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Internationale Ligen An Favre scheiden sich die Geister

Lucien Favres Rücktritt als Gladbach-Coach löst gegensätzliche Reaktionen aus. Einige Medien kritisieren den Entscheid des 57-Jährigen, andere werten ihn als Akt der Grösse.

Legende: Video Prügel für Lucien Favre in der deutschen Presse abspielen. Laufzeit 01:39 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 21.09.2015.

Stimmen, die den Rücktritt Favres begrüssen:

  • «Er geht so, wie er ist», meint der Spiegel. «Favre hat mit seinem Rücktritt Borussia Mönchengladbach schockiert – dennoch ist seine Entscheidung nachvollziehbar. Mit Fahnenflucht hat das nichts zu tun: Der Trainer hat einfach nicht mehr an sich geglaubt.»
  • «Favre erweckt den Anschein, als sei er von Sportdirektor Max Eberl übers Ohr gehauen worden», schreibt Le Matin. «Dieser hat seine Transferaktivitäten zu früh eingestellt nach den Zuzügen von Drmic und Stindl, die nicht auf der Höhe ihrer Aufgabe sind. Der andere Fehler war, keinen Innenverteidiger anstelle der verletzten Dominguez und Stranzl zu holen.»
  • «Die Zitrone ist ausgepresst», analysiert der Blick. «Sein Rücktritt zeigt Grösse. Favre (Vertrag bis 2017) verzichtet dabei auf Millionen. Auch das spricht für seinen einwandfreien Charakter.»

Stimmen, die den Rücktritt Favres kritisieren:

  • «Ein schwacher Abgang», urteilt der Tages Anzeiger. «Favre zeigt Schwäche und läuft davon, er verschwindet durch die Hintertüre. Das ist kein Zeichen von Stärke, sondern schwach.»
  • «Dass Favre dann hinter dem Rücken der Borussen seine Entscheidung öffentlich machte, ist ein Affront», kommentiert der kicker. «Mit seinem skurrilen Alleingang brüskiert er den Klub und stellt die Verantwortlichen öffentlich bloss. Ein nettes Dankeschön für den in der Branche nicht selbstverständlichen Rückhalt, den Eberl und Co. dem Schweizer in der tiefen sportlichen Krise gaben.»
  • «Favre schockt sie alle», titelt die Süddeutsche Zeitung online. «Es gehört zur Persönlichkeitsstruktur des eigenwilligen Fussballlehrers aus dem Bauerndorf Saint-Barthélemy in der Westschweiz, dass er eigentlich permanent im Zustand eines möglichen Rücktritts lebt. Das war schon in der zweiten Schweizer Liga so gewesen, bei Yverdon-Sport, wo ihn der Präsident Paul-André Cornu regelmässig in seine Keksfabrik bat, Marzipan-Pralinen servierte – und Favre reden liess.»

Sendebezug: SRF 1, Tagesschau, 20.09.15, 19:30 Uhr.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Heinz Hugentobler, Ins
    Der Entscheid lag einzig und allein bei ihm. In 99 von 100 Fällen wird bekanntlich der Trainer entlassen wenn der Erfolg ausbleibt. Und bei ihm - als sehr sensibler Mensch - hat er nun die Konsequenzen gezogen. Was wollen die Medien eigentlich? Keiner dieser Medienschaffenden sass einmal am Spielrand und dirigierte eine Mannschaft. Ich wünsche Lucien Favre alles Gute und hoffentlich als Trainer bald wieder einen Verein wie es die Borussia war.
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  • Kommentar von Beda Senn, Zürich
    Für mich ist Favre einer der besten Trainer. Jedoch ist sein ängstlicher Charakter in Momenten wie diesen, wo seine Mannschaft in eine Negativspirale geraten ist, vielleicht seine grösste Schwäche. Schon bei Hertha hatte er es nicht geschafft, die Mannschaft herumzureissen, nachdem diese nach einer erfolgreichen Saison in eine Abwärtsspirale geraten ist. Bis jetzt hat er nicht bewiesen, dass er ein Team, dass er bereits trainiert, in einer längeren Negativserie zum Erfolg zurück führen kann.
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  • Kommentar von Reto Munteler, Zürich
    Er hat eben eingesehen, dass er - dieses Mal - das Ruder nicht mehr rumreissen kann. Warum hätte er also noch weiter bleiben sollen? Er ist der Fussball-Experte schlechthin und fähig genug um abzuschätzen, ob ein Verbleib noch Sinn gemacht hätte. Der Verein hat nun schön Zeit, einen valablen Nachfolger zu suchen. 1. ist man in der CL (attraktiv!), 2. ist die Saison noch lang. Viel besser als eine Feuerwehrübung im Januar. Zudem schliesse ich nicht aus, dass L.F. schon attraktive Angebote hat.
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