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Champions League Das Rätsel Benfica oder Totgesagte leben länger

Benfica Lissabon blickt auf eine erstaunlich schwache Champions-League-Kampagne zurück. Im Spitzenkampf gegen Porto bewiesen die «Adler» jedoch Charakter.

Seferovic, Julio Cesar und Svilar
Legende: 3 Namen, 3 Geschichten Seferovic, Julio Cesar und Svilar (von links). Getty Images

«Wir wurden schon für tot erklärt, dabei sind wir immer noch voll dabei», sagte Benfica-Spieler Eduardo Salvio letzten Freitag nach dem 0:0 im Spitzenkampf beim FC Porto. Und Coach Rui Vitoria meinte: «Es ist doch nicht die Beerdigung Benficas geworden.» Tatsächlich: Der Rückstand auf den Leader beträgt weiterhin 3 Punkte.

In Porto «überlebt»

Und die «Adler» bestanden beim grossen Rivalen eine Art Charakter-Test. In einer gehässigen Partie sah der eingewechselte Andrija Zivkovic (81./83.) innerhalb von 2 Minuten Gelb-Rot. Pizzi wurde nach seiner Auswechslung von einem Fan attackiert.

Während die Chancen auf den 5. Meistertitel in Serie also noch intakt sind, sieht die Lage international aber düster aus. Nach 5 Spielen steht der portugiesische Rekordmeister in der Champions League ohne Punkt da. Das Torverhältnis ist erschreckend (1:12). Erreichte man in den letzten 5 Saisons noch zweimal die Viertelfinals und zweimal den EL-Final, überwintert man heuer nicht europäisch.

Mögliche Gründe für die Krise:

  • Die Goalie-Position: Stammkeeper Ederson wechselte diesen Sommer zu Manchester City. Es begann ein munteres Casting. Zunächst war Bruno Varela die Nummer 1. Als Oldie Julio Cesar wieder fit war, durfte der 38-Jährige den Kasten hüten. Allerdings ohne Erfolg. Beim 0:5 gegen Basel erlebte der ehemalige National-Goalie Brasiliens eine der bittereren Niederlagen. Dann schlug die Stunde von Mile Svilar. Der 18-jährige Belgier blieb aber nicht ohne Fehler und musste nun wieder Varela weichen. Julio Cesar verliess den portugiesischen Rekordmeister vor einer Woche.
Legende: Video Benfica-Goalie Svilar fängt den Ball zu spät abspielen. Laufzeit 0:27 Minuten.
Vom 18.10.2017.
  • Abgang und Formschwäche: Mit Konstantinos Mitroglu gab man einen verdienten Mittelstürmer an Marseille ab. Haris Seferovic legte zwar einen Traumstart hin. Seit dem 22. Oktober hat er jedoch nicht mehr getroffen und ist nur noch Ergänzungsspieler. Der Brasilianer Jonas scheint nun gesetzt. Leistungsträger wie Pizzi laufen zudem ihrer Form hinterher.
  • Die Offensive: Benfica hat in dieser CL-Kampagne nur 2,3 Prozent seiner Torchancen verwertet. Das ist der statistisch schlechteste Wert aller 32 Teams in der Gruppenphase.

Benfica B gegen den FCB?

Man darf also gespannt sein, wie sich Benfica aus der Champions League verabschiedet. Coach Vitoria kündigte an: «Es geht am Dienstag um drei Punkte und auch darum, dass Spieler, welche sich sonst nicht so oft zeigen dürfen, präsentieren können.» Aus Schweizer Sicht ist zu hoffen, dass Seferovic nicht ausgerechnet am Dienstag zum Höhenflug ansetzt.

Legende: Video Basels 5:0-Gala gegen Benfica abspielen. Laufzeit 2:49 Minuten.
Vom 27.09.2017.

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 04.12.2017, 22:35 Uhr

Live-Hinweis

Live-Hinweis

Verfolgen Sie das Spiel des FC Basel bei Benfica Lissabon am Dienstag ab 20:10 Uhr live auf SRF zwei oder im Liveticker mit Stream auf der SRF Sport App. Auf Radio SRF 3 gibt es zudem regelmässige Einschaltungen.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Heiner Zumbrunn (Heiner Zumbrunn)
    Vor allem Spieler und Staff des FC Basel sollten sich mit den eigenen Problemen befassen und nicht für Dritte, Vierte und sonst welche Interviews geben oder gar auf dem Spielfeld mit dem Schiriteam diskutieren. Für den FC Basel gilt: Spielt Fussball so gut es geht. Mehr muss nicht sein. Klappt das, ist der FC Basel in der nächsten Runde Championsleague - sonst nicht. Alles was geredet wird bringt weder Punkte noch die gegen Ende fehlende Luft in Laufduellen.
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