Lugano - Genf: Künstler gegen Rabauken

Wie vor Jahresfrist treffen der HC Lugano und Genf-Servette im Playoff-Viertelfinal aufeinander. Während damals die Genfer diskussionslos mit 4:1 siegten, scheint die Ausgangslage dieses Jahr offen - mit leichten Vorteilen für die Tessiner.

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Lugano-Genf: Schönste Tore der Direktduelle - und das kurligste

1:40 min, vom 26.2.2015

Defensive: Der Quali-3. Lugano wirkt etwas breiter aufgestellt. Die Abwehr ist routiniert (z.B. Julien Vauclair, Hirschi, Kparghai, Chiesa), mit Manzato und Jungstar Merzlikins verfügt der HCL über zwei starke und über die gesamte Saison gestählte Keeper. Dagegen hatte Genf, nach der Regular Season auf Rang 6, aufgrund einer Verletzungsserie massive Torhüterprobleme. Die Abwehrquote der nominellen Nr. 1, Robert Mayer, ist mit 90,6 Prozent mittelmässig. Die Verteidiger-Leistungen klaffen auseinander: Vukovic hat eine +15-, Trutmann eine -20-Bilanz.

Doppelt hält besser: Merzlikins' Siegesgeste

0:13 min, vom 26.2.2015

Offensive: Der Schweden-Sturm ist Luganos Prunkstück. Mit Pettersson und Klasen waren zwei «Bianconeri» die erfolgreichsten Quali-Skorer. Dazu kommt seit Dezember NHL-Rückkehrer Brunner. Tempo und Kombinationsspiel sind jenen des bewunderten ZSC-Angriffs ebenbürtig. Bei Servette ist die Torproduktion weniger von den Ausländern abhängig. Erfolgreichster Torschütze der «Adler» ist mit dem Ex-Luganesen Romy ein Schweizer. Ein Plus der Genfer ist die generell kompakte Formation auf dem Eis.

Trainer: Patrick Fischer hat Lugano auch in seiner 2. Saison als Headcoach die lange vermisste Ruhe gebracht. Es ist ihm auch gelungen, junge Spieler wie Calle Andersson (Sohn von Assistenzcoach Peter Andersson), Sartori oder Dal Pian zu integrieren. Fischers Hauptsorge könnte sein, die Offensive auf ausreichendes Backchecking einzuschwören. Die Cleverness von Genfs Coach Chris McSorley ist legendär. Der Kanadier scheut sich nicht, den Gegner notfalls zu provozieren. Er setzt auf eine physische Spielweise seines Teams. Diese Qualität ist in den Playoffs gefragt - sofern sie sich nicht in unnötigen Strafen niederschlägt (wie im 4. Viertelfinalspiel von 2014 mit 69 Genfer Strafminuten).

1. Duell: Genf-Lugano 3:4 n.P.

1:56 min, aus sportaktuell vom 13.9.2014

Special Teams: Lugano war mit 44 Powerplaytoren das erfolgreichste Überzahlteam der Regular Season. Alleine der im Powerplay immer wieder gesuchte Pettersson, Klasen und Filppula erzielten 27 Treffer. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Genf mit fast 20 Prozent das effizientere Überzahlspiel hat (Lugano: gut 17 Prozent). Im Boxplay sind die beiden Teams ebenbürtig - nur stechen die 9 Shorthander der Genfer heraus.

Fieberkurve: Der zwischenzeitlich auf Rang 5 zurückgefallene HC Lugano sicherte sich das Playoff-Heimrecht dank einem Quali-Schlussspurt mit 7 Siegen in 8 Spielen. In den letzten Jahren taten sich die Tessiner aber schwer, bezüglich Intensität von Quali- auf Playoff-Modus umzustellen. Der Druck, erstmals seit 2006 wieder die Viertelfinals zu überstehen, ist gross. Servette schloss die Regular Season mit drei (bedeutungslosen) Niederlagen ab. McSorley ist aber bekannt dafür, seiner Mannschaft vor wichtigen Spielen einzuheizen. Mit dem Spengler Cup haben die «Adler» in dieser Saison ja schon einen Titel gewonnen.

Lugano-Genf: Die Statistiken


HC Lugano
Genf-Servette HC
TopskorerFredrik Pettersson (69)Matt D'Agostini (37)
Bester Torschütze
Fredrik Pettersson (33)Kevin Romy (18)
Meiste Assists
Fredrik Pettersson (36)
Matt D'Agostini (23)
Skorerpunkte Verteidiger
Lorenz Kienzle (20)
Romain Loeffel (29)
Fangquote Stammgoalie
Daniel Manzato (92,80%)
Robert Mayer (90,58%)
Meiste Strafminuten
Marco Maurer (80)
Antonietti/Traber (je 41)
Beste +/- Bilanz
Alessandro Chiesa (+16)
Daniel Vukovic (+15)
Quote Powerplay
17,1 %
19,6 %
Quote Penaltykilling
84,4 %
84,2 %
Quellen: SEHV, hockeyfans

Sendebezug: SRF zwei, «sportaktuell», 24.2.15, 23:25 Uhr