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Super League Neuer Eklat bei YB: Siegenthaler geht

Urs Siegenthaler ist nicht mehr Mitglied des YB-Verwaltungsrats. Der 68-jährige Basler zog damit die Konsequenzen aus unglücklichen Auftritten in den Medien und darauffolgenden Fan-Protesten.

In den letzten Tagen sei sehr viel auf seine Person abgewälzt worden sei, begründete Siegenthaler gemäss einer YB-Mitteilung seinen Entscheid. «In Anbetracht der Umstände war eine Basis für eine fruchtbare Zusammenarbeit nicht mehr vorhanden.»

Eine Trennung mit Ansage

Siegenthaler war am Donnerstagabend im Fokus von heftigen Fan-Protesten gestanden. Im Rahmen des Europa-League-Heimspiels gegen Olympiakos Piräus wurde er zur Zielscheibe des Berner Anhangs. Die YB-Fans forderten mit Transparenten den Rauswurf Siegenthalers, der sein Amt erst im Mai angetreten hatte.

Urs Siegenthalers Konterfei auf einem Transparent mit der Aufschrift «Hou ab»
Legende: Zielscheibe des YB-Anhangs Urs Siegenthaler. Keystone

FC Basel angreifen «völlig unrealistisch»

Siegenthaler hatte sich nach der Trennung von CEO Alain Kappeler und Sportchef Fredy Bickel unter anderem in einem SRF-Interview unglücklich geäussert. So sagte er, das vor Jahren formulierte YB-Ziel, den FC Basel anzugreifen, sei «natürlich völlig unrealistisch» gewesen. Dass ausgerechnet ein Basler in Basel die Kapitulation vor dem FCB verkündete, hatte die Berner Supporter brüskiert.

Legende: Video Das Interview mit Siegenthaler, welches die YB-Fans erzürnte abspielen. Laufzeit 3:26 Minuten.
Vom 13.09.2016.

«Der Druck wurde gross»

YBs Verwaltungsratspräsident Hanspeter Kienberger sagte, er bedauere die Entwicklung. Aber zum Wohl des Klubs und im Sinn beider Parteien sei Siegenthalers Abschied «ein sinnvoller Schritt». Er bekundete Verständnis für die unwirsche Reaktion der Fans. Darüber hinaus hätten auch Sponsoren reagiert. «Der Druck wurde natürlich gross», räumte er ein.

Der VR-Präsident bestritt, dass nach den Abgängen Bickels und Siegenthalers, der im Verwaltungsrat für die sportlichen Belange zuständig war, ein Vakuum entstehe. «Wir haben einen sehr kompetenten Trainer. Die erste Mannschaft ist von der aktuellen Problematik nicht tangiert.»

Sportchef-Personalie in der Schwebe

Gleichzeitig gestand Kienberger ein, dass ungewiss ist, ob der neue Leiter Sport wie geplant im Oktober vorgestellt werden kann. «Es stimmt: Wir haben eine neue Ausgangslage. Diese muss nun analysiert werden.» Bei der Person, mit der sich YB bereits geeinigt hat, handelt es sich offenbar um einen Vertrauten Siegenthalers.

Sendebezug: Laufende Berichterstattung Super League

18 Kommentare

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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Ich habe das Interview mit Siegenthaler gesehen und war (als in Münchenstein Aufgewachsener!) auch brüskiert. Wenn es für die Nummer 2 "nicht realistisch" sein soll, die Nummer 1 anzugreifen - dann kann man die Super League gleich abschaffen! Man könnte ja fast auf die Idee kommen, Siegenthaler beziehe von Basel Bestechungsgelder, um YB zu sabotieren! Wahrscheinlich konnte einfach das Hirn mit dem Mund nicht mithalten, aber das ist in einer solchen Position auch schon schlimm genug.
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    1. Antwort von Jean-Pierre Gilgen (Jean-Pierre Gilgen)
      Gut erkannt, Max
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  • Kommentar von Peter Aerni (Peter Aerni)
    Es würde mich nicht wundern, wenn Urs Siegenthaler - als Basler - den Auftrag hatte, aus YB eine Art "Farmteam" für den FCB zu kreieren. Mit seinen wirren Aussagen hat er sich jedoch selbst "qualifiziert" bzw. aus dem Spiel genommen. Gott sei Dank! Warum holt man jetzt nicht Fredy Bickel wieder zurück? Oder haben da die Gebr. Rihs etwas dagegen???
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    1. Antwort von Ch. Helfenstein (Ch. Helfenstein)
      P. Aerni; Wohl kaum, der FCB plant langfristig, bei YB wechselt die Politik, Richtung, innert weniger als einer Saison. Die anderen Teams muss der FCB auf dem Platz schlagen, bei YB übernimmt das die YB Vereinsführung neben dem Platz.
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    2. Antwort von M. Keller (MK)
      @P.A. - mit diesem Kommentar 'disqualifizieren' sie sich einfach nur selbst. Die wenigen Spieler, die den Transfer von YB zum FCB wagen, sind Intelligent genug, um zu merken, dass Sie bei YB in den nächsten 5 bis 10 Jahren nie auf der gleichen Erfolgswelle reiten werden wie dies momentan beim FCB möglich ist/wäre. Schon nur dies ist doch für einen Spieler Motivation genug, noch ein paar % mehr an Einsatz auf dem Feld zu geben. Aber dann eben für Basel und nicht für YB. Hopp Aarau...
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  • Kommentar von Dominic Kunz (Dominic Kunz)
    Typisch, dass Päddy Kälin dieses Interview führen musste. Dass so jemand so provokant Fragen stellen muss, ist einfach nur schwach. Und natürlich ein gefundenes Fressen für das SRF.
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