Das Märchen von Wales geht weiter

Die Sensation ist perfekt: Wales schlägt Belgien in einer attraktiven Partie 3:1 und steht im EM-Halbfinal. Gegner im Kampf um den Finaleinzug ist Portugal.

  • Rückstand gedreht: Ashley Williams, Hal Robson-Kanu und Sam Vokes schiessen Wales nach einem 0:1-Rückstand in den Halbfinal.
  • Wieder im Viertelfinal gescheitert: Für Belgien endet nach der WM 2014 auch die EM mit einer Enttäuschung.
  • Portugal wartet: Die Waliser kämpfen am Mittwoch in Lyon gegen Ronaldo & Co. um den Finaleinzug.

Tempo, Chancen, spektakuläre Tore: Die Viertelfinal-Partie zwischen Belgien und Wales in Lille bot beste Unterhaltung und liess so manches Fussballer-Herz höher schlagen. Und sie sorgte für eine weitere Überraschung an der EURO in Frankreich. Mit Wales steht ein Aussenseiter im Halbfinal, für Mitfavorit Belgien endet ein weiteres Turnier mit einer Enttäuschung.

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Robson-Kanus Geniestreich lässt Belgiens Defensive alt aussehen

0:22 min, vom 1.7.2016

Robson-Kanu vernascht belgische Defensive

Es brauchte nur einen Hackentrick in der 55. Minute von Hal Robson-Kanu, um die Waliser auf Kurs zu bringen. Der Stürmer liess gleich 3 belgische Verteidiger ins Leere laufen und schob eiskalt zum 2:1 ein.

5 Minuten vor Schluss machte Sam Vokes den Deckel drauf: Mit einem herrlichen Kopfball sorgte er dafür, dass das walisische Märchen endgültig seine Fortsetzung findet.

Traumtor von Nainggolan aus 30 Metern

Dabei war es das Team von Marc Wilmots, das besser in die Partie fand und viel Druck ausübte – und nach 7 Minuten und einer spektakulären Dreifach-Chance hätte führen müssen. Doch Yannick Carrasco schoss Torhüter Wayne Hennessey an, Thomas Meuniers Nachschuss kratzte Neil Taylor von der Linie; in den zweiten Nachschuss von Eden Hazard warfen sich fünf Waliser.

Wales versteckt sich nicht

6 Minuten später sorgte Radja Nainggolan mit einem Traumtor für die verdiente Führung: Mit einem Hammer aus 30 Metern erzielte er seinen 2. EM-Treffer. Das Gegentor schien die Waliser zu wecken; sie brachten die furios gestarteten Belgier immer besser unter Kontrolle.

Zunächst vergab Neil Taylor alleine vor Torhüter Thibaut Curtois (26.), nach einer halben Stunde war der Ausgleich aber perfekt. Captain Ashley Williams traf nach einer einstudierten Eckball-Variante per Kopf zum 1:1. Es war der Anfang von einem Märchen, dass vor der Partie nur die wenigsten für möglich gehalten hätten.

Belgien wie vor 2 Jahren

Während Wales am Mittwoch in Lyon gegen Portugal um den Finaleinzug kämpft, schied Belgien wie vor 2 Jahren an der WM im Viertelfinal aus. Der Unterschied: In Brasilien waren sie als Geheimfavorit an Argentinien gescheitert, in Frankreich als Mitfavorit an einem Underdog.

Sendebezug: Laufende Berichterstattung zur EURO in Frankreich