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Super League Tor und Seitenhieb: Strellers emotionale Derniere

Beim 4:3-Sieg des FC Basel gegen den FC St. Gallen bestritt Marco Streller sein letztes Super-League-Spiel. Nach einer emotionalen Abschiedsrede trumpfte der bald 34-Jährige noch einmal gross auf und wurde ausgiebig von den Fans gefeiert.

Das Resultat war im St. Jakob-Park für einmal Nebensache. In der Partie der Basler gegen St. Gallen waren alle Augen auf Marco Streller gerichtet. Das letzte Super-League-Spiel des langjährigen Captains wurde zur grossen Abschiedsparty.

Legende: Video Strellers letztes Ligator abspielen. Laufzeit 1:32 Minuten.
Vom 29.05.2015.

Wie im Film: Streller trifft

Spätestens, als «Pippi» in der 17. Minute ein Geschenk der St. Galler Abwehr annahm und das 1:0 – sein 200. Pflichtspieltor – erzielte, glich das Stadion einer Festhütte. Seine Mitspieler und Coach Paulo Sousa feierten Streller in grossem Stil.

Vater Thomas und seine 99-jährige Grossmutter erwiesen dem bald 34-Jährigen auf der Tribüne ebenso die Ehre wie die einstigen Weggefährten Yann Sommer, Alex Frei, Valentin Stocker und Benjamin Huggel. Als Streller nach 82 Minuten das Feld räumte (auch ein vorzeitiger Platzverweis nach einem groben Tritt an St. Gallen Yannis Tafer wäre möglich gewesen), zündete die Muttenzer Kurve ein Feuerwerk für ihre «Legende».

Grosser Bahnhof und Abschiedsrede

Schon das Vorprogramm hatte voll und ganz dem Publikumsliebling gehört. Um 20.09 Uhr betrat die Nummer 9 den Rasen und konnte die Tränen nicht lange zurückhalten. In seiner Abschiedsrede bedankte er sich beim Publikum und liess auch die Pfiffe aus dem Gästesektor nicht unkommentiert: «Ich habe euch fast schon vermisst.» In St. Gallen war Streller einst im National-Trikot ausgepfiffen worden. Der zwischenzeitliche Rücktritt und der Rücktritt vom Rücktritt gaben zu reden.

Roger Federer erweist Streller die Ehre

Erfolgreichster FCB-Spieler

Trotz seiner durchzogenen Nati-Karriere (das Tor gegen die Türkei war der Höhepunkt, der verschossene Elfer gegen die Ukraine der Tiefpunkt) kann Streller aber auf eine überaus erfolgreiche Karriere zurückblicken. Nach der Juniorenzeit beim FC Aesch und 3 Jahren beim FC Arlesheim wechselte er im Jahr 2000 nach Basel.

Mit Unterbrechungen absolvierte er insgesamt 10 Saisons für den FCB und wurde mit dem Klub 8 Mal Schweizer Meister. Damit ist er der erfolgreichste Basel-Spieler überhaupt. Im Cup triumphierte er mit seinem Stammklub 3 Mal, am 7. Juni winkt ihm mit seinem Team gar die Chance auf einen 4 Streich.

In den letzten Jahren war Streller in Basel der Erfolgsgarant schlechthin. Nach seiner Rückkehr aus der Bundesliga im Juli 2007 wurde er mit dem FCB nur einmal nicht Meister (2009). Auch im Ausland konnte Streller, der 37 Länderspiele bestritt und mit der Schweiz 2006 an der WM in Deutschland und 2008 an der Heim-EM teilnahm, einen Titel einfahren. Mit dem VfB Stuttgart holte er 2007 die Meisterschaft.

Zugabe Cupfinal

Den allerletzten Einsatz hat Streller dann – ebenfalls im St. Jakob-Park – am 7. Juni im Cupfinal gegen den FC Sion. Einen würdigen Abschied hat der Baselbieter jedenfalls bereits hinter sich.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 29.05.15, 20:15 Uhr

11 Kommentare

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  • Kommentar von Fabio Krauss, Zürich
    Dass ein Spieler wie Marco Streller bei seinem Abschiedsspiel von Fans der gegnerischen Mannschaft ausgepfiffen wird, zeigt doch nur wie primitiv und einfältig viele Fussball-"Fans" in Tat und Wahrheit sind! Da fragt man sich schon ein wenig, was in den Köpfen dieser Dödel vorgeht?! In Deutschland wird mit Sicherheit kein Nationalspieler ausgepfiffen - auch wenn in D eine grosse Rivalität zwischen BVB und Bayern herrscht. Marco, du bist ein guter Typ - nur das Beste für Deine Zukunft!
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  • Kommentar von Daniel Morales, Uzwil
    Unglaublich, wie können die FCB-Fans so ein Feuerwerk ablassen? Wo ist die Empörung des gemeinen Schweizer Volkes? Wo sind die bösen Kommentare von Hinz und Kunz Wo sind die Schwerverletzten? Ach, ganz vergessen, an der Meisterfeier ist es natürlich okay und wir toleriert.
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    1. Antwort von Markus Buser, Frenkendorf
      Dass Ihr Neider Euch nicht langsam doof vorkommt, wundert mich nach jedem solchem Beitrag von Neuem.
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  • Kommentar von Simon Hofer, Frauenfeld
    Stephan Studer hat, als FCB, für seinen Verein gepfiffen. Meckern des "Königs von Basel" wurden trotz Einwänden des Assistenten nicht geahndet. Gut, dass beide aufhören!
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    1. Antwort von Peter Reber, Basel
      Es ist wie immer, "Haters gonna hate" Marco Streller ist sehr vorbildlich mit den Pfiffen umgegangen und hat den respektlosen St. Gallern gezeigt wie egal es ihm ist. Ich kann solche Leute wie dich einfach nicht ernst nehmen, immer gibt es irgendwo was zu meckern. Lass es doch einfach!
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