Geborener Anführer vs. Quereinsteiger

Sie sind die Strippenzieher hinter den Kulissen: Didier Deschamps und Fernando Santos, die Trainer der Finalisten. Zwei verschiedene Wege, ein Ziel: der Gewinn der EURO 2016.

Die Trainer Deschamps und Santos. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wer führt sein Team zum Titel? Didier Deschamps (l.) oder Fernando Santos? Keystone

Portugal fordert Gastgeber Frankreich im Final der EURO 2016. Im Fokus stehen werden die Duelle zwischen den Topskorern Cristiano Ronaldo und Antoine Griezmann. Vergleiche zwischen den Kreativparten Nani und Dimitri Payet. Vielleicht auch noch die Leistung der Keeper Hugo Lloris und Rui Patricio. Doch es ist auch das Duell zweier Trainer und ihrer Philosophien.

Geborener Anführer vs. Quereinsteiger

Auf der einen Seite steht Didier Deschamps. Der Franzose könnte seinen EM-Triumph von 2000 nun als Trainer wiederholen. Das gelang noch niemandem. Deschamps ist ein geborener Leader. Er führte Frankreich 1998 als Captain zum Weltmeistertitel. In einem Interview sagte er einst: «Im Leben gibt es die, die anführen, und die, die folgen. Ich bin als Anführer geboren.»

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Mit Deschamps als Captain: So gewann Frankreich 2000 die EM

4:16 min, vom 10.7.2016

Ihm gegenüber: Fernando Santos, kettenrauchender Trainer der Portugiesen. Bereits als 21-Jähriger beendete der Linksverteidiger bei Estoril Praia seine aktive Karriere. Mit 33 Jahren kehrte der ehemalige Diplomingenieur zu Estoril zurück – als Trainer. Mittlerweile ist Santos seit bald 30 Jahren im Geschäft.

Erfolg vs. Erfahrung

Der Trainer Deschamps ähnelt dem ehemaligen Spieler. Unauffällig, abgeklärt und intelligent hält er den schillernden Stars den Rücken frei. 1998 hiessen diese Zinédine Zidane oder Laurent Blanc, 18 Jahre später Paul Pogba oder Griezmann. Der ehemalige Weltmeister spielt auch als Trainer bei den ganz Grossen mit: Gleich «sein» erstes Team, die AS Monaco, führte der 47-Jährige 2004 in den Final der Champions League.

Santos ist seit 1987 Trainer. Er setzt in erster Linie auf eine geregelte, stabile Defensive. «Wir sind nicht das beste Team in der Welt, aber es ist nicht leicht, Portugal zu besiegen», so der Lissaboner. Es werde immer Kritik an der portugiesischen Spielweise geben. Eine Spielweise, die der 61-Jährige während rund 11 Jahren als Klub- und Nationaltrainer in Griechenland verinnerlichte. Die Kritik daran dürfte bei einem allfälligen Titelgewinn wohl verstummen.

Déja-vu?

Seinen Einstand als Nationaltrainer Portugals gab Santos übrigens im Oktober 2014 im Stade de France. Also just an jenem Ort, wo er nun seinen grössten Erfolg feiern könnte. Vor 2 Jahren blieben die Franzosen mit 2:1 siegreich. Und diesmal?

Sendebezug: Laufende Berichterstattung EURO 2016