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Nationalmannschaft Lichtblick im Sturm - Arbeit für die Verteidigung

Nach dem 2:2 der Nati gegen Kroatien sind sich die Schweizer Medien grösstenteils einig: Josip Drmic dürfte sich nach seinem Gala-Auftritt in der Pole Position für den Platz im Sturm befinden und die Defensive muss sich gewaltig steigern.

Legende: Video Fussball: Bilanz Testspiel Schweiz-Kroatien abspielen. Laufzeit 4:07 Minuten.
Aus sportaktuell vom 06.03.2014.

Doppeltorschütze Josip Drmic ist im Schweizer Blätterwald am Tag nach dem Unentschieden gegen Kroatien das grosse Thema. «Stürmer-Krise? Das war einmal!» titelte der Blick und der Tages-Anzeiger befand: «Ein Remis mit Drmic als Gewinner.»

Wo es Gewinner gibt, gibt es bekanntlich auch Verlierer. Im Schweizer Team wurden diese vornehmlich in der Hintermannschaft ausgemacht. «Defensiv anfällig» urteilte die Basler Zeitung und sprach damit auf die Gegentore an, bei welchen die Schweizer Verteidiger nicht die beste Figur machten.

Vernichtende Kritik für Lichtsteiner

Hart ins Gericht ging der Tages-Anzeiger mit Stephan Lichtsteiner. Der Aussenverteidiger sei mit seinem ständigen Reklamieren in sein altes Schema zurückgefallen und habe mit unnötigen Fouls statt mit Leistung für Aufsehen gesorgt. «So hilft er dem Team nichts, ist kein Klasseverteidiger mehr», lautete die vernichtende Kritik.

Legende: Video Ottmar Hitzfeld über seine Verteidiger abspielen. Laufzeit 0:21 Minuten.
Vom 05.03.2014.

Zu kleine Schweizer Verteidiger?

Vor allem bei Standards brannte es im Schweizer Strafraum bisweilen lichterloh. Die massgenauen Flanken der kroatischen Offensivkünstler brachten Von Bergen, Djourou und Co. immer wieder ins Schwitzen. Dies nahm auch Coach Ottmar Hitzfeld zur Kenntnis. «Es ist schwierig, weil wir nicht die grössten und kopfballstärksten Spieler haben», lieferte der Lörracher einen Erklärungsansatz.

Dass die Schweizer vor allem in der 2. Halbzeit defensiv keinen sattelfesten Eindruck vermittelten, sei auch den vielen Einwechslungen geschuldet. «Mit Valon Behrami und Gökhan Inler hat uns der Motor im Mittelfeld gefehlt», erklärte Hitzfeld und fügte sogleich an, dass er aus diesem 2:2 wesentlich nützlichere Erkenntnisse gewinnen könne als aus einem glückhaften Sieg.

