Rakitic: Fast heimlich zur Weltklasse gereift

Am Mittwoch gastiert Ivan Rakitic mit der kroatischen Nati in der Schweiz. Es ist ein Kurzaufenthalt in seinem Geburtsland, in dem ihm nur wenig Aufmerksamkeit zuteil wird. Zu Unrecht: In der spanischen Primera Division gehört der Mittelfeldspieler zu den prägenden - und gefragtesten - Akteuren.

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Rakitic vs. Drmic - zwei Doppelbürger im Duell

2:05 min, aus sportaktuell vom 4.3.2014

In der an klingenden Namen reichen Primera Division ist Ivan Rakitic wohlbekannt. Dies legen nicht nur die nackten Zahlen nahe - mit 10 Toren und 10 Vorlagen erreicht er ähnliche Werte wie Gareth Bale, Lionel Messi oder Karim Benzema - sondern vor allem seine tragende Rolle im Gefüge des FC Sevilla.

Bei den Andalusiern brachte es der schweizerisch-kroatische Doppelbürger innert kürzester Zeit zum Captain. Sein Spielverständnis, seine Kreativität und seine Ballsicherheit machen ihn zum Metronom und taktischen Gewissen einer spielstarken und homogenen Equipe.

Von einem, der auszog, die Fussballwelt zu erobern

Schon früh wollte Rakitic, der sich seiner Heimat Möhlin noch immer tief verbunden fühlt, hoch hinaus. Scheinbar mühelos etablierte er sich als 17-Jähriger beim FC Basel. Keine zwei Jahre später lief er mit Schalke 04 im «Ruhrderby» gegen Dortmund vor 80'000 Zuschauern auf.

Der endgültige Durchbruch gelang Rakitic in Sevilla. In der Primera Division, in der der Ball gespielt und nicht verteidigt wird, fand er das Biotop, in dem er sich fussballerisch verwirklichen konnte.

Barrage: Rakitics Kroaten schlagen Island («sportlive», 19.11.13)

0:39 min, vom 20.11.2013

Mässige Resonanz in der Schweiz

Zuhause verschwand der Filigrantechniker indes nach seinem Wechsel zu Sevilla etwas vom Radar der Sportöffentlichkeit. Ein Faktor dafür war ausserdem sein Entscheid, für Kroatien zu spielen, wo seine Wurzeln liegen.

Bei den Kroaten gehört Rakitic zu den Führungsspielern. Ein beachtlicher Leistungsausweis, mangelt es der Mannschaft um Luka Modric und Mario Mandzukic doch nicht an talentiertem Personal.

Von europäischen Spitzenteams hofiert

Bei der WM in Brasilien wird Rakitic auf der grösstmöglichen Bühne auflaufen: Kroatien bestreitet das Eröffnungsspiel gegen den Gastgeber. Nötig hat er das Schaufenster nicht.

Mehrten sich im Herbst die Gerüchte, namhafte Premier-League-Vereine wie Manchester United und Chelsea seien am 25-Jährigen interessiert, soll nun auch Barcelona aufmerksam geworden sein. Die Katalanen suchen einen Kronprinzen für die Nachfolge des alternden Xavi. Es wäre ein Transfer, der auch in der Schweiz registriert würde.