Von All-Stars, Alt-Stars und Schweizer Gastgebern

Am Sonntagabend findet das 61. NHL All-Star Game in Nashville statt. Der Schweizer Roman Josi ist mittendrin statt nur dabei. Und: Die ersten Eklats sind auch schon da.

Das Eishockey-Spektakel des Jahres steht unmittelbar davor. Mit Roman Josi darf auch ein Schweizer die Schlittschuhe für das Spiel der Besten schnüren. Für Zündstoff ist bereits gesorgt: Einer will nicht spielen, den Anderen wollte man nicht spielen lassen.

Die grosse Hockey-Show: Das All-Star-Game

1:15 min, aus sportpanorama vom 31.1.2016

Das Spiel

Das jährlich stattfindende All-Star Game ist eine freundschaftliche Begegnung der besten und populärsten Spieler der NHL. 2016 findet die 61. Auflage in der Bridgestone Arena in Nashville bei den Predators statt – wodurch Josi also Heimvorteil geniesst.

Der Modus

Jede der vier Divisionen tritt mit einem 11 Spieler grossen Kader an. Dieser setzt sich zusammen aus 10 von der NHL gewählten Spieler sowie dem Captain, welcher per Zuschauervotum gewählt wurde. In zwei Halbfinals (Atlantic – Metropolitan und Central – Pacific) werden die Finalisten ermittelt. Jedes Spiel dauert 20 Minuten und wird – in Anlehnung an den neuen Overtime-Modus der NHL – im 3 gegen 3-Format ausgetragen.

Roman Josi, «Gastgeber» am All-Star-Weekend

3:12 min, aus sportpanorama vom 31.1.2016

Der Schweizer und die Gastarbeiter

In seinem Heimstadion in Nashville mitwirken darf auch Roman Josi. Er erhielt als Topskorer der Predators eine Einladung ans All-Star Game. Nach Mark Streit (2009) und Jonas Hiller (2011) ist Josi der dritte Schweizer, welchem diese Ehre zuteil wird.

Nebst Josi partizipieren in diesem Jahr noch weitere NHL-Cracks, welche dem Schweizer Hockey-Fan bekannt sein dürften: Dabei sind auch die ehemaligen Lockout-«Feriengäste» John Tavares, Cory Schneider, Patrice Bergeron, Patrick Kane und Tyler Seguin.

Einer wollte unbedingt...

Noch bevor die Organisatoren in Nashville mit den Vorbereitungen hatten beginnen können, nahmen zwei Eklats auf den sozialen Medien überhand: Die Zuschauer hatten sich bei der Wahl des Captains der Pacific Division für den Arizona Coyotes-Stürmer John Scott entschieden. Angesichts der Kennzahlen Scotts (289 NHL-Spiele, 11 Skorerpunkte, 564 Strafminuten) also eine mehr als überraschende Wahl, welche die NHL als Affront verstand.

Auf den Versuch der NHL, dem Aggressor Scott die Teilnahme auszureden und einem ominösen Transfer reagierte die Online-Community erbost. Schliesslich lenkte die NHL ein, Scott wird am All-Star Game teilnehmen.

... der Andere auf keinen Fall

Die zweite Kontroverse stellt sich gerade gegenteilig dar: NHL-Altstar Jaromir Jagr wurde von den Fans zum Captain der Atlantic Division auserkoren – trotz dessen Bitte, dies nicht zu tun. 3 gegen 3 zu spielen sei in seinem Alter tödlich. Dennoch fungiert der 43-jährige Tscheche nach wie vor auf der Liste der Teilnehmer. Fakt ist: Nimmt Jagr nicht teil, straft ihn die NHL mit einer Spielsperre in der Regular Season ab.

Mit Alexander Owetschkin fällt der gewählte Captain der Metropolitan Division aus. Der Russe hatte nach dem Spiel seiner Washington Capitals gegen Philadelphia den verletzungsbedingten Verzicht bekannt gegeben.

Sendebezug: Radio SRF 3, Morgenbulletin, 28.01.2016, 08:30 Uhr.