Stepanek - (Nur) im Hier und Jetzt eine grosse Figur

Jakub Stepanek ist auf bestem Weg, den SC Bern zum Meistertitel zu führen. Nach Anlaufschwierigkeiten inmitten der Berner Krise ist der Tscheche zum wichtigen Rückhalt avanciert. Eine Zukunft hat er in Bern trotzdem nicht.

Jakub Stepanek streckt den Arm in die Höhe. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nach oben Jakub Stepanek und sein SCB sind weiter auf Meisterkurs Keystone

Der SC Bern greift mit grosser Wucht nach dem Meisterpokal und zwingt Lugano-Keeper Elvis Merzlikins in der Finalserie noch und noch zu Glanztaten. Fast ein bisschen vergessen geht darob, dass mit Jakub Stepanek auch im Berner Tor ein Mann mit grosser Form und interessantem Saisonverlauf steht.

«Ich wollte nur noch weg»

Kurz vor Weihnachten hatte sich der 29-jährige Tscheche fast schon fluchtartig aus der russischen Stahlstadt Sewertsal und der KHL verabschiedet, um beim kriselnden SCB als Bührer-Nachfolger die Rolle des grossen Hoffnungsträgers anzutreten. «Ich wollte nur noch weg», verriet Stepanek in einem Interview mit der NZZ, da erschien das Angebot aus der Schweiz schon fast als «zu gut, um wahr zu sein.»

Stepanek nach seinem Shutout in Spiel 2

1:06 min, vom 9.4.2016

Schwieriger Start in Bern

Doch Stepanek gelang es lange nicht, die Turbulenzen in der Hauptstadt zu beseitigen. Im Gegenteil: Mit seinem Stil, der viele Abpraller produziert, fanden sich die gegnerischen Stürmer oft besser zurecht als die eigenen Verteidiger. «Ich brauchte Zeit, um mich zu akklimatisieren. Vielleicht unterschätzte ich die NLA anfangs», so Stepanek in der NZZ weiter.

Als Meistergoalie auf Klubsuche?

Als es ernst galt, drehten die Nummer 30 und mit ihr der ganze SCB aber doch noch auf. In den letzten Spielen der Quali sicherte man sich den letzten Playoffplatz und machte so den jüngsten Sturmlauf erst möglich. Und weil er mit seinen Vorderleuten mittlerweile bestens harmoniert und nach Abprallern konsequent aufgeräumt wird, könnte Stepanek plötzlich als Meistergoalie dastehen.

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TV-Hinweis

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Bern-Lugano zum Vierten. Das Spiel aus der Hauptstadt gibt es heute ab 20:00 Uhr auf SRF zwei.

Eine Zukunft in Bern gäbe es für den Tschechen indes auch bei einer allfälligen Krönung keine – Leonardo Genoni steht für die nächsten 3 Jahre als SCB-Keeper bereit. Und weil auch die übrigen NLA-Klubs kaum eine Ausländer-Lizenz für die Goalie-Position vergeben, dürfte es Stepanek nach Skandinavien oder zurück in die KHL verschlagen. Doch dies ist vorderhand alles egal. Es zählt einzig und allein das Hier und Jetzt.

Sendebezug: SRF zwei, laufende Berichterstattung zum Playoff-Final