GC: Mehr Glanz, weniger Radau

Nach einer Saison voll mit atmosphärischen Störungen will GC zurück zum Ursprung. Ab sofort geht es beim Rekordmeister wieder um Schlagzeilen auf dem Rasen. Kim Källström ist nur einer von vielen neuen Hoffnungsträgern.

  • Altlasten: In der vergangenen Saison hat bei GC eine Schlagzeile die andere gejagt. Mit der Sanktionierung von Captain Veroljub Salatic und der späteren Begnadigung, dem Abgang von Trainer Michael Skibbe in der Winterpause oder der fristlosen Entlassung von Sportchef Axel Thoma nur wenige Monate nach dessen prunkvoller Installation präsentierten sich die Zürcher in einem schlechten Licht.
  • Kurskorrektur: Ab sofort möchte GC in der Öffentlichkeit wieder anders, wohlwollender wahrgenommen werden. Deshalb will der Klub auch seine Strukturen anpassen und hat dafür Stav Jacobi in den Verwaltungsrat geholt. Der millionenschwere 48-Jährige schrieb zuletzt im Frauen-Volleyball mit Volero eine Erfolgsgeschichte. Bei GC sei aber nicht sein Geld gefragt. Vielmehr gehe es um einen neuen Anstrich.
«  Er ist ein Gewinn für die Liga. »

Alex Frei über Kim Källström

  • Lichtgestalt: Mit der Verpflichtung von Kim Källström ist den Zürchern ein Coup gelungen. Nur 3 Spieler in der Geschichte Schwedens haben mehr Länderspiele bestritten als der zentrale Aufbauer mit aktuell 121 Einsätzen. Der Nordländer spielte zuletzt unter Murat Yakin bei Spartak Moskau, wurde mit Lyon zweimal Meister und war bei Rennes Teamkollege von Alex Frei.
  • Hunger: Källström ist bei GC als Schlüsselfigur vorgesehen, obwohl Daniel Pavlovic Captain bleibt. Vor allem soll der Schwede, der kurz vor seinem 33. Geburtstag steht, neue Lust wecken – mit dieser will man nach der «Intermezzo»-Saison an die Erfolge der jüngsten Vergangenheit anknüpfen. Immerhin war GC 2013 Cupsieger geworden und beendete die Saisons 2012/13 sowie 2013/14 als Vizemeister hinter Basel. Dazu passen die Beweggründe Källströms für seinen Wechsel zu GC, die er der Berner Zeitung verriet: «Hier entsteht gerade ein interessantes Projekt mit einem jungen Team.»
Pierluigi Tami streckt seine rechte Hand aus. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Pierluigi Tami Gibt den Weg in eine hoffentlich erfolgreichere Zukunft vor. EQ Images

  • Die Transfers: Dass GC einen Neuanfang anstrebt, ist auch aus den weiteren Zuzügen abzulesen. Es gibt eine klare Tendenz zur Blutauffrischung. So gehört die Rolle des Abwehrchefs neu Alexandre Barthe, mit Nemanja Antonov wurde ein serbischer U20-Weltmeister geholt, und Joël Mall soll auf der Goalie-Position für Bewegung sorgen.

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 16.07.2015 18:45 Uhr

Was trauen Sie GC in der neuen Saison zu?

  • Keine Frage, Rang 1: Mit Altstar Källström kommt der alte Erfolg zurück

    15%
  • GC verpasst den ersten Meistertitel seit 2003 knapp, etabliert sich aber in der Spitze

    32%
  • Bei GC kehrt zwar Ruhe ein, nicht aber der Erfolg – deshalb biederes Mittelmass

    45%
  • Bei GC brechen diese Saison alle Dämme, der Abstieg ist die logische Folge

    6%
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