Guardiola hat kein Herz für Hart

Der Zittersieg zum Saison-Auftakt hat die Fans von Manchester City nur wenig beschäftigt. Im Fokus steht viel mehr die Zukunft von Goalie Joe Hart.

Willy Caballero und Joe Hart beim Aufwärmen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Joe Hart war nur Ersatz Willy Caballero erhielt den Vorzug. Getty Images

Es muss sich für Hart wie eine Ohrfeige angefühlt haben. Im 1. Saisonspiel gegen Sunderland am Sonntag (2:1) sass der englische Nationalgoalie nur auf der Bank. Coach Pep Guardiola sprach dem 34-jährigen Willy Caballero das Vertrauen aus.

Klares Signal an die Klubführung

«Willy hat eine gute Vorbereitung gehabt. Eine sehr, sehr gute», begründete Guardiola den Entscheid. «Mir haben sein Spielaufbau und seine Persönlichkeit imponiert, deshalb habe ich mich für ihn entschieden.»

Coach Guardiola und Joe Hart auf der City-Bank Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Frostige Beziehung» Coach Guardiola (vorne) und Joe Hart (direkt hinter ihm). Getty Images

Einige Fans äusserten in den sozialen Medien Verständnis und verwiesen auf Harts durchwachsene Leistungen bei der EURO in Frankreich. Doch Pep Guardiola versicherte, dass Hart nicht aus dem Rennen sei. «Das heisst nicht, dass er in Zukunft nicht spielt. Ich habe grossen Respekt für Joe,» sagte der Katalane.

Auch Yaya Touré auf dem Abstellgleis

Doch Taten sagen oft mehr aus als Worte. Hart auf die Bank zu setzen, sei ein klares Signal an die Klubbesitzer, schreibt der Guardian. Die Beziehung zwischen Guardiola und Hart bezeichnet die englische Zeitung als «frostig». Auch beim CL-Playoff-Hinspiel gegen Steaua Bukarest werde wohl der Argentinier Caballero zwischen den Pfosten stehen.

Yaya Touré, Samir Nasri und Eliaquim Mangala strich Guardiola schon vorzeitig aus dem Kader. «Ich habe eben keine Angst vor Entscheidungen wie viele andere Menschen auf dieser Welt. Ich tue einfach das, was ich fühle», erklärte Guardiola seinen harten Kurs.

Kommt ter Stegen?

Doch auch Caballero gilt nur als Zwischenlösung. Viele Namen geistern dieser Tage als potenzielle City-Goalies herum:

  • Rui Patricio: Der portugiesische Europameister steht zwar noch bis 2022 bei Sporting Lissabon unter Vertrag, soll jedoch für eine Ablöse von 45 Millionen Euro ziehen dürfen.
  • Marc-André ter Stegen: Der zurzeit verletzte Goalie vom FC Barcelona wäre wohl Guardiolas Wunschtransfer. Machbarkeit: eher unwahrscheinlich.

Harts Optionen sind begrenzt

Während der Markt nur eine überschaubare Anzahl an Kandidaten hergibt, sind auch Harts Optionen begrenzt. Die Position der Nummer 1 ist bei Manchester United, Chelsea und Arsenal besetzt. Die Alternative wäre ein Wechsel ins Ausland oder zu einem englischen Klub, der nicht Champions League spielt. Denn es scheint so, als wären Harts Tage gezählt. Ein harter Schlag: Der 29-Jährige wurde immerhin 2012 und 2014 mit City Meister.

Sendebezug: Radio SRF 4 News, Morgenbulletin, 09.08.2016, 06:17 Uhr.