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Verteilschlüssel der CL-Gelder YB sahnt auf bescheidenem Niveau ab

Eine CL-Teilnahme würde die Kasse der Young Boys klingeln lassen. Doch warum wäre ein Basler Vorstoss viel ertragreicher gewesen?

Hände strecken sich nach vom Himmel fallenden Euro-Scheine aus.
Legende: Ran an das Geld Den Young Boys winken in der Champions League zig Millionen. Keystone

In der 27. Saison des wichtigsten Klub-Wettbewerbs im Fussball kommt ein neues Entschädigungsmodell zum Tragen. Was ist dabei relevant?

  • Der Verband zeigt sich künftig noch grosszügiger, so dass Rekordprämien fliessen. Die Bonus-Zahlungen sind von 1,002 auf 1,257 Milliarden Euro angehoben worden.
  • Die Schere zwischen Gross und Klein öffnet sich weiter, dafür sorgt ein angepasstes Modell. Eines, das auf Ungleichverteilung setzt und die Errungenschaften eines Klubs sowie sportliche Leistungen belohnt.
  • Die Ausschüttung basiert auf 4 Säulen: Antrittsprämie, Leistungszahlungen, individueller Klub-Koeffizient sowie Marktanteil.

Was bedeutet das nun für die Young Boys, sollten sie im Duell mit Dinamo Zagreb den erstmaligen Sprung in die Champions League schaffen? Auf den ersten Blick viel Positives: So lockt eine Summe von gegen 30 Millionen Franken (2017 hätte ein Erfolg im Playoff gegen ZSKA Moskau etwa 25 Mio. eingespült).

TV-Hinweis

Verfolgen Sie das Hinspiel der Champions-League-Playoffs zwischen den Young Boys und Dinamo Zagreb am Mittwoch ab 20:45 Uhr live auf SRF zwei oder in unserer Sport App mit Stream und Ticker.

Bei näherem Hinsehen aber ist die Diskrepanz zu den Top-Klubs und selbst zum FC Basel, hätte er sich für die Königsklasse empfehlen können, erheblich.

So setzt sich die Startprämie für die CL-Teilnehmer wie folgt zusammen:

  • Aus einem Sockelbeitrag, der für alle 15,25 Mio. Euro beträgt.
  • Aus einer Koeffizienten-Prämie. Weitere 585 Mio. Euro werden anhand eines Rankings ungleich unter 32 Mannschaften verteilt. Bewertet werden die europäischen Resultate der letzten 10 Jahre und historische Titelgewinne. Der Verein mit dem schlechtesten Koeffizienten erhält zusätzlich 1 Mal 1,1 Mio. Euro, der Spitzenreiter 32 Mal 1,1 Mio. Euro.
Dank Basel kennt man in Europa die Schweiz besser, nicht dank YB.
Autor: Guillaume HoarauYB-Stürmer

In der Praxis sieht das wie folgt aus: Real Madrid kassiert 50,45 Mio. Euro. Die Young Boys, die an drittletzter Stelle liegen, kämen in den Genuss von 18,55 Mio. Euro. Bemerkenswert: Der FC Basel hätte, wäre er nicht in die Europa League verwiesen worden, 32,85 Mio. Euro abgesahnt – denn er wird in der massgebenden Koeffizienten-Rangliste an 17. Stelle geführt.

In der NZZ am Sonntag beurteilte YB-Leistungsträger Guillaume Hoarau dieses Missverhältnis ganz unaufgeregt: «Wir müssen jetzt nicht eifersüchtig werden. Denn Basel hat jahrelang die Meisterschaft gewonnen. Dank Basel kennt man in Europa die Schweiz besser, nicht dank YB. Oder noch nicht dank YB!»

Legende: Video YB's bisherige Anläufe in der CL seit 2010 abspielen. Laufzeit 02:02 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 21.08.2018.

Sendebezug: SRF zwei, «sportaktuell», 21.08.2018 22:20 Uhr

14 Kommentare

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  • Kommentar von Pesche Meyer (Never give up)
    Kanal wechseln und keine CL schauen hilft leider auch nicht viel. Das Geld wird so oder so, so verteilt! Die Fan Gruppen der so genannten Großen sind in der krassen Ueberzahl und somit das Interesse grösser an diesem Modus!
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  • Kommentar von Danny Kinda (Kinda)
    Meines Wissens ist der FC Basel noch für nichts qualifiziert - auch nicht für die EL. Man müsste einen Konkurrenz-Verband gründen um fairere Spiele zu ermöglichen aber die Frage ist ob das finanziell tragbar wäre. Uefa und Fifa haben eine grosse Macht.
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  • Kommentar von Andreas Hug (AndiHug)
    unfair - unfairer - CL. anders kann man es nicht sagen. erste bekommen die Topligen mehr direkt plätze dann auch noch mehr Geld. ich denke mal, dass sogar die wenigen Mio. die noch an die kleineren Teams gehen, den grossen ein Dorn im Auge ist.
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