Thun im Tief

Wie schon in der vergangenen Saison hat der FC Thun den Saisonstart verpatzt. Doch beim Rückhalt am Cheftrainer enden die Parallelen.

Carlinhos, Matteo Tosetti und Stefan Glarner trotten ungläubig vom Feld. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Frust pur Die Thuner Carlinhos, Matteo Tosetti und Stefan Glarner (von links) sind von der Niederlage gezeichnet. Keystone

Der Thuner Fussballfan hat nach dem missratenen Saisonauftakt Grund zur Klage. Die ernüchternden Fakten:

  • Das bittere 1:2 zu Hause im Kellerduell gegen St. Gallen bedeutet die bereits 5. Niederlage in Folge (wettbewerbsübergreifend) und bringt die Oberländer nicht vom Tabellenende weg.
  • 5 Punkte und erst 1 Saisonsieg sind eine allzu magere Ausbeute aus 8 SL-Runden.
  • Die Cup-Schmach (1:2 gegen Promotion-League-Vertreter Kriens) in der 1. Runde leitete die Pleiten-Serie ein.
  • Offensiv harmlos: Bis zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich gegen die Ostschweizer blieb der FCT während 321 Minuten ohne Torerfolg.
  • Defensiv instabil: 19 Gegentreffer bedeuten den schlechtesten Wert der Liga.

Diese Bestandsaufnahme erinnert an die ebenfalls trostlose Lage vor einem Jahr. Auch damals kamen die Thuner überaus schwerfällig aus den Startlöchern.

Die Kurskorrektur erfolgte prompt. Nach nur 10 Meisterschaftsspielen brachte man Ende September 2015 die neu lancierte Zusammenarbeit mit Trainer Ciriaco Sforza zu einem schnellen Ende. Die Bilanz des einstigen Bundesliga-Akteurs: 7 Punkte (die er übrigens schon nach 8 Runden auf dem Konto hatte).

«  Wir müssen jetzt mit dieser Situation klarkommen. »

Andres Gerber
FCT-Sportchef

Jeff Saibene kratzt sich mit der rechten Hand am Hinterkopf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Guter Rat ist teuer Ein hilfloser Jeff Saibene an der Seitenlinie. EQ Images

Sforzas Nachfolger Jeff Saibene ist mittlerweile auch der Kritik ausgesetzt. Und doch stehen die Zeichen (noch) nicht auf Sturm. So räumt Sportchef Andres Gerber im Thuner Tagblatt ein, dass es immer schwieriger werde, die negativen Gedanken beiseite zu schieben.

Willkommenes Ablenkungsmanöver

Doch der 43-Jährige versucht den Ball flach zu halten: «Wir haben erwartet, dass es schwierig wird. Natürlich hofft man, dass das schlechtest mögliche Szenario nicht eintrifft, aber jetzt müssen wir mit dieser Situation klarkommen.»

Entgegen kamen dem FC Thun in den letzten Tagen die Wirren rund um die Young Boys. Sie haben die Berner Medien auf Trab gehalten und vom eigenen Unheil abgelenkt. Am Sonntag beim Heimspiel gegen Lugano dürfte allerdings nur noch ein Befreiungsschlag helfen.

Wie weiter mit dem FC Thun?

  • Ruhe bewahren, der Turnaround kommt bald

    74%
  • Es besteht dringend Handlungsbedarf auf dem Trainerposten

    25%
  • 1125 Stimmen wurden abgegeben

Video «St. Gallen kommt in Thun zu späten 3 Punkten» abspielen

Thun verliert auch das Kellerduell

5:38 min, aus sportaktuell vom 20.9.2016

Sendebezug: SRF zwei, «sportaktuell», 20.09.2016 22:25 Uhr