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UEFA EURO 2016 Die sieben Säulen Portugals

Dank einer geschlossenen Teamleistung durfte Portugal den Pokal des Europameisters 2016 in die Höhe stemmen. Die Basis zum Erfolg bildeten 7 Eckpfeiler.

Portugals Nationalmannschaft jubelt.
Legende: Den Gipfel erklommen Europameister Portugal. EQ Images
  • Der Trainer: Im Angesicht des unerwarteten Triumphs wurde sogar der stets stoisch ruhige und oft mürrisch wirkende Fernando Santos emotional. Seine Philosophie, aus einer organisierten Defensive heraus Nadelstiche zu setzen, ging voll auf. Klammert man die Partie gegen Ungarn (3:3) aus, kassierte der Europameister im ganzen Turnier lediglich 2 Gegentore aus dem Spiel heraus. Santos, von 2010 bis 2014 griechischer Nationaltrainer, bediente sich so der Waffen, mit welchen Portugal 12 Jahre zuvor von den Griechen im Final geschlagen worden war.
Legende: Video «Sehenswert: Ronaldo macht es mit der Hacke» abspielen. Laufzeit 0:32 Minuten.
Vom 22.06.2016.

Der Superstar: Cristiano Ronaldo brauchte ein wenig Anlaufzeit, um ins Turnier zu finden. Nach bescheidenen Auftritten gegen die eher destruktiv agierenden Isländer und Österreicher markierte die Partie gegen Ungarn den Wendepunkt für «CR7». Fortan hatte der mehrfache Weltfussballer bei nahezu jeder wichtigen Aktion seine Füsse im Spiel. Im Final verletzt ausgewechselt, bewies Ronaldo seine unglaubliche Präsenz an der Seitenlinie und avancierte zum Co-Trainer.

  • Der Kongeniale: Dass Ronaldo brillieren durfte, lag in erster Linie an seinem wirbligen Sturmpartner Nani. Der 29-Jährige musste im Angesicht der Tatsache, dass Ronaldo bei Real Madrid mit den Topshots Karim Benzema und Gareth Bale agiert, in grosse Fussstapfen treten. Eine Aufgabe, die der kürzlich von Valencia engagierte Portugiese mit Bravour löste. Wie Ronaldo erzielte auch er im Turnier 3 Tore.
  • Die Entdeckungen: Die Bundesliga darf sich freuen: Sowohl der künftig für Borussia Dortmund spielende Raphael Guerreiro als auch Bayerns Neuzugang Renato Sanches lieferten eine mehr als gelungene Talentprobe ab. Mit Guerreiro als Linksverteidiger kassierte Portugal nur ein einziges Gegentor. Auch der erst 18-jährige Sanches wurde seinen Vorschusslorbeeren gerecht: Mit seiner ständigen Präsenz im halbrechten Mittelfeld mauserte sich der 35-Millionen-Euro-Transfer zu einer echten Teamstütze.
  • Der Joker: Nur gerade 13 Minuten hatte der neu in Lille spielende Mittelstürmer Eder bis zum Final auf dem Buckel. Nun wird sein Name für immer untrennbar mit der EURO 2016 verbunden sein: In der 79. Minute auf den Rasen gekommen, erzielte er exakt eine halbe Stunde später den Treffer zum grossen Triumph. Oder wie es sein Trainer Fernando Santos ausdrückte: «Aus dem hässlichen Entlein ist ein schöner Schwan geworden.»
Legende: Video «Quaresmas «goldenes Tor» in der 117. Minute» abspielen. Laufzeit 1:55 Minuten.
Vom 25.06.2016.

Der Rückkehrer: Einst in einem Atemzug mit Ronaldo genannt, sorgte Ricardo Quaresma für längere Zeit fast ausschliesslich für (Negativ-) Schlagzeilen abseits des Fussballfeldes. Nach einer guten Saison bei Besiktas Istanbul und auf Drängen von Jugendfreund Ronaldo wurde Quaresma doch noch für die EURO nominiert. Und der Mann mit dem Tränen-Tattoo bedankte sich hinreichend: Mit seinem Treffer in der 117. Minute gegen Kroatien, mit Glamour (wie bei seiner «Bicicletta» gegen Frankreich) und mit unermüdlichem Einsatz.

  • Der Fighter: A propos Einsatz: Wer über Kampfgeist spricht, kommt an einem nicht vorbei – Pepe. Der im Vorfeld wegen überharten Tacklings und Schauspieleinlagen oft gerügte «Krieger» nahm in Portugals Meisterelf den Part des Abwehrchefs ein. Trotz Oberschenkelproblemen liess der Real-Verteidiger den französischen Paradesturm um Antoine Griezmann und Olivier Giroud verzweifeln. Pepe bildete den Kitt, der die gut organisierte portugiesische Defensive zusammenhielt.

Sendebezug: Laufende Berichterstattung EURO 2016

8 Kommentare

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  • Kommentar von Dante Pizzaiolo, Zürich
    Sicher keine Säule für Portugal war der schwache Pfeifenmann, der schon drei Sekunden vor dem rotwürdigen Foul an Ronaldo einen ebenso rüden französischen Versuch, die Füsse von Sanches zu zertrümmern, als legitim bewertete. Payet wurde geradezu ermutigt, in das Knie von Ronaldo hineinzuspringen. Und später hätte Mr C. das Spiel beinahe noch durch einen krassen Hands-Fehlpfiff entschieden, nur die Latte rettete ihn vor der totalen Blamage. Bitte keinen Final mehr mit diesem Sehbehinderten.
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    1. Antwort von Tom Baumann, Zürich
      Herzlichen Dank für diese Zeilen. Stimme zu.
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    2. Antwort von Gysler A, VD
      @Pizzaiolo/Hofmann: stimme ebenfalls zu 100% zu, siehe meine praktisch gleichlautende Kommentare im Forum "Portugal ist erstmals Europameister". Hoffentlich pfeift dieser Clattenburg nie mehr ein wichtiges EM-, WM- oder Europacup-Spiel, ausser er wird von der UEFA wieder aufgeboten, um Spielausgänge in einer Art zu beeinflussen, wie es die Herren der Chefetagen gewünscht hätten bzw wünschen würden!
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  • Kommentar von André Piquerez, ebikon
    der Goalie Rui Patricio war doch einer der wichtigsten Spieler der Mannschaft. Er war es der im Penaltyschiessen gegen Polen ein Schuss gehalten hat hat und er hat die Mannschaft im Finale einige Male vor dem Gegentreffer bewahrt...er hätte sicher eine Auszeichnung verdient...
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    1. Antwort von Dante Pizzaiolo, Zürich
      Er war der wirklicher Matchwinner. Überhaupt waren die vielen grossartigen Goalies (z.B. auch McGovern, Kiraly, Sommer) für mich das einzige Highlight einer schwachen EM.
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  • Kommentar von D. Steiner, Basel
    An dieser EM wurde meist kein guter Fussball geboten, darum erstaunt auch nicht, dass eine mittelmässige Mannschaft gewonnen hat. Gelohnt haben sich die Spiele mit Island, Wales, phasenweise auch Deutschland und Belgien. Italien war grossartig und Frankreich konnte mit Stichproben aufwarten. Über Portugal spricht bald niemand mehr.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Irrtum, über Portugal wird mit Sicherheit in den nächsten vier Jahren noch viel gesprochen. So lange sind sie nämlich Europameister.
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    2. Antwort von André Costa, Lisboa
      Über Portugal spricht man schon seit jahrhunderte, sie können vielleicht nicht mithöhren zwischen all den bergen.
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