Sbisa in Vegas: Skorpione statt Dauerregen

Eishockeyprofi in der Wüstenstadt: Luca Sbisa hat bei den Vegas Golden Knights aufregende Wochen hinter sich. Auch wenn das Attentat am Strip einen langen Schatten wirft, ist der Zuger mit seiner Situation rundum zufrieden. Das heisst, fast.

Besser hätte das 1. Heimspiel in der Geschichte der Vegas Golden Knights nicht laufen können. Die neue NHL-Franchise schickte Arizona mit einem 5:2 aus der vollgepackten T-Mobile-Arena.

«Es war ein top Abend. Die Stimmung war unglaublich und das Spiel sehr speziell», freute sich Luca Sbisa danach in der Kabine der Knights. Der Premieren-Auftritt passt zum allgemeinen Befinden Sbisas. Der Zuger kommt ins Schwärmen, wenn er von seinem neuen Arbeitsort – nach Philadelphia, Anaheim und Vancouver seinem 4. in der NHL – spricht.

«  In Vancouver hat es nur geregnet. »

Luca Sbisa

«Vegas ist top und das Wetter unglaublich! Ich kann jeden Tag mit den Flipflops und im T-Shirt zum Training fahren», erzählt der 27-Jährige, der mit seiner Frau und dem kleinen Nolan 15 Minuten ausserhalb des Zentrums ein Haus bezogen hat. «In Vancouver, auch einer schönen Stadt, hat es nur geregnet und es war grau. Hier wacht man am Morgen auf, sieht den blauen Himmel und die Sonne, und hat sofort Energie.»

Als hätte es die Knights schon immer gegeben

Seit rund einem Monat ist Sbisa in Nevada. Die letzten Wochen waren aufregend. Nicht zuletzt wegen dem Attentat am 1. Oktober mit 58 Toten und über 500 Verletzten. Sbisa war am Freitag mit seiner Frau am Musik-Festival, am Sonntag kam es zum Massaker. «Ich habe jetzt schon ein etwas mulmiges Gefühl, wenn ich zum Beispiel an eine Show will», erzählt er.

«  Ich bin kein Gambler. »

Luca Sbisa

Die zusammengewürfelte Mannschaft der Golden Knights hat dieses schreckliche Ereignis offensichtlich gut verarbeitet. Die ersten 3 Saisonspiele wurden alle gewonnen. Auch dank dem Schweizer Verteidiger, der schon 488 NHL-Partien bestritten hat. «Sportlich passt es. Ich spiele viel – auch in den Special-Teams.» Die Knights seien bereits eine verschworene Einheit. «So als würden wir schon ewig zusammen spielen.»

Das neue Haus mit dem einen Makel

Am berühmt-berüchtigten Strip, der Casino-Meile von Las Vegas, ist Sbisa nicht oft. «Ich bin kein Gambler», sagt der Zentralschweizer. Dennoch hat Sbisa in der Stadt der Glücksritter sein Glück gefunden.

Perfekt ist dieses dann aber doch nicht ganz. «In und um unser Haus gibt es viele Skorpione. Um die 20 habe ich einmal gezählt. Das hat man uns vor dem Umzug nicht gesagt», ärgert sich der Schweizer. Ein Kammerjäger musste einschreiten. Sbisa hofft, dass sich die Situation rasch bessert. Denn auf ein solches Full House kann die Familie gut verzichten.

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Stark und bewegend: Der erste Heimauftritt von Las Vegas

0:55 min, vom 11.10.2017

Sendebezug: Radio SRF 3, Morgenbulletin, 11.10.2017, 06:30 Uhr