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Super League Barnetta: «Zeit in den USA hat mich offener werden lassen»

Nach 10 Jahren Bundesliga und einem Zwischenstopp in Philadelphia ist Tranquillo Barnetta zurück in St. Gallen. Die Erwartungen an ihn sind riesig. «Quillo» im «Focus»-Gespräch über Manieren, Gesichtsbehaarung und amerikanische Offenheit.

  • 1. Der Wohlerzogene

    Barnetta gilt als «Traumschwiegersohn». Negative Stimmen über ihn sind schwierig zu finden. Woran liegt das? «Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus», sei seine Maxime. Gute Manieren seien im Profigeschäft auf lange Sicht hilfreich. «Kurzfristig ist es ab und an vielleicht tatsächlich besser, wenn man ein Stinkstiefel ist», so Barnetta. Natürlich brauche es in einem Team auch Provokateure und dergleichen. Dies sei aber keine Rolle für ihn.

    Tranquillo Barnetta verteilt Autogramme.
    Legende: Stets höflich: Tranquillo Barnetta. Keystone
  • 2. Die Identifikationsfigur

    In St. Gallen ist Barnetta ein Held. Und er bezeichnet St. Gallen wiederum als «seine einzige Heimat». Seine Rückkehr soll die zuletzt sportlich gebeutelten «Espen» wieder in die Erfolgsspur bringen. «Ich hoffe, dass ich etwas bewegen kann. Identifikationsfiguren tun der Mannschaft und dem ganzen Klub und Umfeld gut. Der Fan hat bei jeder Aktion mehr Bezug zu einem solchen Spieler», ist sich der 31-Jährige bewusst. Ob der Hoffnungsträger Captain wird, wisse er noch nicht.

    Tranquillo Barnetta im Training
    Legende: In der Rückrunde spielberechtigt, jetzt schon im Training. Keystone
  • 3. Der Emotionale

    Der Fussball, und insbesondere spezifische Erlebnisse, sind für Barnetta eine «Lebensschule». So auch das Penalty-Debakel an der WM 2006: «Nach dem Aus gegen die Ukraine war ich fix und fertig, wollte allein sein. Ich fühlte mich für das Ausscheiden verantwortlich.» Gleich verhält es sich mit dem Skandalspiel gegen die Türkei 2005: «Die Nacht von Istanbul hat lange an mir genagt. Sowas hatten wir zuvor nie erlebt, das hatte nichts mehr mit Fussball zu tun. Angesichts der grausamen Szenen konnten wir uns nicht über die geschaffte Qualifikation freuen.»

  • 4. Der Weltoffene

    Nach 10 Jahren in der Bundesliga vollzog Barnetta mit dem Transfer in die USA einen Tapetenwechsel. Einen kleinen Kulturschock erlebte er in fussballerischer («die amerikanischen Teams sind taktisch nicht so gut ausgebildet»), aber auch mentaler Hinsicht: «Die Zeit in den USA hat mich offener werden lassen. Auch wenn ich einen Mitspieler noch kaum kannte, war seine Türe sofort für mich offen. Ich glaube diese Mentalität kennt man in der Schweiz nicht so ganz.»

  • 5. Der Schnauzträger

    Bei seiner Rückkehr in die Ostschweiz fiel «Quillo» auch optisch auf: Sein Gesicht zierte ganz Rockstar-like ein dichter, an Freddie Mercury oder Lemmy Kilmister erinnernde Schnauz. Hintergrund: Mit seiner Gesichtsbehaarung macht Barnetta im Rahmen des «Movember» (Moustache November) auf Prostatakrebs aufmerksam.

    Tranquillo Barnetta
    Legende: Der Schnauz als Symbol gegen Krebs. Keystone

Sendebezug: Radio SRF 3, Focus, 28.11.2016, 20 Uhr

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