Basel und Monaco trotzen der Langeweile

Die Gruppenphase der Champions League 2014/15 ist einmal mehr grösstenteils frei von Überraschungen geblieben und hat die üblichen Favoriten hervorgebracht. Mit dem FC Basel und der AS Monaco haben sich aber immerhin zwei unerwartete «Gäste» in die Runde der besten 16 Teams von Europa gekämpft.

Jubelposen von Monacos Fabinho und Basels Frei. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Dürfen jubeln Monaco-Verteidiger Fabinho (links) und FCB-Stratege Fabian Frei. Keystone

Real Madrid, Bayern München, Chelsea und Barcelona. Diese Mannschaften haben neben ihrer unbestrittenen Weltklasse noch etwas weiteres gemeinsam: Allesamt haben sie sich souverän als Gruppensieger für die Achtelfinals der Champions League qualifiziert.

Mit Arsenal, Juventus und PSG – um auch hier nur einige zu nennen – sind weitere europäische Aushängeschilder des Klubfussballs als Gruppenzweite in die Top 16 der «Königsklasse» eingezogen. Angesichts dieser Dominanz der Favoriten könnte es dem einen oder anderen Zuschauer durchaus langweilig werden. Richtige Überraschungen oder Sensationen scheinen in der Champions League fast nicht mehr möglich zu sein.

Frei trifft in Liverpool

0:58 min, vom 9.12.2014

Exploits von Basel und Monaco

Zum Glück gibt es da noch den FC Basel, wird sich der neutrale Beobachter denken. Mit seiner glänzenden Kampagne und dem Herzschlagfinale an der Anfield Road hat der Schweizer Meister einmal mehr für ein grosses Ausrufezeichen in Europa gesorgt. Auch wenn der FCB aufgrund seiner vergangenen Erfolge auf internationalem Terrain schon länger ernst genommen und keineswegs mehr als chancenloser Underdog angesehen wird, ist der zweite Achtelfinal-Einzug der «Bebbi» trotzdem als Sensation zu werten.

Mit der AS Monaco gesellt sich ein weiteres Überraschungsteam zu den Baslern. In der schwierigen Gruppe C liessen die Monegassen die Hochkaräter Leverkusen, Zenit St. Petersburg und Benfica hinter sich und sicherten sich Platz 1 – und dies trotz der Abgänge der Ausnahmekönner Radamel Falcao (ManUnited) und James Rodríguez (Real Madrid). In der Runde der besten 16 könnten Monaco und Basel nun sogar aufeinander treffen. Weitere mögliche Gegner des FCB sind Atletico Madrid, Borussia Dortmund, Bayern München, Barcelona, Chelsea und Porto.

Bayerns 7:1-Gala in Rom

4:31 min, vom 21.10.2014

Deutsche Dominanz und spanische «Tormaschinen»

Die diesjährige Gruppenphase der Champions League verdeutlichte zudem eine Tendenz, die sich bereits im Vorjahr abgezeichnet hatte: Die Bundesliga scheint die englische Premier League als zweitstärkste Spielklasse Europas (Nummer 1 der UEFA-5-Jahres-Wertung ist Spanien) langsam aber sicher abzulösen. Erneut stehen mit Bayern München, Dortmund, Schalke 04 und Leverkusen alle deutschen Vertreter in der K.o.-Phase. Bayern München lieferte in der Gruppe E eine regelrechte Machtdemonstration ab, unter anderem bei der 7:1-Gala auswärts in Rom.

Mit Lionel Messi und Cristiano Ronaldo standen die zwei schillerndsten Figuren der Gruppenphase aber nicht bei deutschen, sondern bei spanischen Mannschaften im Kader. Im Zweikampf um die Torschützenkrone überholten die beiden Superstars von Barcelona und Real Madrid die Legende Raul (71 Tore). Messi führt die ewige Torschützenliste im Moment mit 75 Treffern an, Ronaldo folgt mit 72. Und eines ist sicher: Es werden bei beiden noch viele dazu kommen.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 09.12.14 20:00 Uhr / SRF zwei, sportlive, 10.12.14 20:00 Uhr