Klose: «Würde sehr gerne in England bleiben»

Timm Klose hat den letzten Nati-Kaderschnitt für die EM nicht überstanden. Mit etwas Abstand und nach Ferien in Amerika spricht er im Interview über die Enttäuschung, seine Situation bei Norwich City und ein mögliches Engagement beim FC Basel.

Fussballer. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Vor dem TV-Auftritt Timm Klose im Studio von SRF Sport. SRF

Timm Klose, wie und wo haben Sie die EM bisher verfolgt?

Klose: Vom Anfang der EURO habe ich ziemlich wenig mitbekommen, weil ich in Amerika in den Ferien war. Ich habe zwar versucht, möglichst viele Spiele zu schauen. Aber meine Verlobte war auch froh, wenn sie mich vom Fussball losbekommen hat (lacht).

Wie hart war es, den letzten Cut für das definitive EM-Kader nicht überstanden zu haben?

Im ersten Moment war ich natürlich sehr enttäuscht. Als Fussballer willst du an einem solchen Turnier unbedingt dabei sein. Ich Nachhinein betrachtet war es aber vielleicht auch genau das Richtige, um meinem Knie die nötige Pause zu geben. Ich spüre jetzt auf jeden Fall nichts mehr.

Wie beurteilen Sie den Auftritt der Schweizer Nationalmannschaft?

In jenen Spielen, die ich gesehen habe, waren die Schweizer vor allem in der 2. Halbzeit dominant. Da hat man gesehen, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Die Schweiz hätte sehr weit kommen können, auch aufgrund der Konstellation. Aber es gehört auch Glück dazu, und das war leider auf der anderen Seite.

«  Wir haben eine interne Wette laufen, ich habe auf Frankreich getippt. »

Es sind noch 4 Mannschaften im Turnier. Wer wird Europameister?

Im Klub haben wir eine interne Wette laufen, und ich habe auf Frankreich gesetzt. Aber als Halb-Deutscher wäre ich natürlich froh, wenn Deutschland nach der WM auch die EM gewinnen würde.

Zusatzinhalt überspringen

Zur Person

Zur Person
  • Geburtsdatum: 09.05.1988
  • Geburtsort: Frankfurt am Main
  • Position: Verteidiger
  • Klubs: Thun (09-11), Nürnberg (11-13), Wolfsburg (13-Januar 16), Norwich (Vertrag bis 2019)
  • Länderspiele: 14

Sie sind mit Norwich City aus der Premier League abgestiegen. In den letzten Partien konnten Sie aufgrund einer Knie-Verletzung ihrem Team nicht helfen. Wie haben Sie den Abstieg miterlebt?

Das war eine schwierige Zeit. Ich bin sehr gut im Klub aufgenommen worden und es macht richtig viel Spass. Es war schade, dass ich dem Team in den entscheidenden Momenten nicht helfen konnte. Mitanzusehen, wie das Team absteigt, ohne dabei eingreifen zu können, tat schon sehr weh. Aber das Ganze ist ein Lernprozess, der zum Fussball gehört.

Sie haben in der Winterpause von der Bundesliga in die Premier League gewechselt. Welche Liga ist besser?

Auch wenn die Zeit bisher kurz war, die Premier League hat mit sehr, sehr gefallen. Die Fans auf der Insel sind noch einen Tick verrückter. Fussballerisch ist es ein schwieriger Vergleich. Vom anderen Blickpunkt betrachtet gefällt mir persönlich England ein bisschen besser.

«  ...und das ist nun einmal die erste und nicht die 2. Liga. »

Ihr Vertrag bei den «Canaries» läuft noch bis 2019. Wo spielt Timm Klose in der nächsten Saison?

Wir mussten die Situation nach dem Abstieg natürlich analysieren. Und weil ich nicht an der EM war, hatte ich auch genug Zeit, mir Gedanken zu machen. Wir haben die eine oder andere Situation ins Auge gefasst. Ich würde aber sehr gerne in England bleiben.

Schliessen Sie einen Verbleib bei Norwich aus?

Nein. Mir gefällt es sehr gut in Norwich, ich bin gut aufgenommen worden und komme bei den Fans an. Ich will nichts ausschliessen. Aber wenn man in der Nationalmannschaft spielen will, dann muss man auf dem höchsten Level spielen. Und das ist nun einmal die erste und nicht die 2. Liga.

«  Es ist ein Kindheitstraum von mir, einmal für den FC Basel zu spielen. »

Sie hielten sich zuletzt beim FC Basel fit. Spekulationen über eine Rückkehr zum FCB kamen auf. Was sagen Sie dazu?

Die Leute in Basel wissen, dass ich eines Tages beim FC Basel spielen möchte. Es war schon immer ein Kindheitstraum von mir, für diesen Klub auflaufen zu dürfen. Aber es war für beide Seiten stets klar, dass es nur darum geht, mich fit zu halten und mein Knie wieder auf Vordermann zu bringen. Ich bin dem FCB dankbar, dass ich diese Möglichkeit erhalten habe.