Kloten Flyers wollen wieder höher fliegen

Kaum ein anderer Klub dürfte den Beginn der Saison so herbeisehnen wie die Kloten Flyers. Es ist das Jahr 1 nach einer Saison, die zunächst von Existenzängsten und danach von Abstiegssorgen geprägt war. Die Zeichen stehen gut, dass es in der Flughafenstadt wieder bergauf geht.

Auch wenn die Finanzen am Schluefweg weiterhin ein Thema sind, sportlich will und muss man bei den Kloten Flyers unbedingt wieder einen (grossen) Schritt nach vorne machen. Optisch wurde bereits einiges getan. Die Website erstrahlt wieder mit dem alten «EHC-Logo» und auch vor der Geschäftsstelle prangt der geflügelte Hockey-Stock aus «Vor-Flyers-AG-Zeiten». Mit Rückbesinnung auf die Wurzeln in eine bessere Zukunft, scheint das Motto zu lauten.

Gerber ersetzt Rüeger

Die sportlichen Voraussetzungen dafür hofft man in der Sommerpause geschaffen zu haben. Mit Keeper Martin Gerber holte man als Ersatz für den zurückgetretenen Ronnie Rüeger einen mehr als valablen Ersatz und mit dem Kanadier Jim Vandermeer und dem Amerikaner Peter Mueller wurde zuletzt auch das Ausländer-Quartett komplettiert.

Sie ergänzen die bestandenen Micki Dupont und Tommi Santala. Auf der Minusseite der Transferbilanz steht der Abgang von Dennis Hollenstein nach Genf, der 23-jährige Stürmer gehörte in der verpatzten letzten Saison zu den absoluten Leistungsträgern.

Bei den Zielen gibt man sich zurückhaltend: «Wir wollen einen guten Job machen, gut in die Saison starten und Richtung Playoffs steuern», sagt Gerber.

Die Abwehr als Prunkstück

Prunkstück der Flyers in der neuen Saison ist die Abwehr vor Gerber mit Nationalspielern wie Patrick von Gunten, Eric Blum und Felicien Dubois. Mit dem erfahrenen Vandermeer (461 NHL-Spiele) hat man einen weiteren Akteur geholt, der für Stabilität sorgen soll.

Trotz des Abgangs von Hollenstein lässt sich auch die Offensive sehen. Angesichts von Namen wie Victor Stancescu, Matthias Bieber, Marcel Jenni, Tommi Santala oder Simon Bodenmann wirkt der Absturz der letzten Saison nach wie vor unerklärlich.

Mehr Tore, mehr Emotionen

Coach Felix Hollenstein, der letzte Saison kurz vor Ende der Qualifikation den unglücklichen Tomas Tamfal abgelöst hatte, wird gut daran tun, seinen Stürmern etwas mehr Schnörkellosigkeit und direkten Zug aufs Tor einzubläuen. Denn das Spiel der «Flieger» wirkte auch letzte Saison stets gepflegt und spektakulär – einzig die Torausbeute war mangelhaft. Nur 4 Teams schossen weniger Tore als Kloten.

Mit Hollenstein, dem «Mister Kloten» der Schweizer Hockey-Szene, dürfte auch wieder mehr Zunder ins Spiel kommen. Neben Santala und Stancescu sollen nun auch Vandermeer und Mueller den Gegner das Fürchten lernen.

Gelingt es den Flyers, diese Vorsätze in die Tat umzusetzen, werden sie wieder einen sicheren Platz in den Playoffs haben. Denn Kloten besitzt die Fähigkeiten zum Spitzenteam. Gelingt der Start in die neue Saison, dürfte der Playoff-Strich am Schluefweg kein Thema sein.