Zum Inhalt springen

National League Marc Lüthi: «Ich spüre eine gewisse Ohnmacht»

SCB-CEO Marc Lüthi analysiert in der «sportlounge» die sportliche Krise seiner «Mutzen». In der angespannten Situation mit 6 Pleiten in Serie verfällt der Verantwortliche aber nicht in Aktionismus. Lieber verlässt er sich auf seinen «hundertprozentigen Glauben» an den Turnaround.

Legende: Video «Marc Lüthi – wie der CEO der SCB-Krise trotzt» abspielen. Laufzeit 12:00 Minuten.
Aus sportlounge vom 25.01.2016.

Am frühen Sonntagabend war Marc Lüthi wieder einmal der Kragen geplatzt. Die 3:4-Overtime-Niederlage seines SCB beim Schlusslicht Biel brachte das berühmte Fass zum Überlaufen. Die Hypothek auf einen Playoff-Platz beträgt einen Punkt.

Bei uns werden keine diktatorischen Entscheidungen gefällt.
Autor: Marc Lüthi

Der 54-Jährige hielt hinterher eine Gardinenpredigt in der Kabine der Berner. Über den Inhalt äussert er sich nicht, dafür über die Intention. «Es ging sicher nicht darum, die Autorität des Trainers zu untergraben», versichert er. Vielmehr wollte er den Jungs das Feeling und die Meinung der Führung klar machen.

Lüthi erklärt sein Handeln mit «meinem aktiven Führungsstil in jedem Bereich» und mit Pflichtbewusstsein. «Es ist opportun, dass die Spieler eine Zweitmeinung zu hören bekommen. Zudem bin ich wohl derjenige, der sich am meisten anhören muss von Seiten der Journalisten und Fans. Also darf ich diese Kritik auch weitertransportieren.»

In der sportlounge nimmt der SCB-Manager ausführlich Stellung zur Krise des Tabellenneunten und weicht dabei auch kritischen Fragen nicht aus.

Marc Lüthi über:

  • ... die weit verbreitete Meinung, er sei machtbesessen:
    «Ich bin weder die mächtigste Person im ganzen Klub noch sonst irgendetwas. Bei uns bestimmt der Verwaltungsrat die strategischen Ausrichtungen. Ich habe noch selten bis nie etwas gemacht, ohne dass der Präsident dieses Gremiums involviert gewesen wäre.»
  • ... den Eindruck, dass der Rest seines Personals ihm vor allem diene:
    «Das ist eine Unterstellung und fast eine Beleidigung für alle Mitarbeiter, die ihren Job hervorragend machen. Bei uns werden keine diktatorischen Entscheidungen gefällt. Vielmehr funktioniert unser Unternehmen wie jedes andere.»
Legende: Video «Lüthi zu seiner Gemütslage: «Es geht sehr, sehr nah»» abspielen. Laufzeit 0:33 Minuten.
Vom 25.01.2016.
  • ... seine Gemütslage nach 6 Niederlagen:
    «So etwas geht sehr, sehr nahe. Es tut extrem weh, und ich spüre auch eine gewisse Ohnmacht. Trotzdem darf man den Kopf nicht verlieren und muss vorwärts schauen. Ich bin wahrscheinlich derjenige, der am meisten und zu absolut hundert Prozent davon überzeugt ist, dass die Jungs diesen Karren selber aus dem ‹Scheissdreck› ziehen. Es braucht wenig dafür, sie sind nur einen Wimpernschlag davon entfernt. Ich hoffe natürlich, dass dieser möglichst früher als später kommt.»
  • ... seine Fähigkeiten zur Selbstkritik:
    «Ich gehe mit mir sehr hart ins Gericht. Doch es nützt nichts, nach Ausreden zu suchen. Vielmehr streben wir stets nach dem Optimum und machen Kurskorrekturen, wo es nötig ist.»

Legende: Video «Lüthi stützt seinen aktuellen Trainer Lars Leuenberger» abspielen. Laufzeit 0:33 Minuten.
Vom 25.01.2016.
  • ... die aktuellen Gründe dieser Misere:
    «Wir waren von Anfang an auf unserer Goalieposition nicht optimal aufgestellt. Dazu kamen die vielen Verletzungen wichtiger Spieler. Dann gab es noch ein Geflirte unseres Extrainers (Guy Boucher; er wurde Mitte November freigestellt – Anm. d. Red.).»

Lüthi stellte sich auch den Fragen der Fans

Sendebezug: SRF zwei, «sportlounge», 25.01.2016 22:35 Uhr

Das Restprogramm des SCB (9. Rang mit 55 Punkten)

Datum
Gegner
Ausgangslage
26. Januar
Lausanne (a)
8. Rang mit 56 Punkten
29. Januar
Ambri (a)
7. Rang mit 56 Punkten
30. Januar
Zug (h)
2. Rang mit 73 Punkten
05. Februar
Gottéron (h)
6. Rang mit 63 Punkten
21. Februar
ZSC Lions (a)
1. Rang mit 81 Punkten
23. Februar
Servette (h)
3. Rang mit 72 Punkten
26. Februar
Lausanne (h)
8. Rang mit 56 Punkten
27. Februar
Gottéron (a)6. Rang mit 63 Punkten

Zur Person

Der 54-jährige Betriebswirtschafter Marc Lüthi steht seit 1998 der SCB Eishockey AG als Geschäftsführer vor. Unter ihm wurde das Unternehmen vor allem dank einem innovativen Gastrokonzept in die finanzielle Stabilität gehievt. Bis 2005 war Lüthi Nachrichtensprecher beim TV-Regionalsender TeleBärn.

7 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Heiri Müller, Davos
    Das Bild mit der Brille spricht Bände.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Urs Kesselring, lachen
    und hier noch dies, anderes Kampfgebiet gleicher Wind Biel startet fulminant in die Saison, Schläpfer sagt mit winden den Natitrainerjob ab. Hoppla nichts geht mehr, bei Bern kümmert sich der Trainer um seine Mutter, (verständlich) gibt Forfait nichts geht mehr, da nützen alle Kampfansagen nichts die Teams sind verunsichert, Andere Baustelle gleiches Problem, die Burschen brauchen Führung, Hockey spielen können sie, aber sie brauchen Führer
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Urs Kesselring, Lachen
    Der punkt ist doch Guy ist nicht mehr da, Leuenberger ist mal wieder der Notnagel und mehr als das ist er nun mal nicht, die Mutzen brauchen einen richtigen Trainer, und da kann ein Lüthi noch lange labbern und lächeln, Bern braucht einen Trainer. macht so weiter und die Fans werden Euch das auf Ihre Art goutieren
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Andreas Roesti, Thun
      Lüthi ist unantastbar. Der kann sich leisten, was er will. Der kann tun und lassen, was er will. Und dabei sind seine Entscheidungen eben alles andere als unfragwürdig. Aber beim SCB ist keiner, der Lüthi in Frage stellt. Darum installiert er ja immer wieder schwache Trainer an der Bande. Und falls sie doch aufmucken.....weg damit!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen