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Enttäuschung in Frankreich Mbappé «hat versagt», Deschamps kassiert die Prügel

Der Superstar gibt sich nach einer missratenen EURO zerknirscht. Frankreichs Medien geben primär dem Trainer die Schuld.

Trainer Didier Deschamps und Stürmer Kylian Mbappé
Legende: Enttäuschung Trainer Didier Deschamps und Stürmer Kylian Mbappé nach Frankreichs Achtelfinal-Out gegen die Schweiz. imago images

Am linken Strafraumeck erhält Kylian Mbappé den Ball. Gleich drei deutsche Verteidiger werden von seinen schnellen Bewegungen überfordert. Zweimal täuscht er den Schuss an, dann findet der PSG-Star die Lücke. Mit einem Höchstmass an Präzision schlägt sein Schuss via Innenpfosten im Deutschland-Tor ein.

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Archiv: Mbappé-Treffer wegen Abseits aberkannt
Aus Sport-Clip vom 15.06.2021.
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Nur: Es zählt nicht. Abseits. Rückblickend steht diese Szene sinnbildlich für die gesamte EURO des 160-Millionen-Euro-Mannes. Oft blitzt seine Klasse auf, seine Geschwindigkeit, doch es bleibt Stückwerk, Puzzleteile, die kein Bild ergeben. Am Ende sprechen auch die nackten Zahlen und Fakten gegen Weltmeister Mbappé: in 4 Spielen nur 3 Torschüsse, dabei null Tore erzielt. Und dann auch noch den entscheidenden Penalty im Achtelfinal verschossen.

Ich wollte dem Team helfen, aber ich habe versagt.

Am Tag nach der Niederlage drückte Mbappé seine Enttäuschung aus. «Die Trauer ist riesig, wir haben unser Ziel verpasst. Es tut mir leid, dass ich beim Penalty gescheitert bin. Ich wollte dem Team helfen, aber ich habe versagt», schrieb der 22-Jährige auf Instagram.

Dennoch richtete er den Blick bereits nach vorne. Und in der Tat: Denkbar, dass der Dreizack mit dem starken Rückkehrer Karim Benzema und Antoine Griezmann an der WM in Katar mit etwas mehr Eingewöhnungszeit an Gefährlichkeit gewinnt.

«Ciao Ciao, Mbappé», spottete die Gazzetta dello Sport. Le Monde wollte die Hauptschuld indes nicht Mbappé unterschieben: «Ja, Mbappés Schuss war zu zentral. Aber er ist nicht allein für das Ausscheiden verantwortlich. Wir müssen auch die Entscheidungen von Didier Deschamps hinterfragen. Seine 3-4-1-2-Taktik hat seine Spieler desorientiert zurückgelassen», schrieb die Tageszeitung.

L'Equipe sah ein Frankreich, das die Partie «konzeptlos» begann und «kopflos» beendete und unterstellte Deschamps: «Er hinterliess den Eindruck, als würde er nichts im Griff haben.» Mbappé wurde als «Enttäuschung» bezeichnet. Auch die weiteren Zeitungen gingen hart mit den Franzosen ins Gericht. Liberation sprach von einem «Flop», Ouest France prügelte insbesondere auf die Defensive ein, Mbappé sei «durch die Hölle gegangen».

Die Schuldfrage muss gar nicht geklärt werden, um festzustellen: Von Mbappé und Co. wird in Katar Wiedergutmachung gefordert. Ob dann Deschamps noch an der Seitenlinie steht?

SRF zwei, sportlive, 28.6.21, 21 Uhr;

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22 Kommentare

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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Es ist nicht fair Mbappe die alleinige Schild zu geben, denn Le Bleu hat als Mannschaft versagt!
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Natürlich wunderbarer Sieg der Schweizer, die sich im entscheidenden Moment zu steigern wussten. Der Sieg ist der Lohn dafür.
    Schattenseite im Ganzen: Xhaka hat sich gesteigert; er hat seinen Dünkel als reichverdienender Arsenalspieler endlich ablegen können. Damit will ich sagen, dass das grosse Geld Fussballspielern schadet. Mbappe ist Beispiel dafür. Ein junger Spieler wird durch völlig unmoralische Saläre verdorben. Sie können diese Geld nie "ableisten". Das sah man gestern. Und in der CL.
    1. Antwort von hans schwarz  (ks)
      Ständig dieser Neid und dann diese unmöglichen Begründungen und Unterstellungen. Ob diese Fussballer das jemals ableisten können, können Sie gar nicht beurteilen - da gehört soviel dazu... und wenn schon, ist es ihr Geld?
    2. Antwort von Stefan Salvisberg  (Deadpool)
      Wie einst "Supermario" Basler sagte: Die Spieler können am allerwenigsten dafür. Es sind die Clubs welche bereit sind solch horendhoche Lohnsummen zu zahlen. Und es stimmt schon dass wohl jeder Normalverdiener das Geld annimmt, wenn er ein paar Millionen auf das Konto kriegt, egal ob er es jemals abverdienen kann. Mir kann wirklich niemand sagen dass er ein solches Angebot dankend ablehnt.
  • Kommentar von Markus Feierabend  (Quantenmechanik)
    Alle haben gut gespielt. Die Schweizer besser und Sie hatten dass Quäntchen Glück welches sonst fehlt.