
20084:1 gg. Frankreich
7. Rang
20072:1 gg. Lettland
8. Rang
20062:2 gg. Slowakei
9. Rang
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Nati fiebert 1. Spiel gegen Kasachstan entgegen

1:53 min, aus sportaktuell vom 6.5.2016

Sendebezug: Laufende Berichterstattung zur Eishockey-WM