Fribourg - Vorwärts Richtung Titel

Nach einer Saison der vielen Höhepunkte und der Ernüchterung ganz zum Ende strebt Fribourg weiterhin den ersten Titel der Klub-Geschichte an. Mit einem veredelten Kader soll die Sehnsucht an der Saane gestillt werden.

Viel besser gings nicht. Das Jubiläumsjahr (75 Jahre) des Klubs war sportlich überzeugend und emotional befeuernd. Die Eckpunkte bildeten der gelungene Auftritt beim Spengler Cup, der Qualifikations-Sieg und die 4. Playoff-Final-Teilnahme. Es fehlte nur die Krönung in Form des Titels.

«Es wird schwierig, besser abzuschneiden als im letzten Jahr», versucht Trainer Hans Kossmann die stetig steigenden Erwartungen auf ein für ihn und die Mannschaft ertragbares Level herunterzuschrauben.

Wertvolle Erfahrungen

Bislang legte der Schweiz-Kanadier seit seiner Ankunft 2011 mit seinem Team einen Steigerungslauf hin. In seiner Premieren-Saison an der Saane – zugleich auch die Feuertaufe als Headcoach – resultierte Quali-Rang 3 und der Playoff-Halbfinal. Im letzten Jahr der erwähnte Quali-Sieg und die Final-Teilnahme. Nun der so lang ersehnte 1. Titel-Gewinn der Klub-Geschichte?

«Alles beginnt bei null», sagt Kossmann und betont, dass man ausser den Erfahrungen aus den letzten beiden Jahren nichts in die neue Spielzeit mitnehmen könne. Doch genau dies sei von grossem Wert, sagt Kossmanns verlängerter Arm auf dem Eis, Captain Sandy Jeannin. «Nun heisst es weiterzuarbeiten und besser zu werden», fordert der 37-Jährige.

Vorwärts mit Monnet

Die Chancen auf eine weitere erfolgreiche Saison stehen gut. Der Kader ist breiter geworden und qualitativ noch höher einzuschätzen. In der Offensive verliessen ehrliche Arbeiter (Jan Cadieux, Cédric Botter, Mike Knoepfli) und ein unberechenbarer Skorer (Simon Gamache) den Klub. Doch die Zuzüge Marc-Antoine Pouliot (Ka/Biel), Antti Miettinen (Fi/Winnipeg) und vor allem Nationalstürmer Thibaut Monnet (ZSC Lions) machen die Offensive noch besser, noch spektakulärer.

In der Verteidigung hinterlässt Heisssporn Shawn Heins nach 7 Saisons eine Lücke. In die Rolle des Kanadiers soll Timo Helbling (von Zug) schlüpfen. Zudem konnte mit Anthony Huguenin ein junger, hoffnungsvoller Spieler von Biel geholt werden. Viele Experten titulieren Fribourg als Transfersieger – Kossmann entgegnet nur: «Namen sind schön. Aber am Schluss zählt nur die Leistung.»

Alles ist angerichtet

Als Minimalziel bezeichnet Klub-Präsident Charles Phillot das Erreichen der Playoffs. Doch klar ist: Es «darf» besser abgeschnitten werden als letzte Saison. «Alle wollen Meister werden. Man spielt, um Meister zu werden», so Kossmann. Im April sei man nahe dran gewesen. «Aber zum jetzigen Zeitpunkt sprechen wir nicht vom Titel.»

Die Fans werden es tun. Alle 5200 Dauerkarten sind verkauft. Mit dem Schweizer Paradeblock Julien Sprunger, Andrej Bykow und Benjamin Plüss hat der Klub vorzeitig verlängert. Alles scheint angerichtet. Und Kossmann ringt sich zu den Worten durch: «Ich habe das Gefühl, dass wir besser sind als letztes Jahr.»