Portugal: Grosser Rummel, leise Töne

Nur eine Handvoll Fans empfing die portugiesischen EM-Helden am Montag in Basel. Dafür war die Medienpräsenz massiv.

Zusatzinhalt überspringen

Programm-Hinweis

Programm-Hinweis

Verfolgen Sie die Partie zwischen der Schweiz und Portugal am Dienstagabend ab 20:00 Uhr live auf SRF zwei und im Liveticker mit Stream auf www.srf.ch/sport. Auch auf Radio SRF 3 sind Sie live mit dabei.

Portugal bewegt auch ohne Superstar Cristiano Ronaldo – zumindest die Medien. Dies zeigte ein Blick in den Pressesaal des Basler St.-Jakob-Parks am Tag vor dem Startspiel in der WM-Quali. Der Raum war gut besetzt, mehrheitlich mit Journalisten aus Portugal. Aus dem Land des neuen Europameisters waren 6 TV-Teams angereist. Der Kabelkanal des staatlichen Senders RTP übertrug die Medienkonferenz mit Trainer Fernando Santos und Stürmer Nani live.

Aus dem Schatten der Klubs getreten

Die massive Medienpräsenz steht im direkten Zusammenhang mit dem EM-Triumph vom 10. Juli in Frankreich. Normalerweise sei das Interesse während einer Ausscheidungskampagne nicht so gross, versichern die Journalisten. «Zwischen den Turnieren steht das Nationalteam sonst klar im Schatten der grossen Klubs Benfica, Sporting und Porto», sagt Paulo Cunha. Seit Jahren begleitet er die «Selecção» für A Bola, die grösste Sportzeitung Portugals.

«  Wir wissen, dass wir nicht die Besten sind, nur weil wir die EM gewonnen haben. »

Paulo Cunha
Journalist «A Bola»

Dass der Fokus in diesem Jahr auch im Spätsommer noch auf das Nationalteam gerichtet ist, soll aber nicht heissen, dass die Erwartungen ins Unermessliche gestiegen sind. Der EM-Titel hat die Portugiesen stolz gemacht, aber nicht übermütig. Keiner erwartet, dass die WM-Qualifikation ein Spaziergang wird. Coach Santos wies die Favoritenrolle weit von sich. Die Sportzeitung O Jogo bezeichnet die Partie am Dienstag in Basel als «schwierigstes Gruppenspiel».

Portugal macht auf Understatement

0:31 min, aus sportaktuell vom 5.9.2016

Der Respekt sei echt und kein Schauspiel, beteuert Cunha. Der EM-Titel habe weder den Menschen in Portugal noch den Medien, dem Trainer oder den Spielern die Sinne vernebelt. «Wir wissen, dass wir nicht die Besten sind, nur weil wir die Europameisterschaft gewonnen haben. Es ist nicht so, dass nun alle den WM-Titel einfordern», so Cunha.

Eder mit Bestseller?

Eine Erfolgsstory ist der erste grosse internationale Titel der Lusitaner ohnehin. Eder, der Schütze des goldenen Tores im Final gegen Frankreich, schlug daraus bereits Kapital. Der Stürmer des OSC Lille veröffentlichte vor wenigen Tagen ein Buch mit dem Titel «Alles wird gut gehen». Autoren: Der 28-Jährige und seine Mental-Trainerin Susana Torres, die in den letzten 18 Monaten angeblich sein Leben positiv veränderte. Für das Vorwort zeichnete Nationalcoach Santos höchstpersönlich verantwortlich.

Aqui está a capa do meu livro e da @susanarodriguestorres

Ein von Eder Lopes (@ederlopesoficial) gepostetes Foto am

Sendebezug: Laufende Berichterstattung zur Schweizer Fussball-Nati