Reto Suri: «Wir müssen uns wieder neu finden»

Nach dem Abgang der NHL-Verstärkungen hat der EV Zug eine schwierige Phase vor sich. Doch Stürmer Reto Suri ist überzeugt, dass seine Mannschaft die Umstellungen meistern wird. Er spricht im Interview über die Leaderqualitäten eines Henrik Zetterberg, dessen Abschlussfest und seine Rolle im Team.

Reto Suri. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wieder im Mittelpunkt Reto Suri will jetzt beim EV Zug eine wichtige Rolle übernehmen. EQ Images

Reto Suri, die NHL-Verstärkungen Henrik Zetterberg, Damien Brunner und Rafael Diaz sind weg. Beginnt für den EV Zug jetzt eine neue Saison?

Diese NHL-Spieler hatten tatsächlich einen enormen Einfluss auf unsere Leistungen. Das Wichtigste ist es jetzt, von dieser ganzen Vorarbeit zu profitieren und den Schwung mitzunehmen.

Während der letzten Monate redeten alle nur von den NHL-Stars. Fühlten Sie sich dadurch ins zweite Glied versetzt?

Nein, überhaupt nicht. Es war eine aussergewöhnliche Situation, auch für uns Spieler. Die NHL-Cracks waren jene Spieler, die für die Musik sorgten, und standen daher zurecht im Mittelpunkt. Schlussendlich ist Eishockey aber immer noch ein Teamsport: es braucht alle 22 Spieler, um Erfolg zu haben. Da ist es zweitrangig, ob man im Fokus steht oder nicht.

« Henrik Zetterberg ist ein absoluter Musterprofi und eine Leaderfigur »

Wie hat ihr Trainer Doug Shedden die Mannschaft auf die Zeit nach dem NHL-Gastspiel vorbereitet?

Nicht speziell, wir wollen eigentlich so weiterspielen wie bisher. Natürlich gab es Rochaden und Umstellungen, als die NHL-Spieler bei uns angekommen sind. Aber unser System war nie speziell auf die NHL-Spieler ausgerichtet, sondern auf die Mannschaft, wie sie im Sommer ursprünglich zusammengestellt war.

Zusatzinhalt überspringen

Zur Person

Zur Person

Der 23-jährige Zürcher stammt aus der Juniorenabteilung der Kloten Flyers. Doch erst in Genf avancierte er zwischen 2008 und 2010 zum Stammspieler. Nach 2 Jahren bei den Rapperswil-Jona Lakers wechselte Suri im letzten Sommer zum EV Zug. Dort ist er aktuell mit 12 Punkten aus 31 Spielen der beste Schweizer Skorer.

Wie erlebten Sie Henrik Zetterberg als Menschen und als Mitspieler?

Er ist ein absoluter Musterprofi und eine Leaderfigur. Jeder von uns konnte von ihm profitieren. Er hat keine Allüren, sondern ist sehr umgänglich. Er hat sich von Anfang an integriert und immer geholfen, wo er nur konnte.

Zum Abschluss habe Zetterberg sogar einen Umtrunk organisiert. War diese Aktion typisch für ihn?

Schon als er bei uns angekommen war, lud er die Jungs zu sich ein. Er stellte sich wirklich voll und ganz in den Dienst des EVZ. Das Abschiedsfest am letzten Wochenende wurde von ihm, Damien Brunner und Rafael Diaz spontan auf die Beine gestellt. Es entwickelte sich zu einem wirklich tollen Abend.

Nach dem Abgang von Brunner und Diaz sind Sie der beste Schweizer Skorer der Zuger. Haben Sie beim EVZ eine offensivere Rolle als bei Genf oder den Lakers?

Bei den Lakers durfte ich sehr offensiv spielen. Aber der persönliche Erfolg hängt nun einmal auch mit dem Erfolg der ganzen Mannschaft zusammen. Während des Lockouts war meine Rolle beim EVZ sicher defensiver als vorher. Aber nach meiner Zeit bei den Lakers bin ich froh, in einer Mannschaft spielen zu dürfen, die vorne dabei ist und viel Erfolg hat.

« Natürlich hinterlassen die NHL-Spieler eine grosse Lücke »

Sie haben im Sommer scheinbar den perfekten Zeitpunkt erwischt, um zum EV Zug zu wechseln. Haben Sie Ihre Rolle in der Mannschaft schon gefunden?

Ich wurde sicherlich geholt, um die Mannschaft zu verstärken und zu Beginn der Saison hatte ich auch eine wichtige Rolle. Klar, durch die Ankunft der NHL-Spieler veränderte sich diese natürlich. Aber ich hatte keine Probleme, das zu akzeptieren. Es machte Spass, in einer Mannschaft zu spielen, die häufig gewinnt. Jetzt bin ich mir natürlich bewusst, dass ich wieder eine Leaderrolle übernehmen muss. Zu Beginn wird diese Umstellung nicht einfach sein, aber ich werde mein Bestes geben, dass wir auch weiterhin Spiele gewinnen können.

Zum Glück bleibt noch etwas Zeit, bis die Playoffs beginnen...

Es kommt uns sicherlich entgegen, dass die Qualifikation noch etwas andauert. Es ist klar, dass die NHL-Spieler eine riesige Lücke hinterlassen. Wir haben jetzt einige Änderungen zu verarbeiten: es werden viele Spieler wieder mehr Eiszeit erhalten - und das erfordert natürlich, dass wir uns wieder neu finden müssen.