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UEFA EURO 2016 Abdi: «Ich wäre gerne dabei gewesen»

Für die EURO wurde Almen Abdi von Vladimir Petkovic nicht berücksichtigt. Der Schweizer Offensivspieler spricht über die Nati, den Abstieg des FCZ und seine persönlichen Ziele.

Almen Abdi.
Legende: Gast im EURO-Studio Almen Abdi. SRF

Almen Abdi, Sie haben das unglückliche Out der Schweiz im Achtelfinal gegen Polen im Stadion miterlebt. Wie beurteilen Sie die Leistungen der Nati an der EURO?

Abdi: Das Penaltyschiessen ist immer eine Lotterie. Schade, dass Granit Xhaka verschossen hat. Die Schweizer hätten es verdient gehabt, weiterzukommen. Umso bitterer ist das Out. Es war eine Riesenchance angesichts des Tableaus. Insgesamt war es ein gutes Turnier der Nati, vor allem das Spiel gegen Frankreich.

Da müsste man Vladimir Petkovic fragen.
Autor: Almen Abdi

Sie bestritten ihr letztes Länderspiel 2009. Wie sieht es bei ihnen aus mit dem Thema Nati?

Da kann ich nicht viel dazu sagen. Ich habe diese Frage in den letzten Wochen oft gehört. Da müsste man Vladimir Petkovic fragen. Ich hatte meine Einsätze in der Premier League. Wieso es nicht zum Aufgebot gereicht hat, weiss ich nicht. Ich wäre gerne dabei gewesen, aber es ist so wie es ist.

Wie ist Ihr allgemeiner Eindruck dieser EURO?

Der Modus ist meiner Meinung nach etwas unglücklich. Ich war nicht so begeistert, dass die EURO von 16 auf 24 Teams aufgestockt wurde. Zudem hat es in vielen Spielen wenige Tore gegeben, oft war es sehr eng. Die Partien werden immer taktischer, ich kenne das auch aus England. Wenn du auf einen Gegner triffst, der tief steht und nur verteidigt, dann ist es für alle Mannschaften schwierig.

Wer steht am 10. Juli im Final in Paris?

Die Belgier machen einen sehr starken Eindruck. Ich glaube sie werden es in den Final schaffen und dort auf Deutschland oder Frankreich treffen.

Der Schweizer Fussball braucht den FCZ.
Autor: Almen Abdi

Sie sind beim FC Zürich gross geworden. Wie nahe ging Ihnen der Abstieg des FCZ?

Sehr nahe. Ich habe mein halbes Leben bei diesem Klub verbracht und es war natürlich nicht schön zu sehen, dass sie absteigen. Der Schweizer Fussball braucht den FCZ. Aber man kann es nicht ändern. Wichtig ist, dass das Team nächste Saison direkt wieder aufsteigt und ich bin überzeugt, dass sie das schaffen. Ich glaube, sie haben die Situation bis 3 Runden vor Schluss unterschätzt. Niemand hatte gedacht, dass sie tatsächlich in Abstiegsgefahr geraten. Die Mannschaft war dann völlig verunsichert, das hat man auf dem Platz gesehen.

Mit Watford beendeten Sie die letzte Saison auf Platz 13 der Premier League. Was sind Ihre Ziele mit dem Klub in der kommenden Spielzeit?

Wenn wir die letzte Saison bestätigen können, ist es sicher gut. Unter die ersten 10 zu kommen, wäre ein Traum. Aber noch haben wir nicht einmal mit dem Training angefangen. Es kommt auch drauf an, welche neuen Spieler wir bekommen und wie die Mannschaft dann aussieht.

Was sind Ihre persönlichen Ziele für die nähere und weitere Zukunft?

Ich würde ja sagen die Nati. Aber so wie es aussieht, ist das schwierig. Mein Ziel ist es, meine letzte Saison zu bestätigen. Ich möchte noch torgefährlicher werden. Letztes Jahr habe ich auf der rechten Seite gespielt. Ich hoffe, dass ich jetzt ein bisschen offensiver agieren kann. Die Hauptsache ist, so viel wie möglich zu spielen und den Fussball zu geniessen.

Sendebezug: Laufende Berichterstattung zur EURO in Frankreich

Zur Person

Zur Person

Almen Abdi startete seine Karriere in der Nachwuchsabteilung des FCZ und gab 2003 im Alter von 16 Jahren sein Debüt in der 1. Mannschaft. 2010 wechselte der offensive Mittelfeldspieler zu Udinese. Seit 2012 ist er in England bei Watford engagiert. In der Nati kam Abdi zu 6 Einsätzen, der letzte datiert aus dem Jahr 2009.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Rainer Feuerstein, Hünenberg See
    Das Problem von Abdi ist, dass das Mittelfeld mit mehr als genug adäquaten Spieler besetzt ist. Das riesen Problem der Nati ist unsere Innenverteidigung (Djourou), bevor wir über Abdi reden, sollten wir es in der IV mit jedem anderen Spieler probieren, NUR NICHT MIT JOHAN! Mein Vorschlag Michael Lang und Schär, Alternative Fernandes!
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  • Kommentar von Daniele, Obergösgen
    Weiss jemand wo Nassim Ben Khalifa spielt? Er und Seferovic waren doch damals das Traum Sturm Duo. Wir haben so viele U 17 Weltmeister Spieler verloren, die auch durch Falsche Transfers abgestürzt sind oder sonst irgendwie in de Versenkung verschwunden sind, Siegrist, Kofi Ntiamoah Nimeley, Frédéric Veseli , Robin Vecchi, Bruno Martignoni, Janick Kamber, Charyl Chappuis. Sead Hajrovic, Roman Buess, Oliver Buff & Igor Mijatovic. Können wir uns wirklich leisten so viele Talente zu verlieren?
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    1. Antwort von Xavier Yves Zobrist, Basel
      Diese Talente wurden nicht verloren - die meisten haben sich nach ihrer Junioren-Zeit einfach nicht entsprechend weiterentwickelt und spielen nicht international. Ben Khalifa ist bei KV Mechelen in Belgien, Siegrist (gerade von Aston Villa zu Vaduz gewechselt); Buess (bisher Thun, jetzt St. Gallen), Veseli (Lugano), Martignoni (Aarau), Buff (FCZ), Hajirovic (Winterthur) und Kamber (Biel) spielen in der CH; Chappuis spielt bei Suphanburi in Thailand und ist dort in der Nationalmannschaft.
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  • Kommentar von Roland Thüring, Basel
    Wäre Almen nicht soviel verletzt gewesen, hätte man über die Teilnahme diskutieren müssen. Aber Almen gehört zur Generation Inler......dieser musste wegen zu wenig Spiele zu Hause bleiben und jetzt kräht kein Hahn danach. Denn nun ist Granit der Chef auf dem Platz und dies zurecht. Sorry aber man muss der Wahrheit ins Gesicht schauen. Englische Liga hin oder her, so stark finde ich diese nicht, hat das gestrige Spiel gegen Island gezeigt. Nimmt die Ausländer weg und das wahre Gesicht kommt raus.
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    1. Antwort von Reiner Herrmann, St.Gallen
      Eben genau diese Ausländer machen ja die Premier League so attraktiv. Sie vergleichen die Englische Nati mit der Liga, das sind 2 Welten weil Top Spieler aus anderen Nationen in der PL mitspielen. Meiner Meinung nach ist die PL vielleicht nicht die beste, aber sicher die attraktivste der Fussballwelt.
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