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National League Ambri - Zug: Verkehrte Gefühlswelten am Gotthard

Die Positionen am Gotthard waren in der Vergangenheit bezogen. Die Hierarchie schien in die Felsen gemeisselt: Hier der EV Zug, Dauergast im Playoff-Halbfinal. Da Ambri-Piotta, beliebt wie immer, aber mit der Stammplatzgarantie für die Playouts. Tempi passati.

Ambri-Spieler jubeln.
Legende: Überraschung Ambris Spieler hatten in dieser Saison bislang mehr Grund zum jubeln als die Zuger. EQ Images

Die Leventiner sind zwar auch in dieser Saison dank der treuen Anhängerschaft in der Fremde stets willkommen. Doch ausser dem Kassier macht im Vorfeld kaum mehr jemand Freudensprünge. Ambri steht auf Rang 3, die Playoff-Quali ist Formsache.

Die Zuger dagegen sind die Enttäuschung der Saison. Platz 8 kann nur noch mit einer stolzen Siegesserie erreicht werden. Am Samstagabend steigt in der Leventina das Direkt-Duell.

Klassenerhalt statt Playoff

Das Saisonziel des EVZ wurde vor genau einem Monat durch die Klub-Leitung vorsichtshalber schon mal revidiert: Ligaerhalt statt Playoffs. Eine etwas seltsam anmutende Vorgehensweise. «Es war nicht ganz einfach», umschreibt Topskorer Reto Suri die Situation. Aber es habe Druck von der Mannschaft und vor allem von den jungen Spielern genommen. «Es war der richtige Schritt.»

Reto Suri.
Legende: Vorkämpfer Reto Suri glaubt noch an die Playoff-Teilnahme. Keystone

Immerhin: Die Bilanz ist mit 4 Siegen aus 7 Spielen seither positiv, der Rückstand auf Rang 8 beträgt aber 10 Runden vor Schluss noch immer 11 Punkte. Doch Suri sagt: «Wir glauben noch an die Playoffs. Ich habe mit den Lakers zweimal den Abstiegskampf durchgemacht. Es ist keine schöne Zeit.»

Ambri siegt auch ohne zu überzeugen

Die schlechten Resultate erklärt sich Suri mit «vielen kleinen Faktoren, die nicht zusammenpassten». Man habe der Verjüngung des Teams Tribut gezollt, mit den Ausländern sei nicht alles optimal gelaufen und die Leader hätten vor allem zu Beginn nicht überzeugt. Die ewige Torhüter-Diskussion (bereits 5 eingesetzte Keeper) vereinfachte die Lage nicht. Suri meint: «In einer solchen Saison bleibt man vor nichts verschont.»

Reto Kobach.
Legende: Alles unter Kontrolle Reto Kobach trägt zur stabilen Defensive von Ambri bei. Keystone

Eine spezielle Spielzeit erlebt auch Ambri, aber in positiver Hinsicht. Nach dem starken Monat Oktober (9 Siege) wartete die Hockey-Schweiz auf den Einbruch der «Biancoblù» - vergebens. «Wir gewannen Matches, in denen wir nicht besser waren und nicht gut gespielt haben», ordnet Verteidiger Reto Kobach den Höhenflug ein. «In den vergangenen Jahren haben wir diese Spiele verloren.»

Auch Ambri hat ein «Torhüter-Problem»

Erfolg führt zu gesteigertem Selbstvertrauen. Und von jenem leben die Leventiner. Auch das Innenleben der Mannschaft sei intakt, der Zusammenhalt gut, so Kobach. «Jeder akzeptiert seine Rolle im Team.»

Zwar gibt es auch in Ambri Torhüter-Diskussionen. Die Frage ist aber, wen denn Trainer Serge Pelletier einsetzen soll: Sowohl Sandro Zurkirchen wie auch Nolan Schaefer weisen eine Abwehrquote von über 93 Prozent auf. Es sind Probleme, die sich Zug nur wünschen kann.