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UEFA EURO 2016 Ronaldo weint doch noch Tränen des Glücks

Cristiano Ronaldo erlebte in Paris ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst schien das Endspiel für ihn im Drama zu enden. Dank Eders Torschuss feierte der 31-Jährige dann doch noch den ersehnten Final-Triumph.

Und wieder vergoss Cristiano Ronaldo Tränen. Wie vor 12 Jahren nach dem bitteren 0:1 im Final von Lissabon gegen Griechenland – damals noch als Teenager – war der Ausnahmekönner untröstlich. Ein Foul von Dimitri Payet in der 8. Minute war der Auslöser für Ronaldos Drama. Von Sanitätern musste er nach 24 Minuten unter Tränen vom Feld getragen werden.

Eder und die grosse Wende

Dann die Wende. Der eingewechselte Eder schoss Portugal und Ronaldo in der Verlängerung ins Glück. Einen Titel mit Portugal zu gewinnen, hatte Ronaldo als grossen Traum bezeichnet. Er wurde doch noch wahr.

Cristano Ronaldo hat mir vor der Verlängerung gesagt, dass ich das Tor mache. Ich oder ein anderer.
Autor: EderSchütze des goldenden Tores
Ronaldo rüttelt Coach Santos auf.
Legende: Anpeitscher an der Seitenlinie Ronaldo rüttelt auch Coach Santos auf. Keystone

Nach seinem Ausscheiden hatte sich Ronaldo eine Zeitlang rar gemacht. Der Superstar verschwand in der Kabine. Allzu lange hielt es ihn dort jedoch nicht. Am liebsten wäre der 31-Jährige wieder zurück aufs Spielfeld gerannt. Mit einbandagiertem linken Knie hätte dies aber keinen Sinn gemacht.

Ronaldo mimt den Trainer

So blieb Ronaldo nichts anderes übrig, als an der Seitenlinie zu helfen. Er fungierte als Anpeitscher und übernahm immer mehr die Rolle des Trainers. Dabei legte er sich sogar mit Coach Fernando Santos an. Am Ende lagen sich alle Portugiesen in den Armen.

Vergessen war, dass Schiedsrichter Mark Clattenburg Payets Aktion nicht geahndet hatte. Die aufmunternden Worte von Frankreichs Coach Didier Deschamps und die Standing Ovation der Zuschauer im Stade de France verkamen zur Randnotiz. Der grosse Moment sollte erst später folgen: Ronaldo durfte den EM-Pokal in die Höhe stemmen.

Wie es um Ronaldos linkes Knie steht, das bei Payets Foul in Mitleidenschaft gezogen wurde, wird sich weisen. Die in der Regel gut unterrichtete spanische Zeitung Marca berichtete von einer Innenbandzerrung, womit der Portugiese in einigen Wochen wieder fit sein dürfte.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 10.07.2016, 20:00 Uhr

40 Kommentare

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  • Kommentar von C. Blanco, Tanndorf
    Das Beste was Portugal passieren konnte! Endlich konnte man sich auf den Fussball konzentrieren! Keine einstudierten "Egoposen", keine Ronaldofrazen (Jeweils ohne Unterzähne). Portugal hat den Titel OHNE Ronaldo heimgebracht! Bravo! Ist dem Rest des Kaders wirklich zu gönnen! Das Team auf dem Feld war der Star! Nur schade, hatte Ronaldo nicht die Grösse, den Pokal ganz offensichtlich zuerst den aktiven Spielern/Trainer zu übergeben, und diese mit einer klaren Geste zu würdigen (Wie z.B. M.Seger)
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    1. Antwort von Kurt Peier, Zürich
      Ist Ihnen bewusst, dass Portugal nur durch Ronaldos Tore und Assists an die EM und danach ins Final gekommen ist? Klar braucht es alle in einem Team, aber davon zu sprechen, dass Ronaldo nichts geleistet hat ist respektlos.
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    2. Antwort von C. Blanco, Tanndorf
      Herr Kurt Peier, wie würden Sie sich denn wohl fühlen, wenn Sie als Teil eines Europameisterteams nach jedem Match immer nur denselben Namen in Interviews, Zeitungsberichten, Spielzusammenfassungen, Spielerportäts usw... hören und lesen müssten? Wenn etwas Respektlos ist, dann ist es DIESETatsache! Der letzte Match hat ja bewiesen, dass es ohne Ronaldo auch geht! Und DIESE Erkenntnis wird Portugal in Zukunft entscheidend weiterbringen, als das ganze Lebenswerk eines einzelnen Spielers.Punkt.
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  • Kommentar von Adrian Degenmann, Seedorf
    Was mir zu denken gibt. Da muss Ronaldo mit der Barre aus dem Platz getragen werden, und ab der Verlängerung kann Ronaldo schon wieder an der Seitenlinie auf und ab gehen?!?
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    1. Antwort von Peter Müller, Winterthur
      Was gibt Ihnen zu denken?
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    2. Antwort von Astrid Etter, Reiden
      Herr Degenmann, ich habe weiter unten das gleiche geschrieben, aber anscheint ist das normal für Ronaldo, aber ich bin auch Ihrer Meinung.
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    3. Antwort von Franz Huber, Zürich
      Ja jeder der noch nie eine Bänder Überdehnung erlitten hat, weiss nicht wie fest das schmerzt. Dehnung des Innenbandes könnte wirklich passiert sein, so wie Payet von der Seite auf Ronaldo's Knie des Standbeins geprallt ist. Ronaldo wollte aber nicht sofort aufgeben und hat es noch weiter versucht. Es war klar erkennbar, dass die Verletzung ihn sehr stark behinderte. Und dann musste er halt mit der Barre vom Feld, und jetzt? Auch schon mal was von Schmerzmitteln gehört A.D und A.E.?
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  • Kommentar von Hans Fürer, Au-ZH
    Ab der 2. Halbzeit, nachdem der verletzte Ronaldo wenigstens als Zuschauer wieder anwesend war, schien er für das UEFA-Fernsehen wichtiger als alle 22 Spieler auf dem Platz zu sein. Jede noch so kleine Pause im Spiel wurde sofort benützt, ihn mit all seinen Regungen von vorne, hinten und im Porträt auf den Bildschirm zu bringen - bei aller Achtung vor seinen Qualitäten, man sollte die Aufmerksamkeit für einen Einzelnen nicht derart übertreiben!
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