Die WM-Verteidigung steht noch nicht

Die Medien haben in ihrer Berichterstattung ihre Erkenntnisse bereits gezogen. Den Abwehrverbund für seine Nachlässigkeiten zu kritisieren, ist legitim. Es sollte aber auch festgehalten werden, dass die Kroaten in der Offensive mit Spielern wie Luka Modric oder Mario Mandzukic über internationales Top-Niveau verfügen. Und wer an der WM in Brasilien tatsächlich in der Viererkette verteidigen wird, ist ohnehin noch nicht entschieden. Mit dem derzeit verletzten Fabian Schär sowie dem erfahrenen Philippe Senderos verfügt Hitzfeld über Alternativen.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Nenad Obradovic, Winterthur
    ja wenn man Hansruedi Aebischer heisst oder Snowboarder aus Zürich, dann kann man auch nicht erwarten das man verständnis für die Aussagen von Drmic hat. Die Welt ist nicht schwarz oder weiss. Die problematiken der Secondos werden Genetische Schweizer nie nachvollziehen können, aber sie lassen sich nicht mit dem schweizer pragmatismus erklären. Bei einem Secondos schlagen halt mehr als nur 2 Herzen in der Brust das wird immer so sein. Wenn Sie das Trikot anziehen geht es einfach nur um Sport.
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    1. Antwort von D.Daniele, Obergösgen
      Ich als Schweizer mit Italienischer Mutter, kann Herrn Drmic gut verstehen. Ich habe es in meinem Leben immer so gemacht das ich das aus jeder Kultur genommen habe, was mir gefiel, und bin so zu Meiner Persönlichkeit gelangt. Schlussendlich bin ich aber weder 100 % Schweizer noch 100 % Italiener. Aber 100 % stolzer Mensch! :-)) Ich freue mich für Herr Drmic und danke im für sein tolles Spiel: @Äbischer mein Motto. Nicht alles was ich nicht Verstehe ist falsch. Den ich weiss nichts!
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    2. Antwort von Rüedu, Winti
      Dem Hansruedi "keine Ahnung was" Äbischer ist es eben wichtig, dass man singen kann, wenn man schon Schweizer ist. Warum nicht gleich ein bisschen jodeln vor dem Mätsch, he Hämpu?
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  • Kommentar von Schenk, Interlaken
    Die Schweiz verfügt über zu kleine Verteidiger? Mit Djourou (über 1.90m) und Senderos (ca. 1.90m) verfügt die Schweiz über 2 Türme in der IV. Warum nicht dem in Valencia gut aufspielenden Senderos eine Chance geben wenn man über die präzisen Standards und guten Kopfballspieler Kroatiens Bescheid weiss... Klar mit Lichtsteiner und Rodriguez haben wir keine Kopfballmonster auf den AV Positionen, doch ich bin überzeugt mit Senderos hinten drin hätte das besser funktioniert. Was meinen Sie dazu?
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    1. Antwort von Mike Schnyder, ütikon
      Kann durchaus sein, wer da sicherlich auch nicht zu vergessen wäre ist Fabian Schär, welcher für mich (hoffentlich auch nach der Verletztungpause) einer der stärksten Innenverteidiger wäre
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  • Kommentar von Snowboarder, Zürich
    Ich bin mit Herr Äbischer einverstanden - eine Nati besteht aus stolzen Schweizern (egal aus welcher Herkunft) ! Spieler, die nicht Stolz sind, Schweizer zu sein, sollen nicht in der Nati auflaufen. Ich persönlich finde das schade, dass viele Eingebürgerten Spieler in Ihrer ehemaligen Heimat stolz erzählen, dass sie Schweizer sind, aber in der Schweiz stolz sind, dass Sie anderes Blut haben als Schweizer.....irgendwie passt dies nicht. Entweder oder, nicht beides ! Vorbild = Eishockey Nati !!!
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    1. Antwort von Peter Müller, Zürich
      Das ist ein Problem, das viele Doppelbürger kennen. Man ist zwar in beiden Kulturen zu Hause, gleichzeitig aber auch in beiden Kulturen gewissermassen fremd. Dies führt dazu, dass man sich an beiden Orten dem jeweils anderen Ort zugehörig führt (In der Schweiz spürt man, dass man Kroate ist und in Kroatien spürt man, dass man Schweizer ist) Das mag für jemanden, der das so nicht kennt, schwer nachzuvollziehen sein, aber das ändert nichts an der Realität in der die Betroffenen leben.
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    2. Antwort von Hansruedi Äbischer, Luzern
      Nun ja ok mag schon sein, aber wenn man für eine Nation aufläuft, dann sollte dies mit Stolz verbunden sein, und nicht mit keine Ahnung was. Und dass es scheisse aussieht wenn bei der Hymne nicht mal ein Drittel mitsingt, sondern alle sonst irgendwie ernst und keine Ahnung was dreinschauen... dann hat das mit Nation und alles nicht viel zu tun... Gökhan Inler ist auch kein usprünglicher Schweizer... ist aber einer der weniger der mitsingt!
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