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Die Trainer der Halbfinalisten Pragmatiker, Magier, Psychologe, Sturkopf

Von 24 Teams sind an der EURO 2020 nur noch 4 übrig. Wir stellen die Trainer des Halbfinal-Quartetts vor.

Southgate, Mancini, Hjulmand und Enrique
Legende: Die 4 verbliebenen Trainer Gareth Southgate, Roberto Mancini, Kasper Hjulmand und Luis Enrique. Keystone

Sie haben ihre Mannschaften in den Halbfinal geführt – unter erschwerten Bedingungen und oft begleitet von bisweilen heftiger Kritik. Nun kommt es nicht zuletzt auf ihre taktischen Kniffe und Motivationskünste an. Das sind die Trainer der vier Halbfinalisten:

  • Gareth Southgate (England)

Mit dem Sieg gegen Deutschland hat Southgate auf der Insel auch die letzten Zweifler überzeugt – vorerst zumindest. Er stand in der Kritik, weil er den Hurra-Stil der WM 2018 opferte und jetzt einen pragmatischen Ansatz verfolgt.

Der 50-Jährige geht trotzt aller Kritik von aussen unbeirrt seinen Weg – bislang erfolgreich. Nicht zuletzt, weil hinten die Null steht: 5 EM-Spiele, und noch immer kein Gegentreffer. Southgate schafft es, seine Spieler bei Laune zu halten, er steht zu ihnen auch in schwierigen Phasen. Vertrauen, das sich auszahlt. Siehe Harry Kane, dessen Knoten vor dem Tor in der K.o.-Phase doch noch geplatzt ist.

  • Roberto Mancini (Italien)

Der ehemalige Offensivspieler Mancini (56) wird in Italien derzeit als eine Art Magier verehrt – nach der verpassten WM 2018 ist es ihm gelungen, die «Nazionale» rundzuerneuern. Er setzt auf eine stabile Abwehr, lässt aber auch ungewohnt offensiv spielen.

Allseits gelobt wird Mancini für seine Fähigkeit, eine Einheit aus den von ihm ausgewählten Spielern zu formen. Seit nunmehr 32 Spielen unbesiegt (27 Siege, davon 13 in Serie). Nur der altbekannte Hang zur Schauspielerei und Zeitschinderei ist auch unter Mancini geblieben.

  • Kasper Hjulmand (Dänemark)

Hjulmand (49) war nach dem Drama um Christian Eriksen zunächst als Psychologe gefragt – er bewältigte diese schwierige Phase mit bewundernswerter Ruhe. Zugute kam ihm, dass er mit seinen Spielern einen fast familiären Umgang pflegt.

Der Vater von drei Kindern zeigte sich allerdings auch taktisch flexibel: Weil ihm in Eriksen sein wichtigster Spieler ausfiel, stellte Hjulmand sein System kurzerhand um, von 4-3-3 auf 3-4-3. Einer seiner Leitsätze: Die Spieler, die eine Partie beenden, sind mindestens so wichtig wie die, die das Spiel beginnen.

  • Luis Enrique (Spanien)

Nach zwei Vorrundenspielen ohne Sieg war Enrique (51) schon angezählt: die falschen Spieler nominiert, dann den falschen Stürmer (Alvaro Morata) und den falschen Torhüter (Unai Simon) aufgestellt, die Mannschaft ausserdem mental zu wenig belastbar. Doch der Asturier Enrique ist und bleibt ein Sturschädel.

Der Plan, den er verfolgt, geht bislang auf – wenn's sein muss, mit ein bisschen Glück: nach zwei Spielen mit je fünf Treffern zuletzt der Sieg im Elfmeter-Krimi gegen die Schweiz; weil im Tor einer stand, an dem Enrique trotz aller Kritik festhielt.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von David Peier  (RobDiNero)
    Über den Torwart wird in Spanien nicht diskutiert - zu schlecht waren De Gea's Leistungen zuletzt. Worüber in Spanien diskutiert wird, ist die Nichtnomination von Ramos oder Nacho, die der Abwehr sicherlich Stabilität gebracht hätten.
    Auch hätten sich die Spanier andere Namen im Sturm gewünscht, da man in Spanien die Effizienz vermisst in der Chancenverwertung.

    Schätze die Italiener sind stabiler in der Abwehr und effiziernter im Sturm, weshalb sie wohl ins Finale einziehen werden.