Spanien - ein hartes Pflaster für die Schweizer

In der Primera Division wird auch in dieser Saison kein einziger Schweizer unter Vertrag stehen. Warum sind Spieler mit dem roten Pass auf der iberischen Halbinsel nicht gefragt?

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Bildlegende: Verliess San Sebastian nach einer Saison wieder Haris Seferovic Keystone

Der 1:0-Sieg der Nati im Gruppenspiel an der WM 2010 in Südafrika hat die Schweiz zwar fussballerisch in Spanien etabliert. Doch auch der U21-EM-Final zwischen den beiden Ländern ein Jahr später löste keinen Exodus von Schweizer Spielern auf die iberische Halbinsel aus. Im Gegenteil: Nur Haris Seferovic und Philippe Senderos fanden seither den Weg in die Primera Division. Beide blieben nicht länger als eine Saison.

«  Sommer, Schär, Shaqiri und Xhaka würden sich hier sicher durchsetzen »

Axel Torres
Sportzeitung Marca

«Es hat kulturelle Gründe, dass Schweizer Talente eher in die Bundesliga wechseln», glaubt Axel Torres, Experte für internationalen Fussball bei der Sportzeitung Marca. Die Anpassung gestalte sich für Schweizer in Spanien schwieriger als anderswo, was für Klubs aus der Primera Division ein Risiko darstelle. Hinzu komme, dass sich die deutschen Klubs im helvetischen Markt besser auskennen würden.

Nur Celestini war ein Dauerbrenner

Dass Schweizer Gastarbeiter in der Vergangenheit nicht sonderlich erfolgreich waren, liege daran, dass eben nicht die Besten gekommen seien. «Sommer, Frei, Schär, Shaqiri, Xhaka oder Stocker würden sich in Spanien sicherlich durchsetzen», sagt Torres.

Seferovic trifft spektakulär für San Sebastian in den CL-Playoffs

1:00 min, vom 21.8.2013

Immerhin steht bei Meister Barcelona mit Ivan Rakitic ein Spieler unter Vertrag, der in der Schweiz gross wurde. Bei Barça hätte in den 1990er Jahren auch Ciriaco Sforza landen können. Doch dieser lehnte ein Angebot von Johan Cruyff ab und ging zu Inter Mailand.

Auf die meisten Einsätze eines Schweizers in der Primera Division bringt es Fabio Celestini. Für Levante und Getafe absolvierte der 35-fache Nationalspieler und heutige Lausanne-Trainer 146 Spiele (3 Tore). Mit grossem Abstand folgen Fabio Coltorti (36 Einsätze) und Seferovic (24).

Die Schweizer in der Geschichte der Primera Division

Name
Klub
Vertragsdauer
Philippe Senderos
Valencia2014 (Jan.) - 2014 (Juni)
Haris Seferovic
San Sebastian
2013 - 2014
Fabio Coltorti
Santander
2007 - 2011
Fabio Celestini
Levante, Getafe2004 - 2005, 2005 - 2010
Alain Nef
Recreativo Huelva
2009 (Jan.) - 2009 (Juni)
Xavier Margairaz
Osasuna2007 - 2009
Johann Vogel
Betis Sevilla
2006 - 2008
Patrick Müller
Mallorca2004 (Juli) - 2005 (Jan.)
Antonio Esposito
Extremadura1999 (Jan.) - 1999 (Juni)
Quelle: transfermarkt.ch


Sendebezug: SRF zwei, «sportlive», 11.08.2015, 20:30 Uhr.