Eine Neuauflage, bei der vieles neu ist

Die Ausgangslage ist identisch wie 2014: Mit Real und Atletico werden sich zwei Stadtrivalen um die Champions-League-Krone duellieren. Trotzdem präsentieren sich die Vorzeichen fürs «Derbi madrileno» aus vielerlei Hinsicht anders.

  • «La Décima»-Hype ist passé
    Vor 2 Jahren wurde das Duell fast nur auf diesen einen Aspekt reduziert: Es ging für Real Madrid um den 10. Titel in der Königsklasse. Seit 2002 hatte sich der Klub nach diesem Jubiläum gesehnt. Mit dem 1:1-Ausgleich in der Nachspielzeit dank Sergio Ramos und einer furiosen Verlängerung zum 4:1 endete die Durststrecke. Vor dem möglichen 11. Triumph kochen die Emotionen nicht mehr auf gleich hohem Feuer.
Zinédine Zidane gestikuliert an der Seitenlinie. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Zinédine Zidane Real trägt nun seine Handschrift. Keystone

  • Nun ist Zinédine Zidane der Chef
    Bei «La Décima» stand der französische Ex-Weltmeister noch Trainer Carlo Ancelotti zur Seite. Seit Anfang 2016 trägt der 43-Jährige die alleinige Verantwortung – an der Seitenlinie ist darum nach dem kurzen Missverständnis mit dem Einheimischen Rafael Benitez (56) wieder Charisma und Format zu spüren. Und unter Zidanes Leitung stabilisierte sich die Mannschaft.
  • Atletico hat zugelegt ...
    Die «Rojablancos» sind zwar im Mai 2014 als frischgebackener spanischer Meister zu ihrem 2. CL-Final angetreten. Dennoch lagen sie noch nicht auf Augenhöhe mit Barça oder Real. Mittlerweile hat sich der Status verändert bzw. merklich verbessert. Atletico etablierte sich als 3. Kraft im Land, liegt aktuell in der Tabelle sogar um 1 Punkt vor dem Stadtrivalen. Und mit Fernando Torres sowie Antoine Griezmann bestücken heute namhafte Schwergewichte die Offensive.

Toni Kroos mit einem Ausblick: «Wir sind individuell besser»

2:25 min, vom 5.5.2016

  • ... und die Mauer ist noch stabiler geworden
    Damals wie heute ist Atleticos Defensive ein Bollwerk – mit der Differenz, dass sich die Konkurrenz noch mehr die Zähne daran ausbeisst. So fielen 2013/14 in der Liga 26 Gegentreffer. Aktuell musste der Tabellenzweite bis 2 Runden vor Schluss nur 16 Gegentore zulassen. Reals Toni Kroos macht sich bei einem Ausblick auf das Endspiel folgende Gedanken: «Wir haben oft gegen sie gespielt und uns auch oft schwer getan.» Aber der 26-Jährige glaubt, dass die «Königlichen» individuell auf jeder einzelnen Position besser sind. «Nun müssen wir dies als Mannschaft umsetzen.»

 

  • Frischer Wind zwischen den Pfosten
    Auch auf dieser Position ist die Ausgangslage eine andere. Nach 725 Einsätzen für Real in 16 Jahren wechselte Iker Casillas im letzten Sommer ablösefrei nach Porto. Sein Erbe trat Keylor Navas aus Costa Rica an. Ihm gegenüber wird am 28. Mai in Mailand Jan Oblak stehen. Der Slowene löste schon vor 2 Jahren im Atletico-Tor Thibaut Courtois ab, der von Leihgeber Chelsea zurückbeordert worden war.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 04.05.2016 20:00 Uhr

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