EM-Quali: Bewährungsprobe für Englands neue Generation

Am Montag startet England mit dem Spiel gegen die Schweiz in die EM-Qualifikation. Nach einer verpatzten WM und dem Rücktritt mehrerer Routiniers lastet auf dem jungen Team grosser Erfolgsdruck.

Raheem Sterling gibt seinen Teamkollegen Anweisungen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wohin führt der Weg? Raheem Sterling gehört bei England zu den neuen Hoffnungsträgern. EQ Images

Gross waren die Erwartungen auf der Insel, nachdem sich England als Gruppensieger für die WM in Brasilien qualifiziert hatte. Ungleich grösser war dann aber auch die Ernüchterung nach dem blamablen Scheitern in der Vorrunde.

Zum Auftakt der EM-Quali kämpft das Team von Trainer Roy Hodgson nicht nur um Wiedergutmachung, sondern vor allem gegen die schlechte Laune der Fans.

Nach Rücktritten im Umbruch

Wie schlimm es um die Gunst der sonst so treuen englischen Fussball-Anhänger steht, hat sich am vergangenen Mittwoch gezeigt. Nur gut 40'000 der 90'000 Plätze waren gegen Norwegen im Wembley Stadion besetzt. Es war die kleinste Kulisse seit der Neueröffnung des prestigeträchtigen Stadions. Und der knappe 1:0-Sieg - Wayne Rooney verwertete nach gut einer Stunde einen Penalty - reichte längst nicht, um die Herzen der Fans zurückzuerobern. Im Gegenteil: Gegen defensiv solide Norweger erarbeiteten sich die «Three Lions» kaum eine klare Torchance.

«Wir stecken im Umbruch und das braucht Zeit», so Hodgson, dessen Auswahl am Montag von Neu-Captain Rooney angeführt wird. Der 28-jährige ManUnited-Stürmer ist geblieben, während langjährige Leistungsträger wie Ashley Cole, Frank Lampard oder Steven Gerrard nach der WM ihren Rücktritt aus dem National-Team erklärt hatten.

Junge unter Erfolgsdruck

Hodgson ist damit mehr denn je gezwungen, auf die Jungen zu setzen. Nicht weniger als fünf Spieler in der Startformation gegen Norwegen waren gerade mal 22 Jahre alt oder jünger, das Durchschnittsalter seiner Elf lag bei 24 Jahren. Grösster Hoffnungsträger dieser neuen Generation ist der erst 19-jährige Raheem Sterling, der bei Liverpool seit bald zwei Jahren zu den Stammspielern zählt.

«Wie enttäuschend die WM auch war, wir beginnen wieder von vorne. Ich vertraue diesen Spielern. Sie werden gut genug sein, besonders wenn sie weiterhin in ihren Vereinen Erfahrungen sammeln können. 2016 werden wir eine gute englische Mannschaft sehen», so Hodgson, der mit dieser vielversprechenden Ankündigung wohl nicht zuletzt die Gemüter der Fans beruhigen will.

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 05.09.2014 22:20 Uhr

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Bisherige Duelle Schweiz - England

1:36 min, vom 6.9.2014