Neuen SCB-Trainer erwartet Herkules-Aufgabe

Der SC Bern findet auch nach der Entlassung von Coach Antti Törmänen nicht aus der sportlichen Krise. Noch ist unklar, wer das Erbe des Finnen antreten wird. Klar ist auf jeden Fall, dass der neue Trainer eine Herkules-Aufgabe zu bewältigen hat.

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Die sportliche Krise beim SC Bern («sportpanorama»)

2:57 min, vom 24.11.2013

10 Niederlagen aus den letzten 13 Partien, 4 Punkte Rückstand auf einen Playoff-Platz und nach Biel die zweitschlechteste Auswärtsbilanz (nur ein Sieg) - bei Halbzeit der Qualifikation hält bei den Bernern der «Meisterkoller» an.

Lüthi: «Neuer Trainer muss mit Druck umgehen können»

«Die Leistung der Mannschaft war bisher schlicht ungenügend» bringt es SCB-CEO Marc Lüthi auf den Punkt. Einen neuen Coach hat der SCB-Chef noch nicht installiert, doch er hat klare Vorstellungen und Anforderungen: «Wir brauchen jemanden, der das Eishockey versteht, die Mannschaft versteht und vor allem weiss, wie er mit Druck umgehen muss.»

Bern stellt derzeit die viertschlechteste Offensive und drittschlechteste Defensive der Liga - das darf den Ansprüchen eines amtierenden Meisters nicht genügen. Deshalb nimmt Lüthi auch seine Spieler in die Pflicht. «Wir brauchen Leute, die Willen zeigen und jedes Spiel um jeden Preis gewinnen wollen. Dass wir es einfach so 'plätschern' lassen, geht hinten und vorne nicht», wird er deutlich.

Leitfiguren im Team fehlen

Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass bei den Bernern derzeit kein Leitwolf auszumachen ist, der die Mannschaft führt und das Ruder herumreissen kann. In den Top 20 der Skorerliste findet sich kein einziger SCB-Akteur wieder. «Die Spieler wirken verkrampft, das Selbstvertrauen fehlt. Deshalb geht es bei uns momentan nur über den Kampf», analysiert Lüthi.

Zuerst muss der neue Leitwolf an der Bande gefunden werden, der die Anforderungen erfüllt und den Zugang zum Team findet. Und das möglichst schnell. Denn sonst wird aus dem vor Saisonbeginn meistgehandelten Meisteranwärter plötzlich ein Playout-Kandidat.