Zum Inhalt springen

Header

Audio
Die Einschätzung des Regionalredaktors: «Degen trifft einen Nerv»
abspielen. Laufzeit 03:14 Minuten.
Inhalt

Gezerre um den FCB Burgener vs. Degen: Was ist eine «Basler Lösung»?

Bernhard Burgener gegen David Degen. Was sind die Hintergründe im Machtkampf um die Kontrolle des FC Basel?

Im Oktober 2019 sassen sie noch nebeneinander auf der Tribüne: David Degen war eben als Minderheitsaktionär beim FC Basel eingestiegen, seinen Aussagen zufolge ein halbes Jahr nach ersten Gesprächen mit Besitzer Bernhard Burgener. Die Frage, ob auch eine Option auf den Kauf weiterer Anteile vereinbart worden sei, wollte Degen gegenüber der Basler Zeitung (BaZ) damals nicht beantworten.

Heute ist klar: Ex-FCB-Profi Degen hat in der Tat ein Vorkaufsrecht, das er auch ausüben möchte. Dies kündigte er am Montag an. Eine erste Meldung, wonach er nun 91,66 Prozent der Holding besitze (die wiederum 75 Prozent an der Profi-Abteilung hält), war allerdings voreilig. Am Abend berichtigte der 38-Jährige: Er habe per superprovisorischer Verfügung verhindert, dass Burgener seine Aktien an die Basel Dream & Vision AG veräussere.

Ein britischer Investor?

Über diese in Basel domizilierte Firma haben in den letzten Wochen etliche Medien berichtet, sie werde von Burgener kontrolliert. Die bz Basel und die BaZ wiesen auf Beziehungen zwischen Burgener und mehreren Personen hin, die im Handelsregister für die Basel Dream & Vision AG auftreten.

Mit einem Konstrukt von Kapitalminderheit, aber Stimmrechtsmehrheit wolle Burgener ausländische Investitionen ermöglichen, ohne selber die Kontrolle abzugeben. Die Handelszeitung und weitere Medien nannten den Namen der britischen Investmentfirma Centricus. Laut BaZ würde die Centricus in den kommenden 4 Jahren bis zu 200 Millionen Franken investieren.

Video
Burgener Anfang März: «Die grösste Klappe haben die, die kein Geld haben.»
Aus Sport-Clip vom 03.03.2021.
abspielen

Weniger gesund als dargestellt

Burgener muss sich offenbar Investoren suchen, weil die Rückstellungen in den letzten Jahren sukzessive aufgelöst wurden. Alleine 2017 und 2018 seien es 22 Millionen Franken gewesen, rechnete die BaZ vor. Die vergangene Woche von Burgener medienwirksam präsentierten schwarzen Zahlen des letzten Jahres kamen massgeblich durch die hohen Transfereinnahmen von 36 Millionen Franken zustande.

Burgeners Plänen, so sie denn zutreffen, stellt sich also David Degen mit seinem Vorkaufsrecht in den Weg. Der Ex-Fussballer muss für Burgeners Aktienpaket aber kolportierte 16 Millionen Franken aufwerfen.

Wer unterstützt Degen?

Über seine Vermögensverhältnisse will Degen keine detaillierten Auskünfte geben. Die Handelszeitung berichtete aber, ihm stünden «Unternehmer und Financiers aus der Nordwestschweiz» zur Seite, und warf die Namen von Ex-Botschafter Thomas Borer, Ex-Fifa-Funktionär Domenico Scala und jenen der Wirtschaftsgrösse Marco Gadola in die Runde. Ob Degen Zusagen für ein langfristiges Engagement hat, ist nicht bekannt.

Die Frage nach der «Basler Lösung»

Burgener hat in der Vergangenheit immer betont, im Falle seines Rückzugs komme nur eine «Basler Lösung» in Frage. Inwiefern eine ausländische Kapitalmehrheit (auch wenn Burgener die Stimmrechtsmehrheit behält) noch eine «Basler Lösung» ist, ist Ansichtssache. Ebenso offen bleibt, ob hinter Degen weitere, nicht-baslerische Investoren stehen.

Radio SRF 3, Bulletin, 29.3.2021, 18:30 Uhr;

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

33 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jean-Denis Lutz  (Answerthink)
    Seit Heuslers Abgang geht es steil bergab. Erstaunlich, dass dies die Basler einfach so hinehmen und sich bald ins Ausland verscherbeln lassen...
    1. Antwort von Marc Ansermoz  (ansermoz76)
      Das nimmt niemand einfach so hin. Demonstration und die vielen Äußerungen und Vorstösse schon vergessen? Zudem ist die Geschichte um David Degen ja eben ein Versuch, es zu verhindern.
  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Das waren noch Zeiten als das Geld von Frau Öhri floss und Bernhard Häusler ein umsichtiger und gewifftercPräsident des FCB war!
    Was aber jetzt abläuft ist nichts anderes als den FCB an die Wand fahren, traurig aber wahr!
    1. Antwort von Alex Borer  (abo2018)
      Als Bernhard Präsident war (2012-2017) floss das Geld von Gigi Oeri nur noch in den Nachwuchs Campus.
  • Kommentar von max stadler  (maxstadler)
    So ein grüner D. D. hat er auch schon mal gearbeitet? Weiss er was Arbeit ist? Ich hoffe sehr , dass sich Burgerner und Odermatt durchsetzen.