Fringer: «Luzern ist ein spannendes Pflaster»

Rolf Fringer blickt dem Rückrunden-Start optimistisch entgegen. In der Sendung «sportpanorama» erklärte der neue FCL-Sportchef, was es braucht, um die Innerschweizer wieder aus dem Tabellenkeller zu führen.

Kurz vor Weihnachten begann für Rolf Fringer eine neue Etappe. Der 58-Jährige trat beim FC Luzern die Nachfolge des entlassenen Alex Frei an und wurde Sportchef. «Ich bin glücklich und nach so vielen Trainer-Jahren reif für eine neue Herausforderung», sagt der gebürtige Österreicher vor dem Rückrunden-Start. Die Aufgabe ist schwierig. Das weiss auch Fringer. Es gilt, den FCL nach einer völlig missglückten Hinrunde wieder aus dem Tabellenkeller zu führen.

Fringer waltet seines Amtes

Als Trainer führte Fringer die Innerschweizer bereits in der Saison 2008/09 aus einer ähnlich misslichen Lage zum Ligaerhalt. Als Sportchef hat er die Weichen für den Aufschwung gestellt. Die Rahmenbedingungen für eine neuerliche Aufholjagd seien erfüllt, glaubt er. «Wenn alle zu 100 Prozent mitarbeiten, habe ich ein gutes Gefühl», so Fringer. Denn die guten Testresultate hätten etwas Selbstvertrauen zurück ins Team gebracht.

Für ein schlankeres Kader, das leichter zu kontrollieren sei, hat Fringer selbst gesorgt. 4 Akteure wurden abgegeben und mit Tomislav Puljic und Cristian Ianu zwei Spieler geholt, die schon unter Fringer beim FCL aktiv waren. Puljic und Ianu seien nicht nur Hoffnungs- und Sympathieträger, sondern auch Typen, die gut für die Kabine seien. «Ähnlich wie ein Pizzarro bei den Bayern», erklärt Fringer. Der neue Co-Trainer Roland Vrabec verstehe sich zudem sehr gut mit Coach Markus Babbel.

Alles ist möglich

«Wichtig ist, dass wir in der Rückrunde eine Einheit werden. Wir haben eine Lektion gelernt und sind bereit für eine Reaktion», sagt Fringer. In seiner Zeit bei Aarau habe er gemerkt, dass man sogar mit einem kleinen Klub Schweizer Meister werden könne, wenn alle am gleichen Strick ziehen würden. Es braucht von allem ein wenig: Fachkompetenz, Sozialkompetenz, aber auch Energie um die Leute mitreissen zu können.

Das «Haifischbecken» FCL, wie es sein Vorgänger Frei genannt hat, kennt Fringer ja bestens. «Luzern ist ein spannendes Pflaster, man interessiert sich für Fussball. Alle reden mit, das gehört dazu», sagt er diplomatisch. Vergessen sind die einstigen Differenzen mit dem heutigen Ehrenpräsidenten Walter Stierli. «Stierli hatte Visionen, es ging um den FCL, nicht um meine Person», blickt Fringer zurück. Sein Optimismus ist heute beim Tabellenletzten der Super League gefragter denn je. Ob sich dieser auf die Mannschaft und den Staff ausbreitet, wird sich zeigen.

Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 01.02.15, 18:15 Uhr