Bolt bleibt die ultimative Krönung verwehrt

Usain Bolt ist den Ruf des Übersprinters los. Der Jamaikaner musste sich bei seiner WM-Abschiedsvorstellung mit Bronze begnügen. Justin Gatlin und Christian Coleman feierten einen US-Doppelsieg. Alex Wilson war im Halbfinal hängen geblieben.

  • Justin Gatlin reicht eine Siegerzeit von 9,92 Sekunden
  • Usain Bolt bleibt mit 3 Hundertstel Rückstand nur Bronze
  • Alex Wilson scheitert in mässigen 10,30 Sekunden im Halbfinal

Der Leckerbissen am 2. WM-Tag in London endete fast schon surreal. Usain Bolt konnte sich im Kurzsprint tatsächlich nicht mehr ganz an die Spitze setzen. Wie die ganze Saison über lief der Jamaikaner bei seinem finalen Einzelauftritt an einer WM nicht mehr ganz so hochtourig. In 9,95 Sekunden konnte er seinen Topwert aus diesem Jahr bloss egalisieren.

Dem Jamaikaner blieb 16 Tage vor dem 31. Geburtstag die Bronzemedaille. Somit zieren nun 11 Mal Gold, 2 Mal Silber und diese eine bronzene Auszeichnung nebst 8 Mal Olympiagold sein beispielloses Palmarès. Letztmals verpasste der schnellste Mann auf dem Planeten an der WM 2009 (Fehlstart) den Titel an einem Grossanlass.

Bolt musste im Rennen also hinter dem US-Duo Justin Gatlin (9,92) und Christian Coleman (9,94) anstehen. Trotzdem aber war er es, dem auf der Ehrenrunde die Sympathien nur so zuflogen.

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Wie ein Sieger gefeiert: Bolts Abschiedsrunde

0:58 min, vom 5.8.2017
Justin Gatlin mit der US-Flagge. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Justin Gatlin Sein Erfolg ging im Trubel um Bolt unter. Keystone

Gatlin gilt als Bad Boy

Den sportlichen Sieger dagegen deckte das kritische Publikum abermals mit Pfiffen ein. Dem 35-Jährigen haftet nach wie vor der Ruf an, dass er 2-facher Dopingsünder war.

Zudem eroberte der Amerikaner Gold relativ «billig» in einer mässigen Zeit von 9,92 Sekunden – letztmals war 2003 ein Weltmeister langsamer unterwegs (Kim Collins in 10,07).

Wilson vergab schon am Start seine Chance

Alex Wilson war beim Showdown der besten Acht nicht mehr vertreten – und der Schweizer dürfte währenddessen noch immer einer verpassten Chance nachgetrauert haben. Denn hätte der 26-Jährige im Halbfinal seine Bestzeit von diesem Mai (10,11) senken können, wäre er wohl weitergekommen. Der Cut lag bei 10,10 Sekunden.

Doch Wilson wurde erst nach 10,30 gestoppt – er war sogar noch um 6 Hundertstel langsamer als im Vorlauf tags zuvor. Mit dieser Zeit konnte der Basler nichts ausrichten: Er belegte in seiner Serie, die von Yohan Blake in 10,04 gewonnen wurde, den letzten Platz. In der Endabrechnung resultierte Rang 21.

Wilson hadert mit dem Start

1:33 min, vom 5.8.2017

«Ich habe das Ziel nicht erreicht, da gibt es nichts schönzureden», kommentierte Wilson. Er haderte vor allem mit seinem Start. «Ich bin im Block regelrecht stehen geblieben. Aber das wird mir über 200 m bestimmt nicht passieren», blickt er bereits voraus.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 05.08.2017 19:55 Uhr

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Wilson läuft im Halbfinal der Konkurrenz hinterher

1:19 min, vom 5.8.2017