«Hammer», «Wahnsinn» - der BVB im Freudentaumel

Im Lager von Borussia Dortmund war man sich trotz der 0:2-Niederlage im Rückspiel bei Real Madrid einig: Der Einzug ins Endspiel ist verdient. Nur Real-Coach José Mourinho sah das Ganze etwas anders.

Sebastian Kehl, Kevin Grosskreutz und Romand Weidenvoller (von links) feiern den Finaleinzug. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Überglücklich Sebastian Kehl, Kevin Grosskreutz und Roman Weidenfeller (von links) feiern den Finaleinzug. Reuters

Zwei späte Tore durch Karim Benzema (82.) und Sergio Ramos (88.) brachten den BVB noch einmal ins Zittern. Umso glücklicher war die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp, als Schiedsrichter Howard Webb die Partie nach über 96 Minuten abpfiff.

Grosskreutz und Co. ausser sich vor Freude

«Wir haben so eine geile Truppe, so geile Fans, so einen geilen Verein, wir haben es einfach verdient», entfuhr es Mittelfeldspieler Kevin Grosskreutz, der den verletzten Mario Götze ab der 14. Minute ersetzte.

Das Wort «verdient» nahm auch der Chef selbst in den Mund. «Real hat ein Klassespiel gemacht, wir haben dagegen gehalten. Insgesamt haben wir 4:3 gewonnen, deswegen sind wir verdient im Finale», analysierte Klopp, der seinen Spielern via TV-Interview die Erlaubnis erteilte, die Nacht zum Tag zu machen. «Wir werden nicht päpstlicher sein als der Papst. Wir werden schon ein bisschen feiern, alles andere wäre ja Blödsinn.»

Weidenfeller: «Das ist der Wahnsinn»

Roman Weidenfeller, der sein Team mit tollen Paraden im Spiel gehalten hatte, konnte sein Glück kaum fassen: «Das ist der pure Hammer. Wir freuen uns unglaublich. Dass wir das in dem Alter geniessen dürfen, ist der Wahnsinn», so der 32-jährige Routinier.

Von Geniessen konnte bei BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke keine Rede sein. «Zum ersten Mal musste ich wegen akuter Herzprobleme aufgeben. Ich habe mich in der Toilette eingeschlossen und habe auf die Uhr geguckt. Das ist noch nie passiert», gestand der 53-Jährige.

Mourinho mit seiner Mannschaft zufrieden

Nicht gut gelaunt war selbstredend Real-Trainer José Mourinho. «Ich muss meine Mannschaft loben, weil sie ein richtig gutes Spiel gemacht hat», so der Portugiese. «Wir hatten in den ersten Minuten unsere Möglichkeiten. Wir sind besser als sie. Aber so ist das Leben, man kann nicht immer gewinnen.»

Mourinho deutete zudem seinen Abschied aus Madrid an. Auf die Frage, ob er auch im nächsten Jahr noch mit Real in der Champions League spielen werde, antwortete er: «Vielleicht nicht. Ich will da sein, wo die Leute mich lieben.»

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5:34 min, vom 30.4.2013