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Abwehrchefin und Vorkämpferin Nilla Fischer: Schwedens standhafte Symbolfigur

Schwedens Abwehrpatron Nilla Fischer kämpft gegen Homophobie – und musste in dieser Rolle viel aushalten.

Nilla Fischer posiert mit ihrer (noch intakten) Statue vor dem Stadion von Linköping.
Legende: Fischer und Fischer Nilla Fischer posiert mit ihrer (noch intakten) Statue vor dem Stadion von Linköping. imago images

Das Foto ihrer zerstörten Statue machte Nilla Fischer fassungslos. «Inakzeptabel» und «respektlos» nannte Schwedens Star-Verteidigerin die Vandalismus-Attacke zu WM-Beginn auf ihr Abbild, das ein Sponsor vor dem Stadion von Linköping aufgestellt hatte. Als Symbolfigur ist die 34-Jährige jedoch Schlimmes gewohnt.

Morddrohungen und Hass-Mails hat Fischer schon erhalten. Ihren Kampf gegen Homophobie und für Gleichberechtigung hat die Frau mit der markanten Kurzhaarfrisur trotzdem nie aufgegeben.

Sie ist eine der besten Verteidigerinnen der Welt.
Autor: Almuth SchultDeutschland-Goalie

Die Regenbogen-Vorläuferin

So setzte sie auch auf dem Platz für ihren Ex-Klub Wolfsburg Zeichen. Unter anderem, indem sie als Captain mit der Regenbogen-Binde auflief – sämtliche VfL-Teams folgten seither ihrem Vorbild und werben nun bei jedem Spiel auf diese Weise für Toleranz und Akzeptanz.

Es fühlt sich an, als würden wir seit Jahren sagen, dass es jetzt an der Zeit ist.
Autor: Nilla Fischerüber den Deutschland-Fluch

Nebenbei gewann Fischer 10 Titel mit den Wölfinnen. Deutschland-Goalie Almuth Schult, all die Jahre Fischers Zimmerpartnerin, bezeichnete sie als «eine der besten Verteidigerinnen der Welt» und betonte: «Ich freue mich, dass wir noch einmal gegeneinander spielen. Wer weiss, wie oft das noch passiert.»

Die grosse Scharte Deutschland

Was Fischer noch fehlt: Ein grosser Erfolg mit dem schwedischen Nationalteam. Mit dem trifft sie bei der WM in Frankreich am Samstag im Viertelfinal auf Deutschland (ab 18:30 Uhr im Livestream auf srf.ch/sport). Ausgerechnet Deutschland.

20 der 28 Direktduelle gingen an den zweifachen Weltmeister, darunter ein WM- und ein Olympia-Final (2003 und 2006). Der letzte Pflichtspielsieg Schwedens datiert aus dem Jahr 1995.

«Es fühlt sich an, als würden wir seit Jahren sagen, dass es jetzt an der Zeit ist», sagte Fischer der schwedischen Zeitung Aftonbladet. Dabei sei es simpel: «Es geht letztlich nur darum, alles zu geben im Viertelfinal.»

Marozsan könnte von Beginn weg spielen

Deutschland-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg hat am Freitag einen Einsatz von Spielmacherin Dzsenifer Marozsan in der Startelf gegen Schweden nicht ausgeschlossen. «Dzsenifer wird spielen können. Wir werden noch entscheiden, ob von Beginn an oder im Laufe des Spieles», sagte sie gegenüber ARD.

Sendebezug: srf.ch/sport, Livestream, 22.6.2019, 20:50 Uhr

6 Kommentare

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  • Kommentar von Keller Beat  (BeatKeller)
    Was ist das Problem, wenn keiner dreinschwatzt. Übertragungen im Live Stream finde ich super. Für mich ist die ganze Kommentiererei und Analysen für gar nichts, dient wohl nur dazu alt gedienten Fussballern noch ein wenig Geld zu zuschieben.
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  • Kommentar von Xenia Stocker  (xsxs)
    Ich finde es super, dass SRF Sport die Spiele der Frauen-WM überträgt. Ich finde es jedoch sehr enttäuschend wie klein der Effort dabei ist. Die Spiele der Gruppenphase wurden nicht live übertragen und nun sind wir bei den Viertelfinales und wie es scheint ist der Aufwand zu gross, dass ein Kommentator_in das Spiel kommentiert. Dazu kommt, dass die Spiele nicht einmal analysiert werden. Wie soll so die Zuschauer_innenzahl im Frauenfussball gefördert werden? wenn sich selbst der SRF zu schade ist
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    1. Antwort von markus kohler  (nonickname)
      Frauenfussball hat ganz wenig Publikum. Frauen, die nicht selbst Fussball spielen oder der LGBTI* Fraktion angehören interessieren sich nicht dafür und bei den Männern sind es nur diejenigen, die ganz einfühlsam feministisch sein wollen. Streaming ist o.k. aber mehr wäre definitiv zu viel für ein Nischenprodukt.
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    2. Antwort von Xenia Stocker  (xsxs)
      Lieber Markus

      Hast du dich schon einmal mit Frauenfussball auseinandergesetzt? Z.B. In Amerika verkauft das Frauen-Team mehr T-Shirts wie die Männer. Gestern USA gegen Frankreich, war das der Parc des Princes ausverkauft, also 49’000 Zuschauer. Aber stimmt nur ein Nischenprodukt.
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  • Kommentar von Veronika Favre  (Veronika Favre)
    Nach dem ich den Artikel gelesen habe, frage ich mich, ob Nilla Fischer Freude hätte an der Bezeichnung „Abwehrpatron“. Es liegt tatsächlich und offensichtlich noch ein langer Weg vor uns.
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