HC Lausanne: Der Aufsteiger schnuppert an der Sensation

Dass der HC Lausanne als Aufsteiger bis zum Saisonende um einen Playoff-Platz spielt, konnte vor der NLA-Saison nicht erwartet werden. Für Sportchef Jan Alston ist der intakte Teamgeist der Hauptgrund für den Erfolg.

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Bildlegende: Mit oder ohne Playoffs Jan Alston kann mit dem HC Lausanne auf eine zufriedenstellende Saison zurückblicken. Keystone

«In unserer vielversprechenden Situation versuchen wir natürlich alles Mögliche, um die Playoffs doch noch zu erreichen», gibt sich Jan Alston, Sportchef des HC Lausanne, kämpferisch. «Aber auch wenn es nicht reichen sollte, können wir mit unserer ersten NLA-Saison absolut zufrieden sein.»

Starker Saisonstart

Das mehrheitlich unerfahrene Team, das von Heinz Ehlers und John Fust betreut wird, war mit wenig Kredit in die Spielzeit gestartet. Doch dank eines starken Saisonstarts mit 4 Siegen in den ersten 5 Spielen schaffte sich der Aufsteiger eine Basis, die ihn durch die gesamte Qualifikation trug.

«Wir haben einfach eine tolle Truppe zusammen», sieht Alston einen der Gründe für den Erfolg. «Es steckt kein Geheimnis hinter unserer guten Saison, die Spieler und die Trainer arbeiten einfach jeden Tag unglaublich hart.» Man trete als Einheit auf, ist der langjährige NLA-Spieler voll des Lobes.

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Jan Alston

Jan Alston

Der am 14. April 1969 in Quebec geborene Jan Alston spielte insgesamt während 13 Jahren in der Schweiz, die längste Zeit davon bei den ZSC Lions (2001-2010). Mit den Zürchern wurde er 2008 Schweizer Meister. Seit dem Ende seiner Profi-Karriere im Sommer 2011 ist der kanadisch-schweizerische Doppelbürger als Sportchef des HC Lausanne tätig.

Drittbeste Abwehr der Liga

Vor allem die Defensive ist das Prunkstück der Waadtländer. Die Spieler rund um den schweizerisch-französischen Torhüter Cristobal Huet, den Alston als «Herz und Seele unserer Mannschaft» bezeichnet, haben bislang erst 112 Gegentore zugelassen. Das ist der drittbeste Wert in der gesamten NLA.

Glücksgriff Hytönen

Wie kommt es, dass ein Aufsteiger dermassen gut mithalten kann? «Es gehört natürlich auch etwas Glück dazu, dass man die richtigen Spieler verpflichtet», gibt sich Alston bescheiden. «Man führt mit interessanten Spielern lange Gespräche und entscheidet dann, ob sie zum Klub passen oder nicht.»

Offensichtlich perfekt gepasst hat Juha-Pekka Hytönen. Der finnische Stürmer, der vor der Saison neu verpflichtet worden war, ist mit 14 Toren und 21 Assists der Topskorer des Teams. Auch die anderen Ausländer Oliver Setzinger (Ö), Colby Genoway (Ka) oder Daniel Bang (Sd) skorten regelmässig.

Von NLB in die NLA - ein grosser Schritt

Doch Alston zeigt sich auch von anderen Spielern angetan: «Caryl Neuenschwander und John Gobbi beispielsweise sind eine grosse Stütze geworden. Und auch die jungen Spieler, die von der NLB in die NLA aufgestiegen sind, haben ihr Niveau stark verbessern können.» Klar sei aber auch, betont der 43-Jährige, dass «noch viel Arbeit bleibt, wenn wir auch im nächsten Jahr erneut einen Schritt nach vorne machen wollen».

Alle Vorteile beim SCB

Ob es den Lausannern für die Playoffs reicht, hängt allerdings in erster Linie vom SC Bern ab. Wenn der Meister die letzten drei Saisonspiele gegen Biel (a), Freiburg (h) und die ZSC Lions (a) gewinnt, dann ist der Zwei-Punkte-Rückstand so oder so nicht aufzuholen. Die Waadtländer ihrerseits müssen noch in Zug, Ambri und Freiburg antreten.