Costanzos neuer Anlauf in der Provinz

Er galt als eines der hoffnungsvollsten Talente im Schweizer Fussball. Weil er bei YB in der Hinrunde jedoch in Ungnade fiel, muss Moreno Costanzo nun in Aarau seine Karriere neu lancieren.

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Moreno Costanzo in Aarau

3:55 min, aus sportaktuell vom 29.1.2015

Mit bald 27 Jahren ist Moreno Costanzo an einem heiklen Punkt in seiner Karriere angelangt. Nach dem rasanten Aufstieg zur unbestrittenen Führungsfigur beim FC St. Gallen geriet er bei YB zuletzt aufs Abstellgleis. Costanzo wollte beim Tabellen-Dritten jedoch nicht versauern und liess sich ausleihen. Statt mit den Bernern um die Champions-League-Qualifikation zu kämpfen, geht es für ihn nun mit Aarau um den Klassenerhalt.

Brügglifeld statt New York

«Es ist sicherlich ein Rückschritt. Aber im Leben muss man manchmal einen Schritt zurück machen, um dann zwei nach vorne zu tun», erklärt Costanzo. Sein neuer Trainer freut sich jedenfalls schon auf den begnadeten Techniker. «Das ist ein sehr schöner Transfer. Wir haben schliesslich um ihn gekämpft», sagt Sven Christ. Tatsächlich buhlte auch Vaduz um den Spielmacher. Das verlockendste Angebot kam jedoch aus der Major League Soccer von den New York Red Bulls.

«Meine Frau und ich haben uns viele Gedanken gemacht, New York hätte Vor- und Nachteile gehabt. Aber letztlich haben wir uns für diesen Schritt entschieden», erklärt Costanzo. Söhnchen Tiago, noch nicht einmal 1 Jahr alt, dürfte bei der Entscheidungsfindung eine wichtige Rolle gespielt haben.

Über das Saisonende hinaus will er sich noch keine Gedanken machen: «Fakt ist, dass ich dann noch 2 Jahre Vertrag bei YB habe.» Dieser wurde im Herbst 2013 vorzeitig verlängert, in einer Phase als Costanzo unter Coach Uli Forte noch regelmässig spielte. Dass ihn sein einstiger Mentor aus gemeinsamen St. Galler Zeiten im Verlaufe dieser Saison ausbootete, überraschte viele.

Nestwärme statt hohe Erwartungen

«Er passt zu uns, er wird mit seiner Erfahrung viel einbringen können», vermittelt Aarau-Trainer Christ schon einmal Nestwärme. Ein Leader sei Costanzo, nicht der Lautstärke wegen, aber weil er stets den Ball verlange und das Spiel machen wolle. An Vertrauen dürfte es Costanzo also nicht fehlen. Und dies dürfte ihm entgegenkommen.

Denn in der Hauptstadt waren seine Fähigkeiten zuletzt nicht mehr gefragt. Im September 2014 stand er letztmals in der Startelf. Dabei habe er bei YB gar nicht so schlecht gespielt, rechnete der 7-fache Nationalspieler im Zuge seines Wechsels immer wieder vor. In 166 Partien seien ihm immerhin 32 Treffer und 35 Torvorlagen gelungen. «Die Erwartungshaltung in Bern war einfach sehr gross; vom Klub, aber auch von mir selbst.» Dass Costanzo im Brügglifeld wieder glücklich wird, hoffen alle Beteiligten.

Sendebezug: SRF zwei, «sportaktuell» vom 29.01.15, 22:20 Uhr