Portugals Krux mit den Europameistern

Portugal stand schon viermal unter den letzten vier Teams einer EM – und verlor stets gegen den Gewinner des Turniers. Ein Rückblick.

    • 1.
      1984: Platini, Tigana, Giresse
      Es gab bei der EM 1984 nur eine Equipe, die dieses französische Jahrhundertteam an den Rande einer Niederlage brachte. In der Verlängerung des Halbfinals führte Portugal bis zur 114. Minute 2:1 – erst dann drehte der spätere Europameister das Spiel und siegte 3:2. Die Portugiesen hatten damals keine schillernden Stars wie Luis Figo oder Cristiano Ronaldo, sondern eher schnauzbärtige Veteranen wie Tormann Manuel Bento oder Verteidiger Fernando Chalana. Bei dieser EM sei Portugal «auf die Landkarte des Fussballs zurückgekehrt», heisst es in der Chronik des nationalen Verbandes (FPF).
      Michel Platini (l.) gegen Portugals Nene. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: EM 1984 Michel Platini (l.) gegen Portugals Nene. Imago

    • 2.
      2000: Das Scheitern der «Goldenen Generation»
      In Portugal sagt man bis heute: «Die 2000er-Mannschaft ist die beste, die wir je hatten.» Stars wie Luis Figo oder Rui Costa waren auf dem Zenit ihres Könnens. Paulo Sousa gab den Anführer und Strategen, der junge Stürmer Nuno Gomes war mit 4 Toren die Entdeckung des Turniers. In der Gruppenphase schlug das Team Deutschland (3:0) und England (3:2), im Halbfinal war dann aber wieder auf bittere Weise gegen Frankreich Schluss. Auch diesmal führte Portugal mit 1:0, ein Tor von Thierry Henry rettete den Weltmeister in die Verlängerung. Dort schoss Zinédine Zidane per Penalty in der 117. Minute ein «Golden Goal».
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      Frankreich besiegt Portugal 2000 dank einem Golden Goal

      1:24 min, vom 6.7.2016
    • 3.
      2004: Weinender Ronaldo nach dem Final
      Das 2:1 gegen die Niederlande war der bisher einzige Sieg der Portugiesen in einem EM- oder WM-Halbfinal. Und er fiel an diesem Abend in Lissabon noch viel zu niedrig aus. Im eigenen Land spielte der Gastgeber «Oranje» phasenweise an die Wand. Cristiano Ronaldo schoss das frühe 1:0. Wer die Portugiesen an diesem Abend spielen sah, hielt es kaum für möglich, dass dieses Team nur 4 Tage später ein Endspiel gegen den Aussenseiter Griechenland verlieren würde. Die Bilder vom weinenden Ronaldo gingen nach diesem Final um die Welt. Die Portugiesen zerbrachen an der Erwartungshaltung, die sie mit Siegen gegen Spanien, England und die Niederlande selbst aufgebaut hatten.
      Ronaldo (l.) nach der Finalniederlage 2004 Trost von Trainer Scholari Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Bittere Niederlage Ronaldo (l.) braucht nach der Finalniederlage 2004 Trost von Trainer Scholari. Reuters

    • 4.
      2012: Out im Penaltyschiessen
      In Donezk fehlte den Portugiesen wieder nicht viel zum Einzug in den Final. 90 Minuten lang waren sie gegen den Welt- und Europameister Spanien das bessere Team, erst in der Verlängerung drehte der Favorit auf. Weil nach 120 Minuten immer noch kein Tor gefallen war, musste das Nachbar-Duell im Penaltyschiessen entschieden werden. Erst verschoss der heutige Bayern-Spieler Xabi Alonso. Doch auch João Moutinho und Bruno Alves trafen nicht.
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      Portugal verliert 2012 das Penaltyschiessen gegen Spanien

      1:34 min, vom 5.7.2016

Sendebezug: Laufende Berichterstattung zur EURO 2016