Schläpfer: Die Saison zu starten, war vielleicht ein Fehler

Nach 10 Jahren als Sportchef und Trainer wurde Kevin Schläpfer im November 2016 beim EHC Biel entlassen. Der Hockey-Enthusiast über Zukunftspläne, Lugano-Gerüchte und seine Knieverletzung.

Kevin Schläpfer im Studio. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bereit für neue Aufgaben Kevin Schläpfer. SRF

Zusatzinhalt überspringen

In Biel eine Institution

Der Baselbieter Kevin Schläpfer wurde als Hockeyprofi 1990 mit Lugano Schweizer Meister. 2006 übernahm er bei Biel – zunächst als Sportchef, dann ab 2010 als Trainer. Im November 2016 wurde dem 47-Jährigen eine Niederlagenserie zum Verhängnis.

Kevin Schläpfer, als Sie im November mit SRF sprachen, nannten Sie als Pläne: Zunächst gesund werden und dann Patrick Kane in Chicago besuchen. Konnten Sie diese Pläne bereits umsetzen?

Mit der Genesung (Komplikationen nach einer Knieverletzung, die Red.) bin ich aktuell noch beschäftigt. Aber ich mache ständig Fortschritte. Den Chicago-Besuch habe ich auf März verschoben. Ich will Kane besuchen, wenn ich nicht mehr humple. Die Blackhawks tragen dann 3 Heimspiele hintereinander aus – unter anderem gegen Vancouver mit Luca Sbisa und Sven Bärtschi.

Apropos Chicago: Ist ein Trainerposten in der NHL dereinst ein Ziel?

Im Ernst? Ich muss jetzt schauen, dass ich als Trainer in der Schweiz eine zweite Chance erhalte. Die NHL ist für mich viel zu weit weg. Davon wage ich nicht einmal zu träumen. Nur schon an die Nati zu denken, hätte ich nie gewagt. Jetzt habe ich die Nati auf dem Radar und werde schon nach NHL-Ambitionen gefragt? (lacht)

«  Ich tue momentan alles dafür, bald wieder für Eishockey bereit zu sein. »

Der Trainer Kevin Schläpfer schien immer zu 100 Prozent fürs Eishockey zu leben. Wofür lebt Kevin Schläpfer momentan?

Auch in dieser Zeit lebe ich fürs Hockey – schliesslich mache ich momentan alles dafür, um bald wieder bereit zu sein. Ich muss auch etwas feststellen: Ich konnte in meiner letzten Saison wegen meiner Verletzung nicht 100 Prozent für das Team da sein, kein einziges Mal mit der Mannschaft auf dem Eis stehen. Hätte ich gewusst, dass der Unfall so langwierige Auswirkungen hat, wäre ich vielleicht gar nicht als Trainer in die Saison gestartet. Aber so einen Entscheid liess auch die Leidenschaft nicht zu.

Waren Sie seit Ihrer Entlassung schon wieder im Stadion?

Ich bin häufig in der Tissot-Arena. Mein Sohn Elvis spielt bei Biel in der U17 und ich besuche seine Partien regelmässig. Auch mit einigen Spielern und der Führung von Biel pflege ich nach wie vor freundschaftlichen Kontakt. Demnächst werde ich auch zum ersten Mal seit meiner Zeit in Biel einen Match der ersten Mannschaft vor Ort mitverfolgen.

«  Ein Angebot von Lugano wäre verlockend. »

In den letzten Tagen wurde immer wieder Ihr Name im Zusammenhang mit dem HC Lugano genannt...

Das ist ein Gerücht. Von Lugano habe ich nie etwas gehört. Ein Angebot von Lugano wäre aber natürlich verlockend.

Wann können wir das Buch «Kevin Schläpfer – Hockeygott» lesen?

Um Himmels Willen! Das war vor längerer Zeit eine Idee in den Köpfen einiger Journalisten. Nach dem Ende des Kapitels Biel kam das Thema erneut auf. Natürlich wäre das für mich eine sehr spannende Idee, aber ich habe mich nicht mehr damit auseinandergesetzt. Ob das tatsächlich zustande kommt, schauen wir noch.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 10.1.2017, 18:50 Uhr

Video «Eishockey: Die Emotionen von Kevin Schläpfer» abspielen

Legendär: Schläpfers Emotionen nach dem Nati-Entscheid

0:37 min, vom 15.10.2015