Der Bär muss im Endspurt Tempo aufnehmen

Dem SC Bern droht, als erster Meister die Playoffs zu verpassen. Noch bleiben den «Mutzen» 4 Partien, um Lausanne abzufangen und den Aufsteiger in die Platzierungsrunde zu verbannen.

Video «Eishockey: Meister Bern unter Druck (25.02.14)» abspielen

Der Meister unter Druck (25.02.14)

1:57 min, vom 25.2.2014

Zu lange sonnte sich der Berner Bär gemächlich im Lichte des letztjährigen Meistertitels. Doch der Pokal hat seine Strahlkraft längst verloren. 4 Runden vor Ende der Qualifikation belegt Bern nur Rang 9. Erstmals seit Einführung der Playoffs (1985/86) könnte ein Meister die K.o.-Phase verpassen.

Verstärkungen für die finale Quali-Phase

Damit es nicht so weit kommt, schaute sich der Liga-Krösus in der gut dreiwöchigen Olympia-Pause nach Verstärkungen um. Von Lugano stiess Glen Metropolit nach Bern und aus Linköpig holte man den schwedischen Verteidiger Daniel Grillfors in die Bundesstadt. Zudem kehrte Franco Collenberg von den Lakers zum SCB zurück.

Collenberg, Metropolit und Grillfors (von links) sollen den Meister vorwärts bringen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Verstärkungs-Trio Collenberg, Metropolit und Grillfors (von links) sollen den Meister vorwärts bringen. Reto Fiechter/IMS Sport AG

Was die Neuen taugen, muss sich erst weisen. In den 3 Testspielen gegen Jekaterinenburg (1:4), LEV Prag (1:5) und HK Örebro (2:2) trat immerhin Metropolit mit 2 Assists positiv in Erscheinung.

Nebst diesen wenig erfolgreichen Tests wurde die Olympia-Pause auch genutzt, um den «Kopf zu lüften», wie Goalie Marco Bürer sagt. «Das war enorm wichtig, denn diese Saison ist im mentalen Bereich sehr anstrengend.»

Der SCB im Vorteil

Berns Ausgangslage ist aber nicht so düster, wie es der erste Blick auf die Tabelle erscheinen lässt. Der SCB liegt nur einen Punkt hinter den achtplatzierten Lausannern und hat zudem ein Spiel weniger ausgetragen. Und während der LHC noch gegen Zug, Ambri und Gottéron antreten muss, scheint das Restprogramm des Meisters mit den Lakers, Biel, Freiburg und den ZSC Lions etwas einfacher.

Dazu kommt, dass Lausanne kein einziges Heimspiel mehr hat. Bedenkt man, dass die Waadtländer mehr als zwei Drittel ihrer Punkte vor heimischem Anhang gewonnen haben, ist auch dies kein Vorteil für den Aufsteiger.

«Wir haben es selbst in der Hand», sagt SCB-Sportchef Sven Leuenberger. Bern hat den Vorteil, aber auch den Druck. An das mögliche Verpassen der Playoffs will an der Aare niemand denken. «Wir versuchen, alles rundherum auszublenden», so Leuenberger.

Das Restprogramm im Strichkampf

6. Ambri (75)ZSC (h)Lugano (h)Lausanne (h)Biel (a)
7. Genf (72)Kloten (h)Freiburg (a)Biel (h)Lakers (a)
8. Lausanne (68)Zug (a)Ambri (a)Freiburg (a)
9. Bern (67)Lakers (h)Biel (a)Freiburg (h)ZSC (a)
10. Zug (60)Freiburg (h)Lausanne (h)Lugano (a)Lugano (h